CVB feiert Fastnacht

Stets das Närrische im Blick

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Die CVB-Hausfrauen zeigten ihren Tanz „Eiszeit“.

Babenhausen - Die Anweisungen ihrer Trainerin vor der Bühne ignorierten sie hartnäckig, dafür schenkten sie dem Publikum ein strahlendes Lächeln und wackelten engagiert mit ihren kleinen Popos. Von Petra Grimm 

Die CVB-Prinzengarde beim klassischen Gardetanz.

Die drei winzigen Tänzerinnen der Kleinen Garde, die ungerührt vom tänzerischen Treiben um sie herum ganz vorne am Bühnenrand ihr eigenes Ding machten, stahlen der restlichen Truppe ein bisschen die Show. Dieser Auftritt mit seinem besonderen Charme rief Begeisterungsstürme beim närrischen Publikum hervor. Mit fünfeinhalb Stunden Programm, das überwiegend vertraute Gesichter bot, unterhielt der CVB am Samstag bei seiner ersten Sitzung in der nicht ganz ausverkauften Stadthalle. Die beachtliche Bühnendekoration, passend zum Motto „Hexen, Hexen in der Hall und sie feiern Karneval“, zeigte die Silhouette einer Hexe, die auf ihrem Besen um den Babenhäuser Hexenturm fliegt. Davor thronte der Elferrat, in seiner Mitte Sitzungspräsident Klaus Fengel, der wie gewohnt humorvoll durch die Nacht führte.

Die bot einige Knaller. So war Joachim Heizmann nach seiner Premiere im vergangenen Jahr wieder als Protokoller in der Bütt und kommentierte scharfzüngig die Kommunalpolitik. „Die Parteien haben das Miteinander verloren. Dafür gibt’s heute richtig auf die Ohren“, sagte er zum Einstieg. Dann legte er los und wetterte gegen die Ortsbeiräte, die seiner Meinung nach wegen Nutzlosigkeit „eingestampft gehören“. Auch an der Arbeit der verschiedenen kommunalpolitischen Ausschüssen – Sozial-, Finanz- und Bauausschuss – ließ er kein gutes Haar: „Jeder, der schon mal am Fließband gearbeitet hat, weiß, was das Wort Ausschuss bedeutet“.

Garden sorgten für schmissige Tänze

Erstmals dabei: die Hutzelgründer Guggemusik aus Leidersbach.

Aber Heizmann verlor bei seinem Rundumschlag auch das Positive in der Stadt nicht aus den Augen, beispielsweise das neue Einkaufszentrum in der Innenstadt oder das Heimatmuseum, das jetzt eröffnet wird. Die Germania sei aufgestiegen, der Turnverein habe eine tolle neue Halle und die Handballer spielen in der Oberliga. „Überall, wo die Politik nicht involviert, hat alles prächtig funktioniert“, so sein Resümee. Hofmarschall Roland Keil stellte dem närrischen Volk das Prinzenpaar Nadine I. und Michael III. aus dem Hause Kattner und die Kinderprinzen Mara I. (Grigo) und Alexander II. (Schäfer) mit ihrem Hofstaat vor. Die vereinseigenen Garden sorgten für schmissige Tänze.

Tolle Kostüme und ideenreiche Choreografien beklatschte das Publikum auch. So war die CVB-Tanzgruppe mit „Alice im Wunderland“ auf der Bühne unterwegs und die CVB-Hausfrauen beschworen tänzerisch die Eiszeit. Die jungen Tänzerinnen der TVB-Akzeptanz wirbelten zu Musik aus den 70ern über die Bühne, dabei trugen sie Röcke, die an Disco-Kugeln erinnerten. Das Lido-Ballett des CVB war in Seenot geraten und tanzte erst als Matrosen, ehe wilde Piraten über die Bühne fegten. Als Indianer eroberte das Männerballett Hypertonics wieder sein Publikum. Eine gelungene Premiere auf der CVB-Bühne feierte die Hutzelgründer Guggemusik aus Leidersbach, die den Saal mit ihren stampfenden Rhythmen aufmischte.

In der Bütt witzelten durchweg alte Bekannte, darunter die Dieburgerin Monika Schledt, die mit der modernen Technik kämpfte. In ihrem Vortrag fand sich sicher der eine oder andere Zuhörer wieder, ob beim Kampf mit dem Programmieren der High-Tech-Kaffeemaschine oder dem störrischen Computer. Für deftige Gags war Christoph Visone als „es Dabbesche“ zuständig. Er redete über seine schräge Verwandtschaft und seine Frau, die er Schatz nennt. „Aber nicht weil sie mich bereichert, sondern weil ich sie vergraben will.“ Routiniert war Frank Eser aus Jügesheim wieder im Einsatz. Er lässt bei seinen gelungenen Vorträgen einen Blick in sein Alltagsleben zu. In diesem Jahr baute er als Handwerker in seinem Keller eine Sauna. Nach acht Jahren Arbeit war jetzt immerhin der Plan fertig.

Als letzter Büttenredner in dieser Nacht schaffte es der Babenhäuser Ralf Knöpp trotz fortgeschrittener Stunde, den Saal als „Allroundsänger“ noch einmal in Bann zu schlagen. Für Live-Gesang, eingepackt in eine humorvolle Show, sorgte die Jügesheimer a cappella-Gesangsgruppe „Disharmonie“. Bei den beiden Dieburger Travestiekünstlern Wolfgang Brandt und Stefan Ludwig kommt der Gesang hingegen vom Band. Mit ihrer Schlager-Playback-Show „Kreisfeuerwehrfest“, bei der sie wieder mit rasanten Kostümwechseln und ausdrucksvoller Mimik beeindruckten, sorgten sie für Stimmung im Saal. Lautstark forderte das Publikum nach einer Zugabe. Die zweite Sitzung des CVB am kommenden Samstag ist ausverkauft.

Quelle: op-online.de

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