2,6 Tonnen Süßigkeiten unters Narrenvolk gebracht

Fastnachtsumzug Babenhausen: Wettstreit der Kreativen

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„In unserer Hall da kanns jetzt brenne, mir brauch net mehr raus zu renne!“ – die Hallenschließungen in Sickenhofen und Hergershausen waren Thema auf dem Fastnachtsumzug.

Babenhausen - Im Endspurt der fünften Jahreszeit waren die Narren in Babenhausen nicht zu halten. Mehrere Tausend Besucher säumten die Straßenränder der Gersprenzstadt, um den 62. Von Ursula Friedrich 

Babenhäuser Fastnachtsumzug mitzuerleben – viele pendelten von außerhalb ein, um den letzten närrischen Tag auszukosten. Zum Bonbonhagel gesellten beim 62. Babenhäuser Fastnachtsumzug zu guter Letzt zwar ein paar Regentropfen, doch weder Zugteilnehmer noch närrisches Publikum ließen sich davon die gute Laune am Fastnachtsdienstag vermiesen – schließlich hatte der launische Wettergott im Jahr zuvor, für den Ausfall des gesamten Umzugs gesorgt.

Ein Trupp Indianer ließ es sich nicht nehmen, dem närrischen Treiben beizuwohnen.

59 Zugteilnehmer stark wogte der närrische Lindwurm gut zweieinhalb Stunden lang durch die Straßen. Das tolle Aufgebot mehrere Hundert Zugteilnehmer lag im kreativen Wettstreit um die phantasievollsten Kostüme und Motivwagen. Für Babenhausens Narrenschar bot die aktuelle politische Situation in der verschuldeten Stadt jede Menge Nahrung: der SKV Sickenhofen prangerte das Hallendebakel an und auch „Die wilde 13“ beklagte „nur Minions bei uns im Rathaus sitze – Bürger wir machen keine Witze.“ Und „bist du vom Bürger gewählt, haust du wie ein Scheich – wo das Geld herkommt ist dir gleich“, reimte die Babenhäuser Feuerwehr.

Trotz städtischer Pleite und der Streichung aller Zuschüsse für Straßenfastnacht und munteren Narrenwurm wurde bei der Veranstaltung keineswegs abgespeckt. Die Veranstalter streckten sich, um ein Stück närrischer Heimatkultur zu erhalten. Fünf Kapellen sorgten für den entsprechenden Sound. Die Brauerei Michelsbräu zapfte Freibier. Und 2,6 Tonnen Süßigkeiten rieselten an der Zugstrecke hernieder.

Farbenfroher Kontrast zum grauen Himmel über Babenhausen. Der Fastnachtsumzug schlängelte sich durch die Altstadt.

Das Gremium Babenhäuser Vereine, alle Jahre Ausrichter der Veranstaltung, hatte trotzt magerer Zeiten aufgesattelt – Vereine, Kindergärten und private Zuggruppen im Schlepptau. Und die Tollitäten Prinz Carsten I, flankiert von Prinzessin Anna Elena I. samt Hofdame Nadine kosteten die letzten Stunden ihrer närrischen Regentschaft aus. Vor dem närrischen Kehraus, der bei Vereinen und Gaststätten Tradition hat, wurde die Prämierung der schönsten Gruppen gefeiert.

Bilder: Fastnachtsumzug in Babenhausen

Den Sieg bei der Kür der schönsten Motivwagen trug diesmal der Förderverein Harreshausen mit seinem Indianervolk davon. Platz zwei ging an die Wilde 13, die politisch ambitionierten Minions. Die Babenhäuser Feuerwehr wurde Dritter. Bei den Fußgruppen führte eine Horde Dschinns und Sultans den Umzug an – unterm Kostüm steckten die Aktiven des Reit- und Fahrverein, die den Siegeslorbeer und Wandpokal bei den laufenden Narren erhielten. Platz zwei bei den Fußgruppen ging an die wilden Teufel von Rothermel und der dritte Platz an die paradiesische Gruppe Querbeet.

Quelle: op-online.de

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