Fahrgäste nehmen das Zugangebot stärker an

„Noch Handlungsbedarf nötig“

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Pro Bahn und VCD fordern den Ausbau des Platzangebots und der Anzahl der Zugverbindungen. Nur in den frühen Morgenstunden ist der Bahnhof in Babenhausen so leer.

Babenhausen - Eine Woche ist es nun her, dass der symbolische Spatenstich für die Bahnhofsmodernisierung in Babenhausen gemacht wurde. So sollen neue, erhöhte Bahnsteige künftig das Einsteigen in den Zug erleichtern und den Bahnhof barrierefrei zugänglich machen. Von Corinna Hiss 

Die neue Park&Ride-Anlage bietet zusätzlich Möglichkeiten, sein Auto abzustellen und die Fahrt auf Schienen weiter fortzusetzen. Nun meldet sich der Regionalverband Starkenburg des Fahrgastverbands Pro Bahn und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zu Wort. Die Investitionen seien gut und richtig, lautet es in einer gemeinsamen Pressemitteilung, jedoch bestünde noch weiterer Handlungsbedarf. „Die Fahrgäste nehmen das Zugangebot auf den in Babenhausen kreuzenden Bahnstrecken immer stärker an,“ sagt Pro Bahn-Sprecher Dr. Gottlob Gienger. Seine Aussage stützt er auf aktuelle Zählungen der Deutschen Bahn. Daher wirft er vor: „Das Sitzplatzangebot von und nach Darmstadt und Frankfurt in der Hauptverkehrszeit ist zu gering.“

Gerade dann, wenn die Nachfrage am größten ist, seien auf der Strecke Aschaffenburg – Darmstadt – Wiesbaden nur Züge mit zwei Wagen unterwegs. Die Folge: Überfüllte Züge, zu wenig Sitzplätze und genervte Pendler. Gerade jetzt, wenn durch den Ausbau des Bahnhofs noch mehr Menschen den Schienenverkehr nutzen sollen, reichen die zwei Wagen pro Zug nicht mehr aus. Gienger fordert daher mindestens drei Wagen zu den Hauptverkehrszeiten. Die finanzielle Verantwortung dafür liege beim Land Hessen und den Landkreisen als Besteller des Zugverkehrs. So richten sich Pro Bahn und VCD an die Bundesregierung, das Land Hessen und die hessischen Anliegerlandkreise der Bahnstrecken Eberbach – Babenhausen – Frankfurt und Aschaffenburg – Babenhausen – Darmstadt, dass sie ihren Beitrag für eine attraktive Anbindung des Babenhäuser Bahnhofs leisten sollten. Dieser wäre, mehr Sitzplätze durch zusätzliche Wagen bereitzustellen. Ein weiteres Manko sehen Pro Bahn und VCD im Fahrplan. „Er ist deutlich verbesserungsbedürftig“, findet VCD-Sprecher Uwe Schuchmann. So fährt die Regionalbahn an Samstagnachmittagen und sonntags auf beiden Strecken nur zweistündig. „Aber gerade nach Darmstadt und Aschaffenburg ist die Nachfrage größer, das zeigen die vollen Züge am Wochenende“, verdeutlicht Schuchmann.

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Der VCD Kreisverband Darmstadt-Dieburg fordert deshalb auch am Wochenende ein stündliches Zugangebot in beide Richtungen. Zudem sollten die Betriebszeiten bis 23.30 Uhr verlängert werden. Der letzte Zug fährt ab Aschaffenburg Montag bis Freitag um 20.46 Uhr, am Wochenende bereits um 19.46 Uhr. Ab Darmstadt ist es ähnlich: Dort fährt die letzte Bahn unter der Woche um 21.32 Uhr, am Wochenende schon um 19.32 Uhr. „Das wird der Ost-West-Achse nicht gerecht“, betont Schuchmann. Als Begründung führt er an, dass die Strecken zwei Oberzentren, einen Kreisverwaltungssitz und einen bedeutenden Bahnknoten verbinden.

Quelle: op-online.de

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