Carnevalclub Herrnhuter begeistert Publikum

Narretei: Sex und Cocktails auf Hawaii

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Die Mittlere Garde Froschhausen präsentierte sich als eher dämonisches Puppenkabinett..

Harreshausen - Viel für das Auge gab es am Freitag bei der Harreshäuser Fastnachtssitzung. Aber auch die Ohren waren gut ausgelastet mit viel Musik und einigen Büttenreden.

Unter das Motto „Mim CCH auf Hawaii, Sex on the beach un en Cocktail dabei“ hatten die Harreshäuser Narren ihre Sitzung, die traditionell am ersten Freitag nach dem 11.11. stattfindet, gestellt. Eine Besonderheit der 2017er Herrenhuter Fastnacht: Der Carnevalclub feierte just sein 40-jähriges Bestehen. Im Jahr 1977 war er gegründet worden. Eine weitere: Es gibt keinen Elferrat. Einen Einmarsch gab es trotzdem, angeführt wurde er vom Sitzungspräsidenten Michael Kattner. Der zeigte in der ersten Hälfte viel Haut, nur ein Tuch hatte er sich getreu dem sexy Motto um seine Hüften geschlungen.

Kattner begrüßte das närrische Volk und zählte auch auf, wer alles nicht kommen konnte. Eine Absage gab es von Bürgermeister Achim Knoke und auch dessen Stellvertreter habe wegen Problemen mit dem Rückgrat nicht kommen können, dessen Stellvertreter wiederum leide an Fußweh, weil ihm eine Briefmarke draufgefallen sei. Das hinderte die Harreshäuser aber nicht daran, ihre Sitzung sehr ausgelassen zu feiern. Gekommen waren allerdings Ilka I. und Ralf I., das große Prinzenpaar. Das Kinderprinzenpaar Lena Laureen I. und Tom III. stellten sich mit einen tollen Tanz vor.

Als ersten Show-Act kündigte der Sitzungspräsident die Mittlere Garde des JSK Rodgau an. Die Damen kamen in viel Rosa auf die Bühne und begeisterten ihr Publikum mit einem Tanz mit vielen akrobatischen Einlagen. Die Tänzerinnen bewiesen zwar, dass sie ihre Beine sehr hoch schwingen können, aber den klassischen Gardetanz führten sie nicht vor. Das blieb fast die ganze Sitzung über so, das synchrone Beineschwingen war an diesem Abend eher out, dafür verwandten die Gruppen viel Fantasie auf ihre Kostüme und erzählten mit ihren Tänzen teilweise Geschichten. So auch die Mittlere Garde aus Froschhausen, die erst mal aus ihrem Dämmerschlaf erweckt werden musste und sich dann aber eher rasant und leicht dämonisch über die Bühne bewegte. Zuckersüß traten die Mädels von Kult vom TSV Langstadt auf, die Tanzgruppe Hergershausen mochte es indianisch. Nathalie Groh zeigte einen Solotanz mit dem sie bewies, wie beweglich sie ist.

Colin Murman war einer der jüngsten Akteure auf der Bühne und hatte sie dennoch ganz alleine für sich. Als Schulbub erzählte er über viele Dialoge mit seiner Oma. Der spuckte er ein wenig in die Suppe, als sie von Polizisten angehalten wurde. „Oma, du bist nie angeschnallt und hast vor acht Wochen deinen Führerschein abgegeben“, erzählte der Schulbub den Beamten. Auch mit seinen Eltern hatte er Probleme, „die Pubertät ist dann, wenn die Eltern schwierig werden“, verriet er dem Publikum.

Für Murmann gab es viel Applaus, bei Ralf Köpp lachte das Publikum Tränen. Der begann mit einem Liedchen, „muss i denn, muss i denn auf die Fußwaage ’rauf“, startete er seinen Vortrag über seine Diätbemühungen. Die Anzeigen der Waage bereiten ihm allerdings keine Probleme, er kann sie eh nicht lesen, der Bauch ist im Weg. Seine Lieblingsfilme waren „Das große Fressen“ oder das „Schweigen der Schlemmer“, aber auch den Titel „Ich habe dich zum Fressen gerne“ mochte der Büttenredner sehr.

Narren von Harreshausen tanzen aus der Reihe: Fotos

Auf die Tische stiegen etliche Narren nach der Pause, sie wollten die Gießemer Guggemusik Druffkapell nicht nur hören, sondern auch sehen. Zu überhören waren die Damen und Herren keineswegs, in sehenswerten Kostümen standen 50 Musiker auf der Bühne und machten höchst melodischen Lärm. Queens „We will rock you“ hatten die Zuschauer wohl noch nie in einer solchen Instrumentierung gehört. Der Saal tobte und verlangte stürmisch Zugaben, die auch gewährt wurden, obwohl die Gießerner bereits eine ganze Weile in ihre Instrumente geblasen hatten.

Die CC-Dancers Knallkepp Dudenhofen bewiesen ihr Verkleidungstalent, in drei verschiedenen Kostümen tanzten sie auf der Bühne. Das Lido-Ballett der CVB-Prinzengarde kam bestens an mit einem Showtanz und das Männerballett eroberte als „Smoking Flamingos“ die Herzen der Zuschauer. Comedian „Magic Charles“ begeisterte das Publikum und die Münsterer Hinnergassebuwe machten den Gießernern Konkurrenz. (zba)

Quelle: op-online.de

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