Umzug durch Babenhausen

Eine Tonne Bonbons für die Narren

Viel gute Laune verbreiteten die zahlreichen Jecken beim 59. Babenhäuser Fastnachtsumzug. 

Babenhausen - Tausende Narren legten am Faschingsdienstag die Innenstadt lahm, um im Endspurt der fünften Jahreszeit den 59. närrischen Fastnachtsumzug zu feiern. Von Ursula Friedrich

Der bunte Lindwurm wand sich knapp drei Stunden lautstark durch die Straßen der Gersprenzstadt bis zum Rummelplatz an der Stadthalle. In Konfettiregen, Bonbonhagel und mit dreifach donnerndem „Babenhausen Helau“ sprang der närrische Funke rasch aufs Publikum über. Dort machten die Narren mit phantasievollen Kostümen so manchem Akteur des Fastnachtsumzugs Konkurrenz.

Zugmarschall Helmut Fendt und seine Helfer vom Gremium der Babenhäuser Vereine hatten diesmal 51 Zugnummern rekrutiert – knapp 1 000 Menschen formierten sich zum Umzug. „Im Gegensatz zu letztem Jahr haben wir wieder einen bunten Umzug mit vielen Teilnehmern“, freute sich der Vorsitzende des Babenhäuser Ortsvereinsgremiums.

Sogar die Tollitäten des benachbarten Aschaffenburg kamen standesgemäß hoch zu Wagen. Das Prinzenpaar, Alfred I. und Marie Christin I. mit den Pagen Mario Parr und Tanja Laub gaben sich samt Komitee und Garde die Ehre. Narrengott Jokus hatte bei seiner Straßenfastnachtsparty sogar Petrus auf seiner Seite, der bestes Fastnachtswetter bescherte.

Open-Air-Faschingsfete

„Babenhausen Helau!“ schallte es durch die Gassen.

Anlieger der Umzugsstrecke nutzten die Gelegenheit, Haus und Hof zu öffnen und hier eine Open-Air-Faschingsfete zu feiern. Die vielen Fußgruppen, überwiegend aus der hiesigen Vereinswelt, hatten sich inspirieren lassen und suchten einander mit pfiffigen Ideen und tollen Kostümen zu übertrumpfen. Immerhin lockten auch diesmal Pokale für die beste Fußgruppe und den schönsten Motivwagen. Die Gersprenzratten kamen als (Ordnungs-)Hüter der Knöllchen, Ampeln und Blitzanlage daher, der CCH Harreshausen als wandelndes Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel, die SKV-Garde als Candy-Girls, die TVB-Schwimmer als Fische und die Freiwillige Feuerwehr Babenhausens hatte einen Feen-Gutsjen-Regen-Motivwagen zusammengezimmert.

Beschallt wurde der Babenhäuser Narrenwurm von fünf Blaskapellen und Musikzügen. Während die Brauerei Michelsbräu als örtlicher Produzent des Gerstensaftes reichlich Freibier ausgoss, schleppten Kinder jede Menge Süßigkeiten von dannen. Rund eine Tonne Bonbons hagelte es auf die kleinen Jecken.

Närrische Treiben verlagert sich in Gaststätten

Mehrere Stunden lang legten die Narren ihre Stadt lahm, an der Stadthalle pulsierte die Narrenparty noch lange. Zugmarschall Helmut Fendt prämierte hier die schönsten Motivwagen und Fußgruppen. Das närrische Treiben verlagerte sich schließlich in zahlreiche Gaststätten, wo die letzten Stunden der fünften Jahreszeit ausgelassen gefeiert wurden. Für den Straßenkarneval reservierten die Narrenscharen den historischen Marktplatz.

Die Fußgruppen zeigten bunte und ausgefallene Kostüme.

Bei der Prämierung der schönsten Gruppen plagte die fünfköpfige Jury die Qual der Wahl. Den Sieg bei den Motivwagen trug schließlich die Freiwillige Feuerwehr Babenhausen davon. Ihre gigantische „Gutzje-Fee“, Werk vieler Arbeitsstunden und jeder Menge Pappmaschee, erhielt den Wanderpokal. Zweiter wurde der Gesangverein Eintracht, die als wilde Wikingerhorden mit Musikwagen daherrollten. Auf Platz drei landete der Jubiläumsmotivwagen der SG Rot-Weiss.

Prächtige Kostüme, pfiffige Ideen und tolle Schminke – das zeichnete die fast 40 teilnehmenden Fußgruppen aus. Den Sieg trugen die kunterbunten Narren des Reitvereins davon, die ausnahmsweise zu Fuß daherkamen. Löwenmähne und lange Krallen – die Zweitplatzierten von Queerbeet Babenhausen gingen als Struwwelpeter. Platz drei ging an die munteren Kätzchen des TV Sickenhofen und die wüsten Gersprenz-Wickinger des Gesangsvereins Eintracht schafften es auf Platz vier. Die tanzwütigen Clowns der Gruppe Rothermel eroberten Rang fünf.

„Narren und Tiere, ein jeder lacht, bei der Babenhäuser Fassenacht“, war die Losung des CCH Harreshausen, der auf Platz sechs landete.

Eiszeit war das Motto der kalten Ladies – die Hausfrauen des CVB wurden siebte. Die Ehrengarde des SKV Sickenhofen war als Dschungelamazonen kaum wieder zu erkennen – sie kamen auf Platz acht. In kesse Cheerleader hatte sich die Aerobicgruppe des TSV Langstadt verwandelt – sie landeten auf Platz neun.

Quelle: op-online.de

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