Notfallausrüstung für Narren

Die Langstädter Tanzgruppe Kult trat bei den Nachbarn auf - und hob ab. -  Fotos (2): Petra Grimm

Harpertshausen - Von ganz besonderem Flair war die Sitzung des Roten Kreuz in Harpertshausen geprägt. 183 Narren quetschten sich Samstagnacht ins DRK-Heim, um gemeinsam zu feiern und Spaß zu haben. Von Petra Grimm 

„Wir konnten beim besten Willen nicht noch mehr Stühle reinstellen“, sagte Anja Kratz mit zufriedenem Blick in den ausverkauften Saal. Sitzungspräsident Jürgen Sauerwein, unterstützt von seinen Zeremonienmeisterinnen Kim Rosenthal und Lena Schnur, managte die traditionelle Sitzung wieder souverän und mit trockenem Humor.

Zu Beginn des Programms, das eine gelungene Mischung aus flotten Tänzen, Büttenreden und Stimmungsliedern bot, forderte er die Fastnachter an den langen Tischenreihen auf, sich miteinander bekannt zu machen. Dann startete das närrische Potpourri, das ausschließlich von ehrenamtlichen Jecken geboten wurde, darunter viele DRKler. Speziell waren auch wieder die Orden, die verteilt wurden. Anja Kratz und Nicole Wagenknecht hatten sie kreiert. In kleinen Stoffsäckchen war eine Notfallausrüstung für Fastnachter eingenäht. Sie bestand aus Magentee, Vitamin-Brausetabletten, zwei Traubenzucker und einer Gesichtscreme, mit der am nächsten Morgen die Spuren der Nacht bekämpft werden können.

Das närrische Zepter schwingt

Neben dem Babenhäuser Prinzenpaar Nadine I. und Michael III. aus dem Hause Kattner und ihrem Hofmarschall Roland Keil, beehrte auch das Prinzenpaar aus Froschhausen die DRKler und ihre Gäste. Die Erklärung für diesen nicht üblichen Tollitätenbesuch war, dass der Harpertshäuser Metzger und Partyservice-Betreiber Klaus Lautenschläger gemeinsam mit Doro Werner aus Froschhausen als Klaus II. und Doro I. dort das närrische Zepter schwingt. Ehrensache, dass er in dieser Funktion auch seinen Heimatort besuchte und seine Prinzengarde tanzen ließ.

Nicole Wagenknecht trat als Fahrschülerin auf.

Für Tänze waren außerdem die Langstädter Gardemädchen, die Tanzgruppe Kult vom TSV Langstadt und die Mittlere Garde aus Sickenhofen im Einsatz. Einen ausgefallenen Showtanz bot die Harpertshäuser Tanzgruppe, deren Akteure als Zombies auf der Bühne zum Leben erweckt wurden. Auch das Männerballett „Die glorreichen Acht“ enttäuschte seine Fans nicht. Als Samba-Tänzerinnen, bauchfrei und mit kurzem Rock, schwebten sie zum Thema „Brasil“ über die Harpertshäuser Bühne. Die ist aus Einzelelementen zusammen gebaut und nicht allzu groß ist und stellt deshalb wohl für alle Tanzgruppen eine besondere Herausforderung dar, die aber wieder hervorragend gemeistert wurde.

Als Protokollerin war Simone Kühnle als Schelle-Kall wie gewohnt in der Bütt. Da der Magistrat der Stadt lediglich einer Minimalsanierung der Toiletten im DRK-Heim zugestimmt habe, bat sie die Anwesenden um Sachspenden in Form von Armaturen oder Klopapier, die bei Ortsvorsteher Kurt Kratz abgegeben werden können.

Jede Menge Witze fürs Publikum

Als „schönster Mann im Ort“ sang Adam Knöpp mit seiner Quetschkommode unter anderem das Lied von der Fleischworscht. „Ich stemm die Fleischworscht mit einer Hand, drum bin ich überall als Worschtathlet bekannt“, schmetterte er zur Freude des Publikums. Auch die Gullions (Karsten Kratz und Bernd und Jürgen Sauerwein) sind mit ihren Stimmungsliedern aus der Harpertshäuser Fastnacht nicht weg zu denken. Tobias Brusch, der in der Bütt als Bauherr für Gelächter sorgte, bot von Karsten Kratz am Klavier begleitet auch närrische Lieder. So wird sein Song über die Vorteile der Eigen-urin-Behandlung wohl manchem in Erinnerung bleiben. Aus der Bütt wurden jede Menge Witze ins Publikum gefeuert. So war der Babenhäuser Ralf Knöpp als Allroundsänger im Einsatz und gab so manche Weisheit zum Besten: „Man hat erst dann genug Alkohol getrunken, wenn die Mücken an der Einstichstelle kotzen müssen.“

Als Fahrschülerin unterhielt Nicole Wagenknecht den Saal. Sie hat in ihren 111 Fahrstunden einiges gelernt: „Die Kupplung ist das linkeste Gaspedal“. „Zwo Tratsch-weiber“ gaben das Mutter-Tochter-Gespann Ingrid und Simone Kühnle. Und als junge Tenöre waren Felix Mainka, Renee Sauerwein und Amadeus Thomas zu bewundern. Sie ließen zur Musik und mit ihren Füßen in Ski-Schuhen auf dem Boden befestigt, ihre Körper in alle Richtungen schwingen. Ein toller Effekt, der für viel Applaus sorgte. Um halb fünf am nächsten Morgen schlossen die letzten Partygäste das DRK-Heim ab.

Quelle: op-online.de

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