Ein Karatekämpfer für die Tollitäten

Kinderprinzenpaar hat erstmals einen Till

Babenhausen - Das kann nicht jeder: Vor hunderten Zuschauern im Scheinwerferlicht auf einer Fastnachtsbühne stehen und dann auch noch lächelnd und winkend eine Rede halten. Von Petra Grimm 

Die Babenhäuser Kinderprinzenpaare machen diesen ehrenvollen „Job“ jedes Jahr mit unterschiedlichem Temperament, aber immer mit spürbarer Freude und Stolz. Seit vergangenem Sommer wussten die zehnjährige Runa Klein und der zwei Jahre ältere Leon Breer, dass sie „dran“ sind. Die beiden sind die aktuellen Kinderregenten. Sie hatten schon lange darauf gewartet, denn ihre von der Fastnacht begeisterten Eltern haben sie vor Jahren bereits beim Carnevalverein Babenhausen (CVB) dafür angemeldet. Anders als bei den großen Prinzenpaaren, die nicht unbedingt Schlange stehen für dieses närrische Amt, lassen sich die kleinen Regenten leichter rekrutieren. Der Verein führt sogar eine Liste mit Interessenten. Wenn die Kinder in das passende Alter kommen, stellt Nanette Rauschenbach ein geeignetes Team zusammen.

Wobei das Interesse an Krone und Bajazz zwischen den Geschlechtern nicht ganz gleichmäßig verteilt ist. „Mädchen, die gerne einmal Prinzessin sein möchten gibt es deutlich mehr als Jungs, die sich dafür interessieren“, sagt CVB-Hofmarschall Roland Keil. Das sei bei den Erwachsenen übrigens ähnlich, fügt er schmunzelnd hinzu. Eine Herausforderung sei es, ein von der Größe her optisch zueinander passendes Kinderpärchen zu finden. „Denn die Mädchen sind im Alter von zehn oder zwölf Jahren, was eigentlich ideal ist, körperlich oft weiter und auch größer als die Jungen“, so seine Erfahrung. Aber es hat auch dieses Jahr wieder geklappt, ein engagiertes Kinderprinzenpaar zu finden. Vier Auftritte haben sie bereits seit dem Kampagnenstart und ihrer offiziellen Vorstellung im November in der Reiterschänke hinter sich. Und es mache immer noch richtig Spaß, erzählen sie. An ihrer Seite als Till – dieses Amt gibt es beim CVB in dieser Kampagne zum ersten Mal – ist der kleine Langstädter René Hussli im Einsatz.

Alle drei haben diesen ereignisreichen Tagen entgegen gefiebert und freuen sich vor allem schon auf die Auftritte bei den anstehenden CVB-Sitzungen. Eine ordentliche Portion Lampenfieber gehört natürlich dazu. Wobei Prinzessin Runa damit weniger Probleme hat, wie sie sagt: „Bei den Ansprachen als Prinzessin bin ich eigentlich weniger aufgeregt, als wenn ich tanze“. Die kleine Babenhäuserin, die die vierte Klasse der Schule im Kirchgarten besucht, schwingt nämlich seit sechs Jahren bereits in der Kleinen Garde des CVB die Beine. Ihre Mutter Jenny Klein trainiert gemeinsam mit Sandra Schink diesen Flohzirkus, der das Publikum bei den Sitzungen regelmäßig zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Neben dem Tanzen liebt Runa Tennis und Querflöte spielen. Ihr Lieblingsfach in der Schule ist Mathe. Auch Leon macht Musik (Gitarre) und liebt Sport. Er spielt Fußball beim SV Kickers in Hergershausen und übt mit seinem Scooter (Roller) Kunststücke ein. Die Oldtimer-Traktoren seines Vaters haben es ihm angetan, er darf sie auch schon alleine steuern. Seine Eltern Carmen und Bernd Breer gaben in der Kampagne 2008/2009 das große Prinzenpaar beim CVB und zehren heute noch von dieser tollen Zeit, erzählen sie.

Nicht auf den Mund gefallen ist der Langstädter Till. Der neunjährige René Hussli, ein aufgewecktes Kerlchen, spielt ebenfalls Gitarre und Fußball. Außerdem trainiert er Karate. Und in diesem Till steckt noch mehr, das spürt man sofort. Der junge Mann hat Ambitionen. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, einmal selbst der Kinderprinz zu sein, sagt René ernst: „Auf jeden Fall. Ich ärgere mich inzwischen schon fast ein bisschen, dass ich nicht gleich Prinz geworden bin“. Aber darauf kann er ja noch hinarbeiten. Denn auch das ist Fastnacht: Ein zukünftiger Aufstieg vom Till zum Prinz ist möglich und in diesem Fall unbedingt wünschenswert.

Quelle: op-online.de

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