Kokolores-Party in Hergershausen

Cowboys, Batman und der Tod

+
Gleich vierfach suchte „der Tod“ die Kokolores-Party heim. Die Kostüme der Herren haben ihre Ehefrauen mit viel Liebe zum Detail selbst gebastelt: Ihre gruselig geschminkten Gesíchter waren umrahmt von kleinen Lämpchen.

Hergershausen - Gut bewacht von der Feuerwehr tanzten die närrischen Hergershäuser und ihre Gäste von außerhalb zu den Klängen der Live-Band Lehman5 und DJ-Musik durch die Nacht. Von Petra Grimm

Der Gesangverein Liederkranz lud wieder zu seiner beliebten Kokolores-Party und jede Menge fröhliche Kostümträger reisten an, um sich ins feucht-fröhliche Getümmel zu stürzen. Auch wenn der Brandschutz im Bürgerhaus nicht mehr auf dem neuesten Stand ist, so ließen sich die Bewohner des Stadtteils, der mit Fastnachtsveranstaltungen nicht gerade gesegnet ist, Samstagnacht die Feierlaune nicht verderben. Dabei sorgten die tollsten Kostüme, darunter viele selbst genäht und gebastelt, für optische Knaller. So bevölkerten ganze Gruppen Cowboys und Saloon-Damen, fröhliche Zebras, wilde Rocker , Piraten und Märchenfiguren jeder Couleur das Tanzparkett. Haremsdamen schwangen gemeinsam mit Hippies, Clowns und Edelpunks die Tanzbeine. Aus Alices Wunderland war eine knallig rosa leuchtende Gruppe Grinsekatzen ins Bürgerhaus gekommen, um ordentlich Party zu machen. Und der Tod, gruselig und närrisch zugleich, war gleich zu viert unterwegs. „Dieses Kostüm haben unsere Frauen selbst gemacht“, erzählt Ingo Breuckmann mit aufwändig geschminkter Totenfratze im Gesicht, weißer Perücke und Umhang. Dass die Haube über den Köpfen der Sensenmänner mit kleinen Lämpchen ausgestattet ist, die die Gesichter auch noch gespenstisch anleuchten, beweist Liebe zum Detail und die Kreativität der Ehefrauen.

Ins Auge fiel auch das selbst gemachte Kostüm von David Heusinger von Waldegge. Der 37-Jährige hat im Internet EVA-Schaumstoff gekauft – ein Material, das in Form von Platten auch als Falldämpfer unter Sportgeräten benutzt wird – und sich daraus ein Batman-Kostüm gebastelt. Das war für eine Indoor-Tanzparty zwar ziemlich warm, aber dafür wirklich originell. Denn er war nicht einfach der Fledermaus-Mann, wie man in landläufig kennt, sondern dem Batman aus dem aktuellen Lego-Film nachempfunden: eckig und kastig, wie aus Legosteinen zusammengebaut. Die Hitze in seinem massiven Schaumstoff-Kostüm machte ihm schon zu schaffen, auch wenn er neben dem Helm nur eine Art Brustpanzer mit Armen trug und am Rücken lediglich von Stoff bedeckt war. „Ist schon ziemlich heiß hier drin. Wenn ich es nicht mehr aushalte, ziehe ich es aus“, so der Hergershäuser. Ob er dann in Unterwäsche weiter tanzt? „Nein“, sagt er lachend. In weiser Voraussicht hat er für diesen Fall zuhause bereits vorgesorgt. „Ich habe schwarze Klamotten unter das Kostüm drunter gezogen“, verrät er. Seine Ehefrau Barbara flatterte als bunter Schmetterling an seiner Seite.

Bilder: Kokolores Maskenball Hergerhausen

Auf der Tanzfläche im aufwändig geschmückten Bürgerhaus war gut was los. Hier heizten zudem Vorführungen zu später Stunde die Stimmung weiter an. So schwangen die jungen Damen der TVH-Tanzgruppe Amaya gekonnt ihre Hüften im orientalischen Outfit. Ihr Motto: „1001 Nacht“. Das Sickenhöfer Männerballett rockte den Saal ebenfalls. Die Hergershäuser Narren habe sich auf jeden Fall warm gefeiert. Am kommenden Sonntag ist der Nachwuchs dran. Dann lädt der SV Kickers ab 13.33 Uhr zur Kinderfastnacht ins Bürgerhaus ein.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare