Sitzung des Babenhäuser Carnevalvereins

Liebreiz nach polterndem Protokoll

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Die CVB-Tanzgruppe begeisterte vor Pariser Kulisse mit ihrem flotten Can-Can.

Babenhausen - Der Elferrat, an der Spitze Sitzungspräsident Holger Plischke, thronte vor einer beeindruckenden „Moulin Rouge“. Von Petra Grimm

Dass die rote Pappmühlenkulisse während der Sitzungspause ein bisschen an Form verlor und wieder aufgebaut werden musste, tat der guten Laune im Saal keinen Abbruch.

„55 Jahre Fassenacht beim CVB mit Vive la France, Helau und Santé“ war das Motto, unter dem im Jubiläumsjahr gefeiert wurde. „La Vie en Rose“ war Samstagnacht in der Stadthalle angesagt. Schwungvolle Show- und Gardetänze, Witze und Kalauer aus der Bütt gehören traditionell zum närrischen Programm der Sitzungen des Babenhäuser Carnevalvereins.

Zum ersten Mal wieder dabei

Das Männerballett Hypertonics kam „bayerisch“.

Ein Protokoll indes war seit Jahren zum ersten Mal wieder dabei. Joachim Heizmann schaute dabei nicht durch eine rosa Brille, sondern holte zu einem Rundumschlag auf die Babenhäuser Politik aus. Er ließ kein Reizthema aus und bediente sich scharfer Worte. Von der Umwandlung der Kaserne („ob es da überhaupt mal weitergeht?), über „den Schandfleck Brandruine“, den Kita-Abriss oder auch das Hin und Her der Firma Elb-Schliff, geplante Baugebiete oder die Vereinspolitik – der Protokoller ließ Dampf ab. Die Ortsbeiräte würde er wegen Nutzlosigkeit gleich ganz abschaffen. Überhaupt ließ er an den Kommunalpolitikern kein gutes Haar. Versöhnlich war er nur ganz am Ende seiner Rede. Da lobte er Bürgerengagement, beispielsweise beim Lebensmittelpunkt, im Weltladen oder auch bei der Feuerwehr.

Das restliche Programm der Nacht kam dann leichtfüßiger daher, vor allem in Form von mitreißenden Tänzen in farbenfrohen Kostümen. Die Prinzengarde, die Kleine und die Mittlere Garde des CVB schwangen ihre Beine, dass es eine Freude war. Vor allem die kleinsten Gardetänzerinnen zauberten ein Lächeln auf die Gesichter der Sitzungsgäste.

Ein ganz besonderer Knüller

CVB-Präsident Klaus Fengel als Jungsenior in der Bütt.

Ein ganz besonderer Knüller war der gekonnte Can-Can der CVB-Tanzgruppe, die für ein bisschen Verruchtheit auf der Bühne sorgte. Die flotte Choreografie und mitreißende Show erhielt wahre Applausstürme im Saal. Das Lido-Ballett als Babe-Town-Housewifes entblätterte sich tanzend. Zuerst in Putzfrauenkostümen, dann als langmähnige, blonde Krankenschwestern und schließlich als Rettungsschwimmerinnen war ihnen die ungeteilte Aufmerksamkeit des männlichen Teils des Publikums gewiss.

Die CVB-Hausfrauen tanzten Jim Knopf und Lukas. Sie hatten sogar die Lokomotive Emma dabei. Vom TVB unterhielt eine der Akzeptanz-Gruppen, die als irische Kobolde unterwegs waren. Für Schuhplattler und wirbelnde Dirndl sorgte das Männerballett Hypertonics, die bayerisch im Einsatz waren. Bei ihren Hebefiguren blieb kein Auge trocken. In dieser Truppe tanzen nicht nur der diesjährige Prinz Frank II und sein Hofmarschall Roland Keil, auch CVB-Präsident Klaus Fengel war wieder eine ganz besondere Augenweide.

Bühne der Babenhäuser „Moulin Rouge“

Jessika Fehrensen und Rebecca Juhl wirbelten als Tanzmariechen über die Bühne der Babenhäuser „Moulin Rouge“, auf der sich auch Prinz Frank II und Prinzessin Lydia (Müller) und die Kinderprinzen Tobi I (Mathes) und Alina I (Fischer) mit ihrem Gefolge präsentierten. Bürgermeisterin Coutandin hielt ebenfalls eine Ansprache.

Der Junggesellenabschied der Jügesheimer Disharmonie gehörte mit seinen Gags und umgedichteten Liedern zu den Höhepunkten der Nacht. Die Kombination von gekonntem A-cappella-Gesang und Comedy kam bestens an. Bei ihrem Auftritt als Village People, den die Sänger für den Polterabend übten, wurde aus dem Hit YMCA „Party is schee“ und das närrische Volk ging begeistert mit.

In der Bütt witzelte Monika Schledt aus Dieburg über das immer dankbare Thema Mann und Frau. CVB-Chef Klaus Fengel bedauerte sich als Jungsenior der Generation 50 plus, einem Alter, in dem sich einiges ändere; körperlich und überhaupt. So stelle man die Lektüre vom Playboy auf die Apothekenumschau um, und wenn man nicht Johannes Heesters heiße, sei das Glas auch halb leer. Frank Eser sorgte als pubertierender 16-jähriger, der über seine peinlichen Eltern herzog, für Lacher. Singsang und jede Menge Kalauer bot der Babenhäuser Vollblutfastnachter Ralf Knöpp, der den Saal sogar zum Muhen brachte. Für Bewegung durch Schunkelrunden sorgte die Kapelle Thierolf.

Wer mitfeiern möchte: Für die zweite Sitzung am kommenden Samstag gibt es noch einige Restkarten.

Quelle: op-online.de

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