Spargel, Gans und Sportler

Familientag: 750 Jahre Langstadt

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Unter der Leitung von Anna Grof und Dieter Haag stand der Kinderchor beim Familiennachmittag auf der Bühne. Das Fest für alle Altersklassen markierte den Auftakt von einer Reihe besonderer Veranstaltungen im Langstädter Jubiläumsjahr.

Langstadt - Mit viel Musik, Tanz und Gesang feierten die Langstädter und ihre Gäste am Sonntag einen fröhlichen Auftakt zu ihrem Jubiläumsjahr. Vor 750 Jahren wurde das Dorf zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Von Petra Grimm

Heute leben rund 1 600 Menschen auf diesem Flecken Erde und zwar gerne, wie bei der Feier zu spüren war. Dass Langstadt wohl schon mindestens seit 900 Jahren Siedlungsort ist, betonte Frank Ludwig Diehl. Der Heimatforscher, Kommunalpolitiker und Sitzungspräsident der Lengschter Fastnacht führte gemeinsam mit dem „Vereinsmensch“ Markus Metzler durch den unterhaltsamen Nachmittag. Informativ und humorvoll moderierten die beiden Langstädter Originale das Fest in der Markwaldhalle, das das Vereinsgremium auf die Beine gestellt hatte. „Bewusst haben wir keine abendliche akademische Feier, sondern einen heiteren Familiennachmittag zur Eröffnung unseres Jubiläumsjahres gewählt“, sagte Ortsvorsteher Günther Eckert. „Wir wollen unsere Kinder und Enkelkinder dabei haben, auch in der Hoffnung, dass sie in 50 Jahren zur 800-Jahrfeier einladen und sich an das Fest in diesem Jahr erinnern“. Der Reigen der kurz gehaltenen Grußworte wurde durch Beiträge der kulturtreibenden Vereine belebt, die einen Blick auf eine aktive Dorfgemeinschaft zuließen.

Es sei wichtig in die Geschichte einzutauchen und zu wissen, wo man herkommt und wo die eigenen Wurzeln sind, sagte Landrat Klaus Peter Schellhaas. Er stellte die Frage: „Was ist das Besondere in Langstadt, das andere nicht haben?“ Seine Antworten: Hervorragenden Spargel, die gute Martinsgans im Gasthaus „Zur Bretzel“, einen Olympiasieger, die beste Damen-Tischtennismannschaft in ganz Hessen und wunderbare Menschen. Dabei hob er den Langstädter Naturschützer Otto Diehl als in der ganzen Region prägende Figur hervor. „Erhalten sie sich ihr gut funktionierendes, soziales Miteinander, das ist der größte Schatz, den Langstadt hat“, so Schellhaas, der neben dem üblichen Umschlag als persönliches Geschenk mit den Langstädtern zur Erinnerung an dieses Jubiläum noch einen Baum pflanzen wird.

Zum 750-jährigen Ortsbestehen spielte der evangelische Posaunenchor, dirigiert von Michael Schließmann, ein Ständchen.

Christa Erbes, Vorsitzende des TSV und des Vereinsgremiums, betonte die gute Zusammenarbeit der Vereine bei der Vorbereitung der Jubiläumsfeierlichkeiten, die vom 23. bis 25. Juni mit einem großen Fest in der Hauptstraße und im ganzen Ortskern ihren Höhepunkt finden werden. Alle Generationen von Langstädtern sorgten am Sonntagnachmittag mit vereinten Kräften nicht nur für das bunte Programm, sondern auch für eine beachtliche Kuchentheke und die Kinderbetreuung in der Sporthalle, die idealerweise auch unter dem Dach der Markwaldhalle zu finden ist. „Es ist diese gute Ortsgemeinschaft, die Langstadt so liebens- und lebenwert macht“, sagte Erbes. Dieser Aussage schlossen sich weitere Festredner, darunter Bürgermeister Joachim Knoke, Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm und der neue evangelische Pfarrer Philip Messner an. Der Bürgermeister lobte die offene, freundliche Stimmung, die ihm in Langstadt immer begegne. Wie prägend Veranstaltungsbesuche im Ort sein können, zeigte eine Bemerkung des Pfarrers. Seit er auf der Fastnachtssitzung war, singe er das Lied „Langstadt helau“ immer beim Autofahren. Das er jetzt möglicherweise einen neuen Ohrwurm hat, dafür sorgte eine sangesfreudige Truppe, die den Ortsvorsteher beim Singen des „Lengschter Liedes“, das Irmgard Schmidt vor viele Jahren geschrieben hat, unterstützte. Neben den hervorragenden Sportlern, darunter die in der 2. Bundesliga spielende Damen-Tischtennismannschaft des TSV und Vico Merklein, der bei den Paralympics in Rio Gold holte, kann der Ort auf weitere Aushängeschilder stolz sein. So erhielt der rund 40 kleine Sänger zählende Kinderchor, ein Kooperationsprojekt der Grundschule und des Gesangvereins Liederkranz, viel Applaus.

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Unter der Leitung der Musiklehrerin Anna Grof und des Dirigenten Dieter Haag begeisterten die Kinder nicht nur mit ihrem temperamentvollen Vortrag, sondern auch mit ihrer spürbaren Freude an der Musik. Der evangelische Posaunenchor, dirigiert von Michael Schließmann, zwei Klarinetten-Ensembles, der Kirchenchor, der Männerchor des Gesangvereins – verstärkt durch zahlreiche ehemalige Sänger – und verschiedene Tanzgruppen aus der TSV-Karnevalsabteilung standen für ein lebendiges Dorf auf der Bühne, in dem jeder Bürger ganz offensichtlich seine unterschiedlichen Talente und Leidenschaften nach Lust und Laune ausleben kann.

Quelle: op-online.de

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