Stars geben sich voll abgedreht

TSV-Sitzung: Filmset mit Käfig voller Narren

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Zwei Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen, Lucas Duda im rosa Strampler und Yannic Koch in hellblau, plauderten als „Zwa Bobbelcher“.

Langstadt – Einen Erfolgsfilm hat die Karnevalsabteilung des TSV Langstadt am Samstag abgedreht. Dabei war nicht nur auf der Bühne allerhand geboten. Von Petra Grimm

Denn jede Menge Stummfilmstars aus den 20er Jahren, bunte Disney-Figuren, glamouröse Rockstars, gleich mehrere Charlie Chaplins und Männer in glitzernden Pailletten-Jackets, die Siegfried und Roy vor Neid erblassen lassen würden, feierten ausgelassen in der Markwaldhalle. „Stars und Sternchen überall, am Filmset in de Lengschder Hall“ war das Motto der ersten von zwei Fastnachtssitzungen. Einige Tanznummern hätten wirklich einen Oscar verdient. Auch Babenhausens Prinzenpaar Marie I. und Christoph I. mit Hofstaat machte seine Aufwartung.

Wie gewohnt interaktiv mit dem Lengschder Elferratslied startete das närrische viereinhalbstündige Programm, das Sitzungspräsident Frank Ludwig Diehl wieder mit viel Selbstironie moderierte. Er erinnerte bei seinem kurzen Nachrichtenüberblick an den schwere Sturm, der im Ortsteil an der Kerb für Verwüstung gesorgt hatte ( „Langstadt vom Winde verweht“) und ließ die Dorfgemeinschaft, die beim großen Aufräumen danach zusammengehalten hatte, allen voran die tatkräftige Feuerwehr, hoch leben.

„Das waren keine Sternchen oder Stars, aber Helden des Alltags“, sagte der Sitzungspräsident, der einen Bogen von lokalpolitischen Ereignissen zu Filmtiteln spannte. So erinnere ihn das Gerangel um die Bebauung des Grünewald-Areals an die Fernsehserie „Dallas“. Er verglich manch einen Langstädter mit bekannten Filmfiguren oder Schauspielern. Bürgermeister Joachim Knoke wäre in seinen Augen ein hervorragender Günther Strack. „Man müsste ihn nur hessisch synchronisieren“, so Diehl. Langstadts Chorleiter Dieter Haag könnte die Hauptrolle im Film Amadeus problemlos übernehmen. „Und den müsste man dann nicht synchronisieren“. Er selbst würde wohl ohne Mühe eine passende Rolle im Film „Ein Käfig voller Narren“ finden, sagte er augenzwinkernd.

Temperamentvolle Tänze in detailverliebten, originellen Kostümen ließen die Zuschauer am Filmset regelmäßig im Stehen applaudieren. So zeigte die Gruppe Kult zunächst mit ihrem Gardetanz und später noch „völlig losgelöst“ im Weltraum als sexy Astronautinnen zwei tolle Nummern. Als „echte Kinderstars“ rief Diehl die beiden talentierten Tanzmariechen Selina Danel und Emily Fischer, die von Uli Metzler trainiert werden, auf die Bühne. Sie begeisterten mit ihren akrobatischen Einlagen.

Die jungen Mädchen der Garde wirbelten ebenfalls bei zwei Tänzen über die Bretter, einmal als Polizistinnen und außerdem mit einem sehr gelungenen, klassischen Gardetanz. „Bollywood“ grüßte beim indischen Tanz der Gruppe Glamourös und die TSV-Tanzgruppe zeigte als Ballermann-Stewardessen eine originelle Show mit Sicherheitseinweisung der Fluggäste. Der King of Pop feierte bei der schrägen Nummer des Männerballetts auf der Bühne seine Wiederauferstehung. Mit weiß geschminkten Gesichtern, schwarzen lockigen Pferdeschwänzen und blinkenden Hüten schwangen die Lengschder Michael Jacksons ihre Hüften. Ein Thriller.

Bilder: Narren feiern gut gelaunt bei der Sitzung des TSV Langstadt

Fastnachtslegionäre sind bei der Lengschder Show in der Minderheit. Lediglich in die Bütt holen sich die Fastnachter des TSV, unter der Leitung von Peter Scheer, auch auswärtige Quatschköpfe zur Verstärkung. So kalauerte Routinier Ralf Knöpp aus Babenhausen als „Erstflieger“ auf dem Weg nach Mallorca mit der Horror-Airline („Werbeslogan: Wir kriegen sie schneller runter als andere“). Vom Tipp seines flugerfahrenen Freundes kann eigentlich jeder profitieren. „Immer ganz vorne hinsetzen. Denn da kommt bei einem Absturz auf jeden Fall der Getränkewagen nochmal vorbei“. Kirstin Goksch aus Semd witzelte als Putztrudchen über Abnehmwahn mit Brokkoli-Smoothies und über Highheels, bei denen die Füße bis weit übers Knie absterben.

Aus Schlierbach war Klaus Euler mit seinem Hubschrauber in die Bütt geflogen. Zwei Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen, Lucas Duda im rosa Strampler und Yannic Koch in hellblau, plauderten als „Zwa Bobbelcher“ in einem aus Einkaufswagen gebauten Zwillingskinderwagen sitzend über ihre Erlebnisse in der Krabbelgruppe und ihrer Familie. Kleinere Texthänger, die die beiden talentierten Teenager wie Profis überspielten, hielten das närrische Volk nicht davon ab, die Bobbelchen begeistert zu bejubeln. Die „Ton-Artisten“ schmetterten Stimmungslieder. Rockig und live mischte die Band „Atze & Friends“ das Filmset mit Schlagern, aber auch Satisfaction von den Stones auf. Schräge Geschichten auf der Parkbank lieferte die Langstädter Comedy-Gruppe.

Die zweite Sitzung des TCV-Langstadt am Samstag, 16. 2., ist restlos ausverkauft.

Quelle: op-online.de

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