Bunte Narrenshow des Carnevalvereins

Hippies, Joints und Bembelbuuwe in Babenhausen

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Die TVB-Akzeptanz tanzte quer durch Asien.

Babenhausen -   Bunte Hemden, Langhaarperücken und große Sonnenbrillen: Jede Menge fröhliche Blumenkinder folgten dem Carnevalverein Babenhausen (CVB) auf seine närrische Zeitreise. Von Petra Grimm 

Von der Stadthallendecke baumelten große Peace-Zeichen und Sitzungspräsident Klaus Fengel wechselte zwischen Narrenkappe und Rasta-Locken. Als die Komitee-Mitglieder den Saal am Ende mit einem live gesungenen Medley von Udo Jürgens Hits nochmal so richtig in Schwung brachte, lagen vier Stunden pralles Programm hinter den Zuschauern. „Flower Power weit und breit – beim CVB ist Hippiezeit“ so das Thema der Sitzung, die das närrische Volk begeisterte. Nicht nur der singende Elferrat, sondern auch eine weitere Boygroup sorgte zum ersten Mal für frischen Wind und auf den Stühlen tanzende Frauen. Endlich wirbelte Ersatz für das Männerballett „Hypertonics“, das sich vor zwei Jahre aufgelöst hat, über die Stadthallenbühne. Die „Bawwehaiser Bembelbuuwe“ setzten nicht auf humoristische Einlagen, sondern lieferten als tanzende Rettungsschwimmer unter der Überschrift „Baywatch“ und in kurzen roten Shorts eine eher sportliche Show ab.

Eine Kinderbüttenrede war ebenfalls neu im Programm, das zum ersten Mal von Anke und Harald Bernhardt zusammengestellt worden war. Die letztjährige Kinderprinzessin Runa Klein präsentierte sich selbstbewusst als Nachwuchstalent. Die Elfjährige wirkte souverän und die Gags saßen. Sie forderte temperamentvoll eine Kindersitzung und jede Menge Verbesserungen. Ihre Seitenhiebe gegen das „viel zu alte und viel zu dicke“ Komitee („Dahinten die Elfe, denen muss man ja auf die Stühle ’rauf helfe“) sorgten für viel Gelächter im Saal.

Für das scharfzüngige Protokoll der großen und kleinen Politik war Joachim Heizmann in der Bütt. Diesmal mit überdimensionalem Joint unter dem Arm („Die Bundespolitik ist ungelogen erträglich nur mit weichen Drogen“). Die Kommunalpolitiker bekamen ihr Fett ab, wenn auch nicht so heftig wie sonst. Heizmann kommentierte städtische Bauprojekte und kritisierte des Verhalten der beiden Ortsvorsteher von Hergershausen und Sickenhofen, die beim Kampf um ihre Mehrzweckhallen seiner Meinung nach den Blick auf das Ganze verlieren: „Der bauliche Zustand beider Hallen wird uns noch öfter auf die Füße fallen. So zwei Groschengräber als Ballast bei unserem Haushalt – das passt“. Er forderte die zerstrittenen Kommunalpolitiker auf, „von anderen die Ideen auch mal positiv zu sehen“ und ihre „oberlehrerhafte Besserwisserei und Schlechtschwätzerei“ zu beenden, denn „wenn die Politiker so weiter machen, die radikalen Flügel richtig lachen“.

Bilder zur Fastnacht: Sitzung in Babenhausen

Die Langstädter Tollitäten Prinzessin Ilka I. Und Prinz Ralf I mit Hofdame Victoria und Kinderprinzessin Lena Laureen I. und Prinz Tom III. stellten sich mit humorigen Reden vor. Die kleinen, aufgeweckten Regenten rockten den Saal mit einem überraschenden Tanz zu dem Song „Despacito“. Tolle Show- und schmissige Gardetänze wurden vom Publikum, das den Saal nicht ganz füllte, bejubelt. Die Nachwuchsarbeit des CVB, vor allem bei den Tanzgruppen, funktioniert sehr gut. Die kleine Garde ist wegen das Ansturms sogar in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Prinzen- und die mittlere Garde wirbelten über das Parkett und unter den Showtanz-Gruppen kamen auch drei aus den eigenen Reihen. So fuhr die CVB-Tanzgruppe mit einem Love-Bus auf die Bühne und tanzte als Hippie-Mädchen zu beliebten Songs aus den 60er und 70er Jahren. Die Prosecco-Mädscher, eine neu gegründete Tanzgruppe, in deren Reihen viele ehemalige Gardetänzerinnen die Beine schwingen, hatte als Thema „Hotel Amore“ und die passenden italienischen Accessoires dabei. Flower Power ganz wörtlich nahm das Lido-Ballett und tanzte als Blumen. „Quer durch Asien“ war die TVB-Gruppe Akzeptanz Presence unterwegs.

In der Bütt witzelten gern gesehene Gäste auf der CVB-Bühne. Ralf Knöpp als Stammtischbruder („Alkohol tötet die Gehirnzellen – aber nur die schwachen“) und Frank Eser parlierte wie immer gekonnt über seine Familie. Seine „Kinderabnabelungsdepression“ führte ihn in einen Kurzurlaub mit der Gattin. Dass Romanik und prickelnde Erotik sich automatisch einstellen, wenn denn die Kinder endlich ausgezogen sind, entlarvte er allerdings als Lüge.

Klaus Fengel und Lukas Bernhardt waren als Vogelpuppe und Bauchredner im Einsatz. Bei den Stimmungsliedern der fünf Musiker des Kolonia Express schunkelte und klatschte der Saal begeistert mit. „Wir losse de Dom in Kölle“ funktionierte auch in der Stadthalle hervorragend.

Quelle: op-online.de

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