Ausgelassene Fastnachtssitzung mit vielen humorvollen Höhepunkten

Großer Konfetti-Alarm in kleiner Hütte

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Mittlere Garde des TSV Langstadt begeisterte im DRK-Heim.

Harpertshausen - Mitsingen, Schunkeln und Tränen lachen: Auch im kleinsten Stadtteil herrschte Samstagnacht Konfetti-Alarm. Von Petra Grimm 

Dass es für eine gelungene Fastnachtssitzung keine große Bühne braucht, bewiesen die Harpertshäuser und ihre Gäste bei der traditionellen DRK-Sitzung im Vereinsheim. Über vier Stunden Programm, humorvoll moderiert vom närrischen Dreigestirn Jürgen Sauerwein als Prinz und Timo und Florian Nadolny als Bauer und Jungfrau, hatten die DRKler für ihre Gäste zusammengestellt. Die Tatsache, dass die speziell für die Fastnacht zusammengebaute Bühne im Saal im Laufe der Nacht leichte Abnutzungserscheinungen zeigte, am vorderen Rand absackte und repariert werden musste, spricht zweifellos für die Bewegungsfreude und das beschwingte Engagement der verschiedenen Tanzgruppen, die überwiegend vom TSV Langstadt entliehen wurden.

Das Publikum ließ in Harpertshausen die Darsteller hoch leben und forderte viele Zugaben ein.

Die Mittlere und die Große Garde, das Tanzmariechen Selina Darnell als Solistin oder auch die Gruppe „Kult“ als Indianerinnen rockten die Bühne. Flotte Cowgirls waren ebenfalls aus dem Nachbarort angereist. Da hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen, Zugaben waren gefordert und geliefert.

Ein tanzendes Harpertshäuser Eigengewächs ist das Männerballett „Die Glorreichen Acht“. Die Testosteron-Grazien sorgten mit ihrer an die Rocky Horror Picture Show angelehnten Nummer für Atemnot in den Zuschauerrängen. Punkten konnte die Narrenshow des DRK wieder mit ihrer familiären Atmosphäre, Spontanität und dem Handgemachten, wie die von Anja Kratz angefertigten Orden, in deren Mittelpunkt – irgendwie doch überraschend – ein buntes Osterei glänzte.

Das fröhliche Dreigestirn, das in dieser Formation im vergangenen Jahr erstmals die Sitzung leitete, verteilte Orden und Küsse, reichte den Akteuren auf der Bühne Getränke und lieferte Gags. „Zur Not wird noch a Sau geschlacht. Mir mache durch die ganze Nacht“, feuerte Bauer Timo Nadolny das Volk im Saal an und die feiernden Massen gaben ihr Bestes, musikalisch begleitet vom Duo „Sunshine“.

Ralf Knöpp gab den gewichtigen Wanderfreund.

Für viele ein Höhepunkt der Nacht war der originelle Beitrag der beiden Nadolny-Brüder, unterstützt von ihrer Schwester Lisa. Während sie einen esoterisch angehauchten, pseudowissenschaftlichen Bericht über das unterschiedliche Duschverhalten von Mann und Frau vortrug, „bebilderten“ ihre Brüder Timo und Florian das Gesprochene als Schattenspiel. Sie stellten Mann und Frau hinter einem weißen, von hinten angeleuchteten Bettlaken dar. So dass nur ihre Schatten zu sehen waren. Eine mehr als gelungene Nummer, die für Gekreische im Saal sorgte.

Gleich zwei Prinzenpaare gaben sich auf der DRK-Bühne mit ihrem Gefolge die Ehre. So reisten aus der Kernstadt vom CVB ihre Lieblichkeit Anna Elena I. und Prinz Carsten I. an, um die Narren zu grüßen. Und auch die Tollitäten des Gesangvereins Harmonie Froschhausen, Viktoria I. und Frank I., ließen sich huldigen. Sie hatten nicht nur ihr Komitee, sondern auch eine flotte Tanzgarde dabei, die die Beine schwang. Diese närrische Freundschaft zwischen Froschhausen und dem Babenhäuser Stadtteil darauf zurück, dass der Harpertshäuser Klaus Lautenschläger vor Jahren den Prinz bei der Harmonie gab.

Keine Fastnacht ohne Humor aus der Bütt. Protokollerin Simone Kühnle berichtete als „Schelle Kall“ von Pleiten, Pech und Pannen im Ort. Gemeinsam mit ihrer Mutter Ingrid Kühnle sorgte sie später in der Nacht noch als „Zwo Tratschweiber“ für Gelächter. Bütten-Ass Ralf Knöpp aus Babenhausen legte mit seinem von Singsang begleiteten Vortrag als lebensfroher, übergewichtiger Wanderfreund auch in Harpertshausen eine Rast ein und sorgte für Zwerchfellmassage. So sah er bei seiner Abmagerungskur gemeinsam mit den anderen gewichtigen Teilnehmern Motivationsfilme wie „Das Schweigen der Schlemmer“, „Die kalorienreichen Sieben“ oder auch „Der mit dem Fleischwolf tanzt“.

Die Frage, ob Kannibalen bei einer FDH (Friss die Hälfte)-Diät wohl nur noch Lilliputaner essen, blieb im Raum stehen. Die beiden Hessischen Comedy-Ikonen Hiltrud und Karl-Heinz lieferten die Vorlage für das Zwiegespräch von Kerstin Klein und Tobias Brusch. Brusch glänzte auch als Sänger, begleitet vom DRK-Vorsitzenden Karsten Kratz am Klavier, mit gewohnt schrägen Liedern. Stimmungsgesang zum Mitsingen und Klatschen hatten die Gullions (Karsten Kratz, Bernd und Jürgen Sauerwein mit Schifferklavier, Gitarre und Waschbrett) im Gepäck. Sie sind aus dem Programm der Harpertshäuser Fastnacht nicht wegzudenken.

Bilder: Sitzung des Carnevalvereins Babenhausen

Quelle: op-online.de

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