52 Zugnummern schlängeln sich durch die Kernstadt

Babenhäuser Fastnachtsumzug: Gute-Laune-Virus freigesetzt

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Die Garde-Mädchen des TSV Langstadt hatten sich bestens auf das wechselhafte Wetter vorbereitet.

Babenhausen – Im Endspurt der närrischen Jahreszeit ging es am Fastnachtsdienstag auf die Straße. 52 Zugnummern bot der 64. Babenhäuser Fastnachtsumzug auf. Von den Ausläufern des Tiefdruckgebiets ließ sich hier keiner die Stimmung vermiesen.

Pyrotechniker Uwe Kloos gab mit drei Böllerschüssen das Startsignal – dann gab es kein Halten mehr. Sturm hin, Regen her, der Bawwehaiser Fastnachtsumzug legte pünktlich ab. Viele der Teilnehmer trugen die Regenhaut überm Kostüm – doch die gute Laune ließ man sich vom Regen nicht verhageln. Rund drei Stunden wogte der närrische Lindwurm unter Regie des Gremiums der Vereine durch die Straßen. Bonbons, Popcorn, Gummibärchen flogen wild durch die Lüfte. An den Hotspots, etwa der TVB-Halle, drängten sich die Narren, an lichteren Straßenrändern hatte das fiese Wetter manchem Zuschauer wohl die Teilnahme vermiest.

Zugmarschall Helmut Fendt hatte schon tags zuvor, als mehrere südhessische Umzüge wegen des Sturmtiefs abgeblasen wurde, die Parole ausgegeben, Ruhe zu bewahren. Babenhausen, vor drei Jahren leidgeprüft, als man wegen Sturms absagen musste, war diesmal auf der Gewinnerseite.

Und das Gute-Laune-Virus hatten die gut gelaunte Teilnehmer allesamt freigesetzt. Vier Kapellen, 13 (Motiv-)Wagen und gut drei Dutzend Fußgruppen machten das Straßenpflaster zur närrischen Feierzone. „Die Traurigkeit bleibt zuhaus", heute lassen wir die Sau heraus!“ – das Umzugsmotto der Freiwilligen Feuerwehr durfte man generalisieren. Vereine und Gruppen aus der Kernstadt und den Ortsteilen mischten mit – und auch der ein oder andere Gast aus den Nachbarkommunen. All das ergab ein quirliges Potpourri wild entschlossener Narren, den letzten Tag der fünften Jahreszeit toll zu feiern.

Die Reiter tanzten auf der Straße Flamenco, die Gersprenzratten kamen als Eichhörnchen, die „Wilde 13“ als Mumien und ägyptische Schönheiten. Aus Langstadt waren Stars und Sternchen (TSV) gekommen, vom CVB „Venezianische Uffbasser“ und süße Candygirls, Indianer und Geisterpiraten aus Sickenhofen (SKV), ein Zirkusensemble vom TV Hergershausen und vom CCH Harreshausen allerlei Meeresgetier. Auf politische Schelte wurde diesmal verzichtet – Lokalpolitiker konnten durchatmen.

Besonders tüchtig: Die Reservekanister, diesmal eine wilde Wikingerhorde, die gut ein halbes Jahr am mitgeführten Boot werkelten. Bei so viel Esprit, originellen und aufwendigen Kostümen, verzichtete man erstmals auf die Prämierung der Gruppen – die Wahl der Schönsten viel ach zu schwer.

Mit im Boot war die Stadt als Förderer der Bawwehaiser Fastenacht. Nicht nur für Beschallung, Absperrung und Straßenreinigung wurde Personal aufgeboten, diesmal gab es wieder Bares. Waren die Narren (wie alle übrigen Vereine) in den Zeiten ohne genehmigten Haushalt leer ausgegangen, gab es diesmal einen Zuschuss.

Fastnachtsumzug in Babenhausen: Fotos

Die 1 500 Euro investierte das Vereinsgremium in Wurfmaterial, das im Vorfeld verteilt wurde. Freilich flog da noch vieles mehr, von Popcorn über Chips, Gummibären, Schokoriegel und Bonbons hagelte es zentnerweise Süßes und Knabberzeug. Zu guter Letzt hatten die Narren gar den Regen mit der guten Laune vertrieben und die Sonne lugte hinter den Wolken hervor. (zah)

Quelle: op-online.de

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