Fliegenklatschen um den Hals

Heimische Narren dominieren Fastnachtssitzung im DRK-Heim

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Viel Programm auf der Harpertshäuser DRK-Bühne: die beiden Langstädter Tanzmariechen Selina Danel (links) und Emily Fischer als „Dreckqueen“.

Harpertshausen – Da bebte die Bühne im kleinsten Stadtteil und es herrschte Schunkelalarm: Jede Menge Kokolores, Tanz und Gesang sorgten für ausgelassene Stimmung bei der DRK-Fastnachtssitzung in Harpertshausen. Von Petra Grimm

Die familiäre Atmosphäre bei der närrischen Party unter der Regie von Sitzungspräsident Jürgen Sauerwein, der in diesem Jahr ohne Bauer und Jungfrau auskommen musste, ist legendär. Er kann ohne Mühe auch solo als närrischer Conférencier bestehen, verteilte humorvoll Küsse und Orden an die Akteure.

Das kreative Talent der Harpertshäuser zeigt sich alljährlich bereits bei den handgemachten Orden, die Anja Kratz wieder geschaffen hat. In diesem Jahr bildeten kleine Fliegenklatschen die Basis für die „mörderischen“ Orden. Auf ihnen waren zum einen bunte Fliegen, die sonst Männerhälse einschnüren, befestigt und kleine schwarze Plastikfliegen.

Heimische Narren dominierten das Programm, zu dessen Höhepunkten der Auftritt von Tobias Brusch als singende Dragqueen beziehungsweise „Dreckqueen“ gehörte. Während und nach seinem mitreißenden Auftritt erhob sich das Publikum immer wieder, um zu applaudieren. Begleitet wurde er bei seinen schrägen Songs über Schadenfreude („April, April“) oder auch Männer, die nicht mal eine Bohrmaschine haben und „nicht nur im Weg, sondern auch auf dem Schlauch stehen“, von Karsten Kratz am Klavier. Er führte die „Schlagermoves“ bekannter Sänger vor und verglich sie mit den Bewegungen von Politikern. Als Zu- gabe haute er noch den Harpertshäuser Fastnachtsklassiker „Ich hol für dich die Füllung aus dem Kräppel“ raus. „Der Kräppel stirbt nie“, kommentierte Sauerwein die gelungene Show, die die Betriebstemperatur im Saal deutlich erhöhte.

Unter den närrischen Leihgaben fanden sich Tanzgruppen des TSV Langstadt, in deren Reihen aber auch viele junge Harpertshäuserinnen aktiv sind. So wirbelte die „#-Garde“ mit klassischem Gardetanz und als Polizistinnen über die Bühne. Die beiden Langstädter Tanzmariechen Selina Danel und Emily Fischer zeigten ihr Können, ebenso die TSV-Tanzgruppe „Kult“. Das Prinzenpaar der Harmonie aus Froschhausen schaute in diesem Jahr zwar nicht vorbei, schickte aber seine Prinzengarde auf die DRK-Bühne. Für royalen Glanz sorgten die Babenhäuser Tollitäten Marie I. und Christoph I., die sich dem feiernden Volk fröhlich vorstellten.

Das heimische Männerballett „Die glorreichen Acht“ sorgte mit seinem 70er Jahre Tanz zu einem ABBA-Medley in rosa Anzügen und unter blonden Perücken für Atemnot. Die Jecken feierten auch die Stimmungslieder der Gullions (Karsten Kratz, Bernd und Jürgen Sauerwein), die aus dem Sitzungsprogramm nicht wegzudenken sind.

In der Bütt witzelten einige Fastnachtslegionäre, darunter der Babenhäuser Ralf Knöpp, der in dieser Kampagne als „Fluganfänger“ über die Sitzungsbühnen tourt. Die beiden Sickenhöferinnen Jasmin Klein und Hannelore Heid traten mit viel Selbstironie als „Zwo hessische Stewardesse bei der Jumbo Airline“ vor das Publikum. Heid erklärte auf Nachfrage ihrer Kollegin auch, warum sie bei der Arbeit Sportschuhe trägt: „Nach Abstürzen werden die Opfer doch immer in Turnhallen identifiziert und da darf man ja nur mit Turnschuhen rein“.

Bilder zur Fastnacht: Sitzung in Babenhausen

Vertreten wurde in diesem Jahr der Schelle-Kall, den traditionell Simone Hubrich gibt, von ihrer Mutter Ingrid Kühnle. Sie übernahm als Tratschweib das närrische Protokoll inklusive der Schelle. Mit ihren Erlebnissen als Disco-Oma unterhielt Thea Haus und die junge Larissa Dreizehner feierte in der Bütt eine gelungene Premiere als „Männerfeindin“.

Tobias Brusch und Kerstin Borgmeier sorgten als zwei Witwen im Zwiegespräch über Digitalisierung für Lacher und die Harpertshäuser Turnerfrauen führten „Sparmaßnahmen im Seniorenheim“ auf. Sie waren anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens nach langer Zeit mal wieder auf der Bühne aktiv. Auch Bürgermeister Joachim Knoke war kurz in der Bütt.

Quelle: op-online.de

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