Dreigestirn statt Präsident mit Elferrat

DRK-Sitzung mit familiärem Flair

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Traditionell eröffnete die Mittlere Garde des TSV Langstadt die Sitzung mit ihrem Tanz.

Harpertshausen - Die kleinste Fastnachtsbühne im Stadtgebiet bebte am Samstag bei der traditionellen DRK-Sitzung, die echte Knaller und eine tolle Stimmung im Saal zu bieten hatte. Von Petra Grimm 

An Stelle eines Präsidenten mit Elferrat führt hier ein närrisches Dreigestirn – Prinz, Jungfrau und Bauer – durch die Nacht. Der flotte Dreier begleitete das Publikum wieder mit vielen humoristischen Einlagen durch’s Programm im DRK-Heim. Jürgen Sauerwein als Prinz und die beiden Brüder Timo Nadolny als Bauer und Florian Nadolny als Jungfrau verteilten in gelegentlich tumultartigen Szenen Orden, Küsse und Kaltgetränke („Bier aus dem Stiefel oder Wein aus dem Kelch?“) an die Bühnenakteure. Im zweiten Teil der Sitzung tauschten die beiden Nadolnys dann ihre Kostüme und machten gleich ein Quiz daraus. „Was ist jetzt anders als vorher?“ fragten sie das zu den Klängen der Band „Sunshine“ feiernde Publikum.

Die Sitzung im kleinsten Stadtteil besticht durch ihren familiären Flair, die Liebe zu handgemachten Details und ihre Entspanntheit. Als im zweiten Teil der Sitzung zu vorgerückter Stunde ein kurzer Stromausfall Mikro und Technikpult lahm legen, wird diese kleine unfreiwillige Pause einfach lachend weggeschunkelt. Originell waren wieder die selbst gemachten Orden. Die beiden „Ordensfrauen“ Anja Kratz und Nicole Wagenknecht hatten in diesem Jahr aus Weihnachtskugeln fröhliche Clownsköpfe gebastelt. Als Zeremonienmeisterinnen eskortierten Hannah Kratz, Jasmin Krapp und Lucia Salzner die Sänger, Redner und Tanzgruppen zur Bühne. Traditionell war die Mittlere Garde des TSV Langstadt als Erstes an der Reihe. Der TSV unterstützt die Harpertshäuser Sitzung jedes Jahr mit seinen Tänzerinnen. Selina Danel begeisterte als Solo-Funkenmariechen und eine Showtanzgruppe als „Candygirls“. Beklatscht wurden auch die Große Garde und die TSV-Tanzgruppe Kult als Matrosinnen auf dem Traumschiff.

Hoher Besuch gab sich gleich zweimal die Ehre: Aus Froschhausen war das Prinzenpaar des Gesangvereins Harmonie, Steven I. und Marlene I., angereist. Die Regenten des befreundeten Vereins ließen sich vom Harpertshäuser Volk feiern und ihre Prinzengarde zeigte einen erstklassigen Tanz, der den Saal mitriss. Auch das CVB-Prinzenpaar, Ralf I. Und Ilka I., mit ihrer Hofdame Victoria und Hofmarschall Roland Keil gastierten mit humorvollen Reden auf der Bühne.

Originell und sexy: Faschings-Kostüme für Frauen

Zu den beliebten Dauerbrennern der DRK-Sitzungen gehört Simone Hubrich, die als Schelle-Kall wieder das ein oder andere Missgeschick, das sich im Ort ereignet hat, zum Besten gab. Darunter eine vorweihnachtliche Wanderung des DRK-Vorstands nach Dieburg, bei der sich die Harpertshäuser im Münsterer Neubaugebiet bei ihrer kleinen Sightseeing-Tour glatt verliefen. Gemeinsam mit ihrer Mutter Ingrid Kühnle gab sie auch wieder die „zwo Tratschweiber“ in der Bütt. Nicht wegzudenken sind die drei musikalischen „Gullions“. Karsten Kratz (Quetschkommode), Jürgen Sauerwein (Waschbrett) und Bernd Sauerwein (Gitarre) boten bei ihrem „absolutely very Best of Gullions“ – Auftritt selbst gedichtete Stimmungslieder der eher derben Art zu bekannten Melodien. Da die Zuschauer die meisten Lieder dieser Truppe kennen, wurde begeistert mitgesungen. Der Saal kochte und schrie nach Zugaben.

Eine tolle Figur in der Bütt machte Tobias Brusch als „Traummann“. Seine skurrilen Familien-Geschichten trieben den Zuhörern Tränen in die Augen. Seit seine Frau eines Tages weggegangen ist („das Gefühl kannst du nirgendwo kaufen“) und wieder zurückkam, macht er, wenn’s klingelt, die Tür nicht mehr auf. Als seine Tochter in eine Wohngemeinschaft zieht („wenn hinten schon schafft steht, kann des mit Studenten ja nix werden“) erlebt er zur Freude des Publikums so allerhand („ich hab mit dem Schlimmste gerechnet und wurde nicht enttäuscht“). Auch Sohn Ernst-Rüdiger bereitet ihm Kummer: „Der is gerade in einer Auszeit – ei der war noch nie richtig an“. Gemeinsam mit Karsten Kratz bot Brusch noch eine originelle Gesangsnummer, die vom Publikum gefeiert wurde. Beim Thermomix-Song zur Melodie von „Ti amo“ war zu erfahren, warum das Gerät auch für Männer eine nützliche Anschaffung ist. Der routinierte Babenhäuser Fastnachter Ralf Knöpp unterhielt als Stammtischbruder. Und zum Abschluss der närrischen Show sorgte das Männerballett „Die glorreichen Acht“ als Zombies mit einer an das Video „Thriller“ von Micheal Jackson angelehnten Tanznummer für schaurig-schöne Momente. Da waberte sogar Nebel durch den Saal.

Quelle: op-online.de

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