Zum Schluss verschwand der Tiger

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Die TSV Tanzgruppe als Lady Gagas mit Maske, Korsage und Netzstrümpfen eroberte Langstadts Narrenbühne.

Langstadt - In diesem Spielcasino gab es Samstagnacht keine Verlierer. „Helau to fabulous Las Vegas“ war in großen Buchstaben hinter dem Elferrat zu lesen. Von Petra Grimm 

Der thronte in einer mehr als gelungenen Kulisse auf der Bühne, die mit großen Würfeln, Spielkarten und einem Roulette dekoriert war. Ein großer Papp-Elvis und eine beleuchtete Hochhaus-Skyline fehlten auch nicht. Die amerikanische Glückspiel-Oase mit ihrer Glitzerwelt und ihren Shows war Thema der Lengschder Fastnacht. Die Karnevalsabteilung des TSV, an der Spitze Rüdiger Manowski, hatte zu ihrer ersten Kostümsitzung in die Markwaldhalle eingeladen.

Und der Saal war ausverkauft. Die feierfreudigen Gäste, viele hatten sich in Kartenspiele oder schicke Casino-Besucher verwandelt, genossen das abwechslungsreiche Programm, das in Langstadt ausschließlich von ehrenamtlichen Narren bestritten wird. „Es sind alles Langstädter oder Leute, die eine enge Beziehung zu Langstadt oder dem TSV haben“, sagte Rüdiger Manowski.

Sitzungspräsident Frank Ludwig Diehl warf bei seiner Begrüßung einen Blick auf Ereignisse, die die Nation bewegten, wie die Wintersportunfälle, bei denen auch Kanzlerin Angela Merkel zu Schaden kam. „Allen Kranken mit Weh und Au rufen wir ein dreifaches Langstadt helau!“ forderte er den Saal auf, um dann von der Kanzlerin auf Bürgermeisterin Gabi Coutandin und die anstehende Bürgermeisterwahl sowie ihre Kandidaten überzuleiten. Die SPD habe Achim Knoke. Über den noch nicht öffentlich genannten Kandidaten der CDU sagte er: „Einer, der es machen tät, lebt bei uns im Ort“. Kann sein, dass er dabei den neben ihm sitzenden Karnevalsabteilungsleiter mit einem Blick gestreift hat. Wer für die Grünen nicht ins Rennen geht, wusste Diehl aus sicherer Quelle: „Also der Lengschder, der bei denen dabei ist, der macht es nicht.“ Bei der FWB müsse man vielleicht noch mit dem Mann rechnen, der „ä Kiesgrube mache will“.

Aerobic-Gruppe des TSV mit Tanz

Dann begann die närrische Revue mit der Langstädter Garde, die später auch mit dem Showtanz „Rock me Amadeus“ begeisterte. Die TSV Tanzgruppe als Lady Gaga in mehrfacher Ausführung mit schwarzer Maske, goldener Korsage und Netzstrümpfen eroberte den Saal im Sturm. Ein echter Knüller war wie immer das Männerballett. Ihr „Las Vegas Dancing“ – als vierfacher Elvis zu „Viva Las Vegas“ oder im Cowboy-Outfit zum Johnny Cash-Hit „Ring of Fire“ – rief echte Begeisterungsstürme hervor. Vor allem die in die Tanznummer eingebauten Drag-Queens (Originalton Diehl: „Truck-Queens“) wirbelten mit ihren Plateau-Schuhen und spitzen, grünen Brüsten über die Bühne, dass einem der Atem stocken konnte.

Eine Augenweide war die Aerobic-Gruppe des TSV bei ihrem mitreißenden Tanz. Nicht nur das Babenhäuser Prinzenpaar Nadine I. und Michael III. gaben sich mit einer Ansprache die Ehre. In Langstadt waren auch die Tollitäten aus Richen zu Gast. Prinzessin Andrea II. und Dieter I. prosteten dem Publikum ebenfalls zu.

Zwischendurch drehte der Sitzungspräsident zur Freude des Publikums das Roulette-rad und brachte flüssige Gewinne unters Volk: „Die Nummer 30! Das heißt Tisch 30 bekommt eine Flasche Sekt!“ verkündete er dem feiernden Saal. Singend in der Bütt war der Babenhäuser Vollblutfastnachter Ralf Knöpp als Schlagersänger im Einsatz. Er bildete aus gesungenen Textzeilen bekannter Schlager aus den 70ern eine schräge Geschichte und ließ damit Rex Gildo, Michael Holm und Co. wieder auferstehen. Und zwar gemeinsam mit dem Publikum, das die Lieder natürlich kannte und mitsang.

Ricky Heb aus Semd war aus dem Hotel Mama geflogen. Besonders beeindruckend bei seinem Vortrag war die Aufzählung von seltsamen Dingen, die er beim Ausmisten seines Schrankes fand. Denn er schoss die Worte minutenlang wie aus einer Maschinenpistole hervor und schien dabei kaum Luft zu holen.

André Reining aus Schlierbach lud in der Bütt zu einer ganz besonderen Märchenstunde ein und das Lengschder Fastnachts-Urgestein Dieter Schöffel kalauerte als Fritzschambes auch wieder zur Freude des Publikums. Stimmungslieder schmetterten die Disharmoniker unter der Leitung von Dieter Haag traditionsgemäß. Die Band Atze und Friends rockte den Saal. Sie hatten ebenfalls einen Elvis dabei. Wer bis zum Ende der Sitzung schon sehnsuchtsvoll auf Siegfried und Roy gewartet hatte, wurde nicht enttäuscht. Bei der Las Vegas Show einer humorvollen Gruppe Langstädter blieb kein Auge trocken. Mit Sketchen und Witzen wurden jede Menge Klischees rund um das Spielerparadies aufgespießt. Und natürlich ließen Siggi und Roy einen Tiger verschwinden...

Quelle: op-online.de

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