Falken willkommen, Tauben nicht

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Marcel Wagner bringt neue Vorrichtungen zur Taubenabwehr an den Fenstern des Glockenturms an.

Babenhausen ‐ Die einen züchten oder füttern sie, die anderen verabscheuen sie – für einige sind sie das Friedenssymbol schlechthin, für andere schlicht eine Plage: Kaum eine Vogelart ist umstrittener als die Taube. Von Niels Britsch

Nur die Mitglieder von Zuchtvereinigungen freuen sich über den Tauben-Nachwuchs, doch dort werden die Tiere aber auch entsprechend behandelt und geimpft.

Auch Christoph Kleinert, der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der evangelischen Kirchengemeinde, ärgert sich über die Tauben, die den altehrwürdigen Bau der Stadtkirche mit ihren Ausscheidungen verunreinigen. Dabei hatte man vor einiger Zeit die Fensterbänke mit sogenannten Taubenspitzen versehen – Metallspitzen, die verhindern, dass sich die Vögel dort niederlassen können. Doch das Federvieh hat sich davon nicht abhalten lassen und in den Fenstern des Glockenturms Nachwuchspläne offenbart.

In insgesamt drei Simsen haben sie sich niedergelassen und Eier gelegt, wobei mutmaßlich auch schon Nachwuchs geschlüpft ist. In den Turm selber haben sie es zwar nicht geschafft, dafür aber ihre Hinterlassenschaften: Durch Wind und Wetter habe sei der Kot durch die Fensterläden hereingetragen worden, glaubt Kleinert. Spuren des inzwischen entfernten Drecks finden sich noch an den Glocken und auf den Balken des Bauwerks. Deswegen hat der stellvertretende Vorsitzende eine Firma beauftragt, die sich auf Schädlingsbekämpfung spezialisiert hat.

Marcel Wagner ist der Fachmann, der nun dafür sorgen soll, dass der Glockenturm ein für allemal verbotenes Terrain für Tauben wird. Er ist gerade dabei, vor die Fenster ein Netz aus Gitterdraht zu spannen. Das Problem sei außerdem, dass Tauben so gut wie keine natürlichen Feinde hätten und sich deshalb ungehindert vermehrten.

Auch der Turmfalke kann nichts daran ändern, denn auf seinem Speiseplan stehen andere Tiere. Über diesen Gast freut sich nämlich Christoph Kleinert: Ein paar Meter über den unerwünschten Taubennestern hat nämlich ein Paar dieser Greifvogel-Art seinen Nistplatz eingerichtet und der Nachwuchs ist auch schon geschlüpft. Deren Ausscheidungen seien nicht so aggressiv, sagt er. Während die einen Vögel also willkommene Gäste sind, möchte man das andere Federvieh in der Stadtkirche möglichst schnell wieder loswerden.

Quelle: op-online.de

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