Hotelbranche in Babenhausen boomt

Familie Jans erweitert das Hotel „Deutscher Hof“

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Nach der Genehmigung wurde der Anbau in relativ kurzer Zeit umgesetzt. Mittlerweile ist das Gerüst weg und die Hotel-Gebäude farblich aufeinander abgestimmt.

Babenhausen - Die Hotelbranche in Babenhausen boomt. Das belegt gerade der Anbau des Hotels „Deutscher Hof“, der der Einfahrt nach Babenhausen – von der Bahnunterführung kommend – ein neues Gesicht gibt.

Junior-Chef Patrick Jans zeigt eines der Zimmer. Der „Deutsche Hof“ ist im Schnitt zu 70 Prozent ausgebucht.

Seit 1870 gibt es das Traditionshaus, 1989 wurde es von der Familie Jans erworben. Unser Mitarbeiter Michael Just hat sich mit Harry und Patrick Jans, Senior- und Junior-Chef, über die 600.000 Euro teure Investition unterhalten.

Wann wird der Anbau bezugsfertig sein?

Wir gehen von März diesen Jahres aus.

Wie viele Zimmer kommen neu hinzu und wie groß ist dann das Gesamtangebot?

Es kommen 14 Zimmer hinzu. 2013 hatten wir uns schon einmal mit zwölf Zimmern vergrößert, nachdem die Schließung des Plus-Marktes nebenan dazu die Möglichkeit bot. Ab März zählen wir dann insgesamt 44 Zimmer.

Als der Plus-Markt schloss, hatten sie zuerst andere Pläne. Aus denen wurde aber nichts.

Der Ursprungsplan sah sechs seniorengerechte Appartements vor, um für ältere, alleinstehende Babenhäuser etwas preisgünstiges zur Miete zu schaffen. Dafür bekamen wir aber keine Genehmigung.

Dafür entstanden weitere Hotelzimmer. Wie 2013 sind es ausschließlich Einzel- zimmer. Warum?

Damit werden wir der großen Anfrage von Geschäftsleuten und Monteuren gerecht, die unser Hauptklientel darstellen. Andere Bereiche, wie etwa der Tourismus, spielen keine große Rolle.

Erfüllt das neue VW-Schulungszentrum die Vorhersage, dass die Übernachtungszahlen in Babenhausen steigen?

Vom Schulungszentrum merken wir bisher kaum etwas. Da waren die Vorhersagen enttäuschend. Seit Jahren profitieren wir zunehmend davon, im Einzugsgebiet von Rhein-Main zu liegen. Die Messetermine merken wir sehr deutlich. Hier kann man sich teilweise vor Anfragen kaum retten.

Gehört das Restaurant im Haus auch zu Ihnen?

Nein, das ist als separater Betrieb vermietet.

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Wie es heißt, haben Sie bis zur Genehmigung des Anbaus einen langen Kampf ausgefochten. Stimmt das?

Eigentlich will unsere Stadt ja die Wirtschaft fördern. Gespürt haben wir das aber nicht. So stand der Anbau zuerst auf der Kippe, weil er angeblich nicht ins Stadtbild passt. Insgesamt hatten wir zwölf Termine mit dem Bauamt. Der Magistrat kam ebenfalls vorbei. Letztlich war es ein langer, schwieriger Weg, der dazu noch sehr viel Geld gekostet hat. Die Baugenehmigungen und der Architekt kamen alleine auf 60.000 Euro.

Ein Problem bei der Genehmigung soll die Zahl der vorhandenen Pkw-Stellplätze gewesen sein.

Um diese zu schaffen, mussten wir zusätzlichen Grund in der Nachbarschaft erwerben. Wir empfinden die Stellplatzordnung der Stadt Babenhausen einfach als veraltet.

Warum?

Für zwei Betten im Hotelgewerbe muss ein Stellplatz zur Verfügung stehen. Das ist insgesamt sehr hoch. Ein angegliedertes Restaurant kann dies noch vergrößern. Bei einer momentan zunehmenden Wohnverdichtung in den Städten sollten die Vorgaben abgesenkt werden, was andere Kommunen bereits getan haben. Wenn die Stellplatzordnung in Babenhausen weiterhin so hoch bleibt, wirkt sich das nicht nur für die hiesigen Hotels als Wettbewerbsnachteil aus.

Wie schwer ist die Arbeit als Hotelier in der Gegenwart?

Sie ist nicht einfach. Es gilt wie überall auf dem neuesten Stand zu bleiben. Dazu zählen, neben der Internetversorgung und begehbarer Duschen, auch Matratzen und Betten, die den aktuellen Trends und Anforderungen entsprechen. Wer da nicht mitmacht, ist sehr schnell abgehängt.

Quelle: op-online.de

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