Fantasie zu Papier gebracht

Ihre Ergebnisse präsentierten die Schüler der Schreibwerkstatt an der Offenen Schule. 18 Schüler der fünften Jahrgangsstufe machten sich Gedanken zum Thema „Afrika“ und entwickelten daraus spannende und fantasievolle Geschichten. In der Schreibwerkstatt kommen Gymnasial- und Förderstufenschüler zusammen, so dass diese AG zusätzlich eine integrierende Aufgabe mit Blick auf das Schulkonzept übernimmt.Foto: Just

Babenhausen - (mj) „Viele Schüler brauchen erstmal einen Impuls, um ihre kreative Schreibader zu entdecken“, erzählt Wolfgang Seidl, Fachsprecher für Deutsch an der Offenen Schule. Mit ihrer Schreibwerkstatt hat Schule ein Angebot geschaffen, das Schüler helfen und bewegen soll, ihre Fantasien zu Papier zu bringen.

Das geschieht freiwillig in einer hochmotivierten AG der fünften Jahrgangsstufe, die sich mehrmals im Schulhalbjahr trifft und dabei ein Thema ausarbeitet. Jetzt ging die fünfte Schreibwerkstatt mit einer Präsentation der insgesamt 18 Arbeiten zu Ende.

Um den Kindern eine nachhaltige Hilfestellung zu geben, bekommen sie jedes Jahr einen professionellen Autor an die Hand. In diesem Jahr war Sylvia Schopf zu Gast, die für ihre Kinderbücher und Theaterproduktionen bekannt ist. Zusammen mit den Schülern legte die Frankfurterin das Thema „Afrika“ fest.

Zu Beginn des Projekts hatte Schopf unter einer großen Decke zahlreiche Gegenstände vom Schwarzen Kontinent, darunter eine Maske, einen Hocker, eine Trommel oder eine Kalebasse, verstaut. Jeder „Schulschreiber“ durfte einen Gegenstand ziehen, der als Aufhänger für seine Geschichte diente. Zu Westafrika hat Schopf einen besonderen Bezug: „Andere pilgern nach Santiago de Compostela, ich nach Burkina Faso“, sagt sie. Neunmal war die Schriftstellerin bereits in dem westafrikanischen Land, das sie als „Faszinosum“ bezeichnet. Von dort bringt sie regelmäßig Themen für ihre Bücher oder Rundfunksendungen mit, auch eine Recherche für einen Kriminalroman gehörte bereits dazu. Wie sie anführt, sei Afrika bei den Schülern bereits mit einer Reihe von positiven und negativen Vorurteilen behaftet. „Für mich ist die Schreibwerkstatt nebenbei auch der Versuch, ein paar andere Ideen zu Afrika zu geben.“ Allerdings habe sich dies im Internet als nicht einfach erwiesen. So wollte man per Internetrecherche die kulturelle Bedeutung von Masken in Burkina Faso klären. „Leider sind die Schüler immer wieder auf Shops, Kaufoptionen oder Touristik-Sachen gestoßen“, erzählt Schopf. Von den Ergebnissen der Schreibwerkstatt zeigt sich die Schriftstellerin aber trotzdem begeistert: „Da sind tolle und spannende Geschichten entstanden“. Dafür stünden Titel wie „Der Tierretter“, „Die gestohlene Trommel“ oder „Der goldene Mann“. Dass viele Geschichten ins Fantastische gehen, sieht sie als normal und faszinierend zugleich. Bestes Beispiel sei die Geschichte um ein Paar verwunschener Flip-Flops, die magische Kräfte besitzen und wilde Tiere anziehen.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse der Schreibwerkstatt waren alle fünften Jahrgangsstufen eingeladen. Die Jungautoren lasen ihre Geschichten kurz an, um ihre Mitschüler neugierig auf die Werke zu machen. In der Bibliothek liegen mehrere gebundene Ausgaben unter dem Titel „A...wie Afrika“ aus, in denen alle Geschichten zusammengefasst sind und nochmal in Ruhe nachgelesen werden können.

Quelle: op-online.de

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