Fastnacht beim SKV

Von Bauchredner bis Zwiegespräch

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Die SKV-Purzelgarde begeisterte das bestgelaunte Publikum als Marienkäfer.

Sickenhofen - „Lasst es krachen“, rief SKV-Sitzungspräsident Bernd Gelzleichter in den ausverkauften Saal und forderte die über 260 Gäste auf, von ihren karnevalistischen Grundrechten Gebrauch zu machen. Von Petra Grimm

Das ließen sich die Narren, die aus der ganzen Umgebung angereist waren, Samstagnacht nicht zweimal sagen. Sie schunkelten, sangen mit und ließen vor Begeisterung Raketen steigen, als gäbe es keinen Morgen mehr.

Die aufwändig geschmückte Friedel-Wiesinger-Halle war wieder Schauplatz einer unterhaltsamen SKV-Kostümsitzung, die jede Menge humoristische Höhepunkte und tolle Tänze der vereinseigenen Garden bot. Eine Mischung aus bewährten Nummern und ganz Neuem erwartete die kostümierten Gäste, unter ihnen auch Bürgermeisterin Gabi Coutandin, die die Gäste mit einer kurzen Büttenrede ebenfalls begrüßte. Auch das CVB-Prinzenpaar, Nadine I. und Michael III. aus dem Hause Kattner, gab sich mit einer Ansprache die Ehre.

Zu viele Ausfälle bei Großer Garde

Nicht ganz freiwillig, aber mit viel Sinn für Humor sorgten die beiden Sickenhöfer Wilfried Wiesinger und Karin Schürger für feuchte Augen im Saal. Bauchredner Magic Charles, alias Olaf Scharlemann, der eine gelungene Premiere auf der Sickenhöfer Bühne feierte, hatte die beiden aus dem Publikum herausgefischt und auf die Bühne geholt. Sie mussten ihm bei seiner Nummer assistieren. Oder besser gesagt, sie waren die Show. Immer wenn er ihre Hand drückte, sollten sie ihren Mund öffnen und schließen. Dazu legte er ihnen mit dem Bauch redend Worte mit sehr hoher oder tiefer Stimme in den Mund, ließ sie schreien und jodeln. So plapperten und sangen die beiden, dirigiert vom Bauchredner, jede Menge Unsinn. Ein Klamauk, der gut ankam.

Von den sechs SKV-Garden waren in diesem Jahr lediglich fünf zu bewundern. „Die Große Garde hatte wegen zu vieler Ausfälle keinen Tanz einstudieren können“, sagte die SKV-Vorsitzende Sandra Gelzleichter.

Ein schmissiger Gardetanz und fantasievolle Showtänze in tollen Kostümen waren Garant für beste Unterhaltung. Ein Aufschrei vor Entzücken ging durch den Saal, als die kleinen Marienkäfer der Purzelgarde sich auf der Bühne formierten. Diese Tanzgruppe mit fünf- bis achtjährigen Mädchen ließ die Herzen der Zuschauer höher schlagen. Auch die Kleine Garde, die nächste Altersklasse mit Mädchen bis 13 Jahren, begeisterte mit ihrem Tanz als Matrosen.

Ehrengarde stürmisch bejubelt

Der Münsterer Lothar Pistauer kam als Krankenschwester in Sickenhofen närrisch rüber.

Als Skelette im Tüllrock warfen die Tänzerinnen der Mittleren Garde ihre Beine. Besonders gut angekommen ist die Show der Starletts als Candygirls. Mit großen Lutschern in der Hand und Süßigkeiten-Attrappen auf ihren Korsagen befestigt zeigten sie einen schwungvollen Tanz. Ebenfalls stürmisch bejubelt wurde die SKV-Ehrengarde, die als Dschungel-Amazonen mit Federkopfschmuck und in Tigerleggins eine tolle Figur machte. Das Sickenhöfer und das Harreshäuser Männerballett brachten die Bühnenbretter zum Beben. Für bebende Zwerchfelle waren verschiedene Büttenredner im Einsatz. Darunter bekannte Vollblutfastnachter, wie Lothar Pistauer aus Münster, der als Krankenschwester für hohen Puls und Herzrasen sorgte. Beliebte Gäste auf der SKV-Bühne sind die beiden Eppertshäuser Lutz Murmann und Klaus Müller, die im Zwiegespräch als Alma und Mariechen wieder ihr karnevalistisches Talent bewiesen.

Mit einem Rollator mit Navigationssystem und der Senioren-Bravo unterwegs, feuerten sie ihre schrägen und oft zweideutigen Gags ins närrische Volk. Rita und Roland Spychalla aus Obertshausen traten als Marionette und Puppenspieler auf. Für zwei humoristische Höhepunkte sorgten Comedy-Star Woody Feldmann aus Griesheim, die wieder bejubelt wurde, und die beiden Dieburger Playback- und Travestiekünstler Wolfgang Brandt und Stefan Ludwig. Sie brachten den Saal mit ihrem Kreisfeuerwehrfest, bei dem jede Menge bekannte Schlagerstars auftraten, routiniert zum Kochen. Wie man mit Blasinstrumenten einen Saal rockt, zeigten die Münsterer Hinnergassebuwe.

Für Sandra Gelzleichter wird es wohl die letzte Sitzung als Vorsitzende des SKV sein. Denn sie wird bei der im März anstehenden Vorstandswahl, ebenso wie ihre Stellvertreterin Astrid Hartmann, nicht mehr antreten. „Ich war zehn Jahre lang Vorsitzende und auch schon vorher im Vorstand des SKV. Da wird es Zeit, dass jemand neues das Ruder übernimmt“, erklärt sie ihren Entschluss.

Auch ihr Ehemann Bernd Gelzleichter, der in den zurückliegenden fünf Jahren, einen angenehm unaufgeregten Sitzungspräsidenten gab, wird sein Amt niederlegen. Nachfolger für die drei wichtigen Posten sind noch nicht in Sicht. „Aber junge Leute haben wir im Verein genug. Jetzt muss sich nur jemand trauen, auch Verantwortung zu übernehmen“, sagte die Vorsitzende. Das närrische Volk hat sich gut amüsiert und die Lichter in der Halle gingen erst um fünf Uhr früh aus.

Quelle: op-online.de

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