Weiberfastnacht in Babenhausen

Bei „Nacht der strammen Waden“ gestalten Männer das Programm

+
Diese vier kunterbunt kostümierte Damen in Partylaune hatten sichtlich ihren Spaß bei der Babenhäuser Weiberfastnacht.

Babenhausen - Nach der erfolgreichen Premiere bei der Weiberfastnacht im vergangenen Jahr hat die CVB-Prinzengarde jetzt die zweite Auflage ihrer „Nacht der strammen Waden“ auf die Beine gestellt. Von Petra Grimm

Und jede Menge bunt kostümierte Frauen aller Altersklassen füllten Donnerstagnacht die Stadthalle bei der rund zweistündigen Sitzung mit anschließender Party. Männer waren nur als Akteure auf der Bühne, Helfer hinter dem Tresen oder als Kartenabreißer erlaubt. Erst nach dem offiziellen Programm, zur After-Show-Party, durften sie dann auch im Saal mitfeiern. Zu diesem Zeitpunkt hatte das gut gelaunte Weibsvolk schon einen ordentlichen Vorsprung.

Die Veranstalterinnen der Prinzengarde enttäuschten ihre Gäste auch dieses Mal nicht. Das Konzept passte: Die unterhaltsame, närrische Bühnenshow und das Ambiente mit Bar, Stehtischen, Sitzgelegenheiten und Platz zum Tanzen vor der Bühne sorgten für ausgelassene, entspannte Stimmung im Saal.

Auf Büttenredner wurde in diesem Jahr ganz verzichtet. Das war auch gut so, denn zum Zuhören waren die Fastnachterinnen ganz offensichtlich nicht gekommen. Eher zum Tanzen, Singen und Schunkeln. Sie prosteten sich zu und feuerten die Tänzer auf der Bühne an: „Ausziehen!“ oder mit dem von den beiden Moderatorinnen Anna Elena Resch (die aktuelle CVB-Prinzessin) und Laura Berg verkündeten Schlachtruf: „Männer lasst die Ranze tanze!“.

Als die Harmonie Dream Dancer aus Griesheim, die als flotte Schotten mit wehenden Röcken unterwegs waren, sich zu Beginn ihres Tanzes als mehrere Dreimann-Pyramiden vor der Bühne im Saal aufbauten, sorgten sie für Begeisterung. „Werft ihn her zu uns!“ rief eine Frauentruppe den beiden unteren Männern, die den leichteren Kollegen in die Luft hielten, zu. Und diese Schotten waren nicht auf den Mund gefallen: „Jetzt nicht. Den bekommt ihr später“, antworteten sie den lachenden Frauen.

Weiberfastnacht beim Carnevalsverein Babenhausen: Fotos

Sechs Tanzgruppen mit wirklich tollen Typen in jedem Format, jeder Gewichtsklasse und jedem Alter rockten den Saal mit originellen Choreografien und Kostümen. Und eins muss man sagen: Waschbrettbäuche werden ja kolossal überschätzt. Einen eindrucksvollen Beweis lieferten die meisten der männlichen Grazien, die sich wirklich enorm ins Zeug legten, ihre Hüften kreisen ließen und sich teilweise ihrer Kleider entledigten. Blonde Perücken, wie bei der Harreshäuser Boygroup „Smoking Flamingos“ flogen eher unbeabsichtigt durch die Gegend. Diese Lokalmatadoren zeigten zur Musik des Musicals Grease eine tolle Tanznummer – ein Teil von ihnen in Petticoats und die anderen als John Travoltas. Dann lieferten sie noch in ihren Badeanzügen mit der Aufschrift „Baewatch“ einen atemberaubenden Anblick und einen ungewöhnlichen Tanz mit einer Pyramide als Schlussbild.

Ebenfalls aus einem Babenhäuser Stadtteil angereist, wagte sich das Langstädter Männerballett in die Höhle der Löwinnen. Es erntete viel Gekreische und Applaus für seine großartige Show, bei der es ein „Best of“ seiner Tänze und Kostüme der vergangenen Jahre präsentierte. Von den nackten Frisösen, über Wickie, die Biene Maja oder auch Bauchtänzerinnen war alles dabei, was das Herz der Zuschauerinnen höher schlagen ließ. Zum ersten Mal auf der Stadthallenbühne waren die Hotwings aus Niedernhausen mit ihrer „Irish Party am Kölner Dom“. Diese eher jüngere Truppe startete mit Trommeln und steigerte sich mit enormer sportlicher Kondition zu tänzerischen Höchstleistungen. Die Gruppe „Zuschee“ aus Darmstadt war im vergangen Jahr auch zu Gast. Sie war als Legomänner kostümiert, ließ ihre Hüllen am Ende aber fallen und tanzte in kurzen Shorts weiter. Aus Mosbach waren die „Sunglasses“ mit einem Schwarzlichttanz dabei. Hut ab vor ihrer Kreativität.

Als sich zum Abschluss alle Akteure auf der Bühne versammelten, sah man an der Eingangstür einige männliche Narren mit den Hufen scharren. Sie warteten schon darauf, den Saal zu stürmen und mitzufeiern.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare