Die Fantasie der Besucher anregen

Ausstellung „Jahreszeiten“ von Ine Reichart geht zu Ende

+
Auf den ersten Blick sehen die Gemälde von Ine Reichart aus, als wären es wirre Zeichnungen. Doch wenn man genauer hinschaut, sieht man beispielsweise Eiskristalle.

Babenhausen - Unter dem Motto „Jahreszeiten“ stellt Künstlerin Ine Reichart derzeit einige ihrer Werke in der Babenhäuser Sparkasse aus. Als Höhepunkt steht am kommenden Dienstag, 21. November, die Finissage an. Von Lars Herd

Insgesamt 17 Gemälde stellt die Harreshäuser Hobby-Künstlerin Ine Reichart derzeit in der Babenhäuser Sparkasse aus. Seit dem 1. November sind ihre Kunstwerke zu den Öffnungszeiten dieser zu bewundern. Passend zum Übergang von Herbst auf Winter hat sie sich das Thema „Jahreszeiten“ ausgesucht. Doch wie erkennt man Jahreszeiten in Gemälden, in denen in erster Linie keine klaren Motive zu sehen sind? „An den Farben“, erklärt Reichart. So steht ein kräftiges Rot für den Sommer, bunte Mischungen aus Braun, Orange und Gelb kennzeichnen die Herbstbilder, helles Blau steht für den kalten eisigen Winter und Grün gemischt mit hellen Farben bedeuten den Frühling.

Überhaupt malt Reichart gerne Bilder, die verschiedene Stimmungen ausdrücken, in der Regel haben diese dann auch mit der Natur zu tun. Dort sammelt sie auch ihre Ideen, meist in und um Babenhausen herum. Doch bis sie diese auf die Leinwand gebracht hat, können sie sich noch einmal komplett geändert haben. „Während ich male, verändert sich alles noch. Das ist wie im Leben. Ich wische etwas weg oder male mit einer anderen Farbe darüber“, erklärt sie. Auch Kleister, Sand, Stoff, Kreiden, Pigmente oder Holz verarbeitet sie in ihren Bildern. So entstehen auch verschiedene Farbmischungen und Schichten, die man gewollt gar nicht oder nur schwer hinbekommt. Durch die Mischungen entstehen meist keine „klaren“ Motive, sondern eher wild wirkende Abbildungen – doch dahinter steckt eben doch ein Konzept. „Das lässt viel Raum für Interpretationen“, sagt die in Bayern geborene Reichart, „ich möchte damit auch die Fantasie der Besucher anregen.“ Die Fantasie regt sie aber nicht nur mit ihren Gemälden an, sondern auch damit, dass sie die Namen der Kunstwerke nicht offensichtlich platziert. „So kann man sich selbst einen Namen überlegen. Vielleicht passt der ja sogar besser als der, den ich ausgesucht habe.“ Neben Objekten aus der Natur, wie Straßenbäume, Wiesenstücke oder einfach ein zugefrorener Teich, malt sie auch gerne Tiere, meist Kühe oder Katzen. „Ich möchte mich nicht auf bestimmte Motive festlegen“, sagt sie dazu.

Starker Kontrast, das linke Bild repräsentiert mit seinen kräftigen Farben den Sommer, das rechte wohl eher den Frühling.

Seit etwa 40 Jahren wohnt sie in Harreshausen, seit 2001 malt sie im eigenen Atelier in der Babenhäuser Kernstadt, dort hat sie Platz für ihre meist großformatigen Bilder und kann ungestört arbeiten. „Es ist immer wieder spannend, meine eigenen Bilder bei Ausstellungen in einem neuen Umfeld zu sehen. Oft werde ich durch die Gespräche mit den Besuchern zu neuen Bildern angeregt“, so Reichart.

Doch sie ist noch nicht immer Künstlerin, eher hat sie sich schon immer viel mit Kunst beschäftigt. Nach dem Studium der Anglistik und Romanistik in München war Reichart einige Jahre im Schuldienst und viele Jahre in der Erwachsenenbildung tätig. Durch zahlreiche Kurse und Seminare bildete sie sich immer weiter fort. „Gegenstandlose Malerei“ hieß ein Kurs, der von einem Aschaffenburger Maler angeboten wurde. Das reizte sie. Fünf Jahre lang hat sie mit diesem Maler gearbeitet. Danach folgten Kurse und Seminare an diversen Malschulen und Kunstakademien. Es fiel ihr zunächst nicht ganz leicht, auch Gegenständliches in ihre Malerei mit einzubeziehen. Von 1993 bis 1998 nahm sie Unterricht in freier Malerei bei Dieter Wolthoff in Aschaffenburg, von 1999 bis 2012 bildete sie sich unter anderem am Städel-Institut in Frankfurt weiter. Seminare an den Kunstakademien in Bad Reichenhall und Augsburg folgten.

Nacht der Lichter in Babenhausen: Bilder

Seit 2001 hatte sie zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen unter anderem im BMW-Haus Hösbach, Buntsteinbogenhaus Obernburg, Rathaus Babenhausen, Flugsportclub Aschaffenburg, im Naturwissenschaftlichen Museum in Aschaffenburg, im Centre Culturel der Babenhäuser Partnerstadt Bouxwiller, auf der Burg Schönfels der Partnerstadt in Lichtentanne, im Michelbacher Schlösschen Alzenau und bei den Kunst- und Kulturtagen in Babenhausen.

Zum Höhepunkt von Reicharts Ausstellung kommt es am kommenden Dienstag, 21. November. Dann steht die Finissage an. Los geht’s um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Neben einem Sektempfang und kleinen Häppchen, soll ein musikalischer Auftritt den Abend abrunden. Die Opernsängerin Katja Boost soll auftreten – mit Unterstützung von ihrer jungen Tochter Mina an der Posaune. Außerdem wird Vincent Knüppe sie am Klavier begleiten. Doch auch nach der Finissage ist die Ausstellung noch ein paar Tage in der Babenhäuser Sparkasse, Platanenallee 33, zu sehen. Letzter Ausstellungstag ist Freitag, 24. November.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare