Fanfaren in malerischer Kulisse

+
Die Reiterlichen Jagdhornbläser Maingau mit Petra Palm-Hantke.

Babenhausen - Jagdhornbläser aus dem ganzen hessischen Raum sorgten im historischen Stadtzentrum für ein fulminantes Ereignis: Gemeinsam intonierten 110 Musiker aus Hörnern und Fanfaren die „Jagdfanfare“. Von Ursula Friedrich

Es war der Höhepunkt des über zweistündigen Stelldicheins auf dem malerischen Marktplatz. Zum ersten Babenhäuser „Tattoo“ - es handelt sich hier nicht um eine Körperbemalung, der Begriff stammt aus dem englischen und bedeutet „Zapfenstreich“ - kamen bei sommerlicher Hitze viele Besucher, die den historischen Platz belagerten.

Erlebnis für Auge und Ohren: das erste „Tattoo“ in der Altstadt.

Bei kühlen Getränken, deftigen Worschtweck und süßen Kuchen fieberte das Publikum den Akteuren entgegen. Trotz Hitze, mächtiger Uniformen und dicker Jagdröcke ging es musikalisch im munteren Jagdgalopp durch das Programm. Soli und gemeinsam intonierte Jagdsignale zauberten trotz des Sommerwetters Gänsehaut auf die Unterarme. Doch wo sonst, als in der Reiterstadt Babenhausen, hätte eine solches Konzert größere Berechtigung?. „Wir wurden auf der Pferdemesse Equitana von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung mit dem Prädikat Reiterstadt ausgezeichnet“, teilte Bürgermeisterin Gabi Coutandin mit – zu ihren vierbeinigen Bürgern zählen über 600 Rösser.

Neben Hörnerklang boten die unterschiedlichen Abordnungen einen modischen Exkurs durch die historische und aktuelle Jagdbekleidung. „Die Herren tragen einen roten Rock, damit man sie bei der Jagd im Fall eines Sturzes wieder findet“, erläuterte Moderator Rolf Kreisel – und suggerierte sogleich die Frage, warum die Damen in schlichtes Schwarz gekleidet wurden.

Historischer Exkurs

Ein lokalhistorischer Exkurs ließ in den Musikpausen keine Langeweile aufkommen: Ins finstere Mittelalter entführten Stadtknecht Burkhard Schimpf und Hexenmeisterin Ute Wittenberger. Man durfte zwar kostenlos nach Babenhausen einreisen, doch vor dem Verlassen musste Pflastergeld gezahlt werden“, erläuterte der kostümierte Wächter.

Auf dem historischen Pflasterbelag machten moderne Verkaufsstände das Angebot am Sonntag komplett. Erstmals ergab sich die Chance, die neue CD der Reiterlichen Jagdhornbläser Maingau zu erwerben. Die 16 Bläser aus der Region haben in Babenhausen nicht nur ihre musikalische Heimat. Leiterin Petra Palm-Hantke hob das Babenhäuser Tattoo außerdem aus der Taufe. „Es war mein Traum“, so die musikalische Leiterin, die angesichts des schönen Erfolgs an weitere Veranstaltungen glaubt. Allerdings sei der Aufwand hoch. Allein die Vorbereitungen zum schönen Abschluss mit 110 Musikern waren schwierig, da angesichts der weiten Entfernungen zwischen den Gruppen niemals gemeinsam geprobt wurde.

Dass dennoch aus dieser Vielfalt ein harmonisches Ganzes entstand ist der Telekommunikationstechnik zu verdanken. Bevor ein Stück einstudiert würde, würde es gesungen, erklärte Petra Palm-Hantke. So übten die Bläser singend, via Telefon und Konferenzschaltung.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare