Athletisch statt Klamauk

„Bawwehaiser Bembelbuuwe“ haben sportlichen Anspruch 

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Die „Bawwehaiser Bembelbuuwe“ mit zwei ihrer drei Trainerinnen: Meike Gläser (links) und Nadine Wenzel. Es fehlt Anna Elena Resch.

Babenhausen – In kleinen Holzflugzeugen fliegen die Piloten durch den Saal zur Bühne, wo sie eine mitreißende Tanznummer zeigen. Von Petra Grimm

Dabei werden die durchtrainierten Männerbeine in einer Reihe stehend so gerade und synchron in die Luft geworfen, dass manche Frauentanztruppe neidisch wird. Sogar eine menschliche Pyramide füllt die Bühne unter dem Applaus der närrischen Zuschauer fast bis zur Decke aus. Eine tolle Nummer hatten die „Bawwehaiser Bembelbuuwe“ bei der jüngsten CVB-Sitzung wieder mitgebracht. Und nicht nur der weibliche Teil des Publikums bejubelte die Show unter dem Titel „Bembel with Air“. Nach der beeindruckenden Bühnenpremiere im vergangenen Jahr als Baywatch-Rettungsschwimmer, bot das Männerballett auch jetzt wieder einen Höhepunkt im Sitzungsprogramm.

Das Männerballett bei seinem Auftritt in Pilotenuniform bei der CVB-Sitzung in der Stadthalle.

Die junge Truppe, bestehend aus 14 Männern zwischen 17 und 31 Jahren, hat sich erst im Sommer 2017 gegründet. Sie haben die Lücke gefüllt, die das beliebte CVB-Männerballett „Hypertonics“ nach seiner Auflösung auf der Babenhäuser Fastnachtsbühne hinterlassen hat. Alle Tänzer, bis auf eine Schaafheimer Ausnahme, sind Babenhäuser, unter ihnen auch der aktuelle Fastnachtsprinz Christoph I. (Pöschl). Als „Dompteurinnen“ sind Nadine Wenzel, Meike Gläser und Anna Elena Resch gut gelaunt im kreativen Einsatz. Die drei Trainerinnen sind selbst erfahrene Tänzerinnen und Vollblutfastnachterinnen. Wenzel und Resch waren in der Vergangenheit sogar als Prinzessinnen beim CVB zu bewundern. Bereits im Sommer treffen sich die drei Frauen und überlegen sich die Choreografie und die passende Musik zu den Tänzen. „Aber die Jungs steuern auch eigene Ideen bei. Dass sie dieses Jahr als Piloten auftreten wollen, kam aus ihren Reihen“, sagte Nadine Wenzel bei einer der letzten Proben. Als technischen Coach haben die Trainerinnen Matthias Malingriaux, den Cousin der aktuellen Prinzessin, an ihrer Seite. „Ein Organisationstalent, was den technischen und praktischen Bereich betrifft“, lobt Wenzel.

Seit September wird einmal in der Woche mit viel Spaß, aber auch Konzentration trainiert. Denn die Truppe hat einen gewissen sportlichen Anspruch an ihre Vorführung, Hebefiguren und ähnliches inklusive. Männertanzgruppen reiten ja gerne auf der humoristischen Welle und strapazieren das Zwerchfell der Zuschauer als ungelenke Darsteller in Frauenkleidern. Aber es gibt auch andere Versionen tanzender Männer. Die „Bembelbuuwe“ finden sich eher auf dieser Seite des Spektrums bei den Männerballetts, die durch athletische Choreografien und einen sportlichen Auftritt auf sich aufmerksam machen wollen. Komisch wollen sie nicht rüberkommen.

Das bedeutet auch, dass die Trainerinnen beim Einstudieren der Choreografie umdenken müssen, denn ein Mann bewegt sich anders. Die Tanzschritte müssen dem entsprechend angepasst werden, wenn es eben keine Witznummer mit Männern, die wie Frauen tanzen, werden soll. Ein Höhepunkt bereits im vergangenen Jahr, aber auch bei der jüngsten CVB-Sitzung, war der Auftritt von Bembelbub Kris Henzler, der sich als Solosänger vor den feiernden Saal traut.

Den Männern macht es einfach Spaß in diesem Team, das sich vorher als ganze Gruppe nicht kannte, zu trainieren und auf der Bühne zu stehen. „Wir verstehen uns supergut“, sagte Lukas Bernhardt, der gemeinsam mit seinem Bruder Leon die Gründung des neuen Männerballetts beim CVB angestoßen hat. „Inzwischen gibt es sogar eine Warteliste von Männern, die gerne mittanzen würden“, erzählt Wenzel. Neben den Auftritten bei den CVB-Sitzungen werden die „Bembelbuuwe“ auch bei der „Nacht der strammen Waden“ am Donnerstag, 28. Februar, in der Stadthalle zu sehen sein und bei der DJK-Weiberfastnacht in Münster. Und natürlich machen die Piloten eine Zwischenlandung bei der ersten Gassefastnacht am Samstag, 2. März, und fliegen beim Umzug am Fastnachtsdienstag mit.

Quelle: op-online.de

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