Neues Wohnen und Arbeiten in Babenhausen

Feinschliff an der Michelsbräu-Klinkerfassade

Das ehemalige Michelsbräu-Sudhaus mit seinem markanten Schlot (links) ist immer noch eingerüstet. Auf der dahinter liegenden Brachfläche sollen ein Mehrparteienhaus und zwei Apartmenthäuser für altengerechtes Wohnen entstehen. Letztere gehören zur K&S-Seniorenresidenz (gelbes Gebäude). Die Aufnahme entstand im Juli.
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Das ehemalige Michelsbräu-Sudhaus mit seinem markanten Schlot (links) ist immer noch eingerüstet. Auf der dahinter liegenden Brachfläche sollen ein Mehrparteienhaus und zwei Apartmenthäuser für altengerechtes Wohnen entstehen. Letztere gehören zur K&S-Seniorenresidenz (gelbes Gebäude). Die Aufnahme entstand im Juli.

Das ehemalige Sudhaus der Michelsbräu ist mittlerweile vollständig vermietet. Bis auf dem rückwärtigen Gelände allerdings Wohnraum entsteht, wird es noch etwas dauern.

Babenhausen – Schon seit Langem ist das ehemalige Sudhaus der Michelsbräu an der Fahrstraße komplett eingerüstet. Ein ungestörter Blick auf die Klinkersteine des denkmalgeschützen Gebäudes mit seinem markanten Schlot ist nicht möglich. Die Tage des Gerüst sind allerdings gezählt, wie Eigentümer Markus Aumann auf Nachfrage berichtet. „Es war gar nicht so einfach, ein Unternehmen zu finden, das die Klinkerfassade fachmännisch ausbessert und säubert.“ Doch dieses ist gefunden und wird dem Sudhaus den letzten, äußeren Feinschliff geben.

Im Inneren haben die Handwerker bereits ganze Arbeit geleistet. Nachdem schon im vergangenen November im Erdgeschoss die Löwen-Apotheke ihre neuen Räume bezogen hatte, hat sie nun Gesellschaft vom Beauty-Café bekommen, das aufgrund des erneuten Corona-Lockdowns die geplante Eröffnung verschieben musste. Auch die anderen Flächen in dem viergeschossigen Gebäude sind mittlerweile komplett vermietet, berichtet Aumann. So haben nach den Bierbrauern – die Produktion in Babenhausen endete bereits 2011 – dort nun ein Steuerberatungs- und Steuerhilfebüro, die zuvor in der K&S-Seniorenresidenz angesiedelte Artemis-Augenklinik, eine Praxis für Bewegungstherapie und ein Pflegedienst Einzug gehalten. Das Medizinische Zentrum von Dr. Abrar Mirza, der vor knapp zwei Jahren das an das Sudhaus angrenzende ehemalige Verwaltungsgebäude bezog, hat ebenfalls Räume angemietet, um Platz für Fachärzte zu schaffen.

Bebauungsplan geht in eine zweite Offenlage

Während das Sudhaus nun wieder bevölkert ist, wird es für das brachliegende, insgesamt etwa 6 000 Quadratmeter große Areal dahinter noch etwas dauern, bis dort Senioren ihre Apartments beziehen werden können oder das Mehrparteienhaus mit etwa zwölf Wohnungen gebaut werden kann. Letzteres soll an den Spessartplatz grenzen.

Nach dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan im August 2018 und der daran anschließenden Beteiligung der Öffentlichkeit hatte es angesichts der geplanten Höhe von bis zu 12,50 Metern und dem Staffelgeschoss Kritik gegeben. Nachbarn meinten außerdem, dass das Flachdach nicht in die Umgebung passe, die von Satteldächern geprägt ist. Anwohner bemängelten seinerzeit auch, dass die beiden Senioren-Apartmenthäuser ihrem Empfinden nach als zu hoch und zu nah an der Grundstücksgrenze geplant seien. Sie befürchteten unter anderem den Schattenwurf.

„Wir bereiten eine zweite Offenlage vor“, berichtet Aumann zum weiteren Bauleitverfahren. Höchstwahrscheinlich werde dies allerdings nicht mehr in diesem Jahr passieren. Auch inwieweit die in diesem Jahr beschlossene neue Stellplatzsatzung für das Vorhaben greife, werde derzeit noch geprüft. (Von Norman Körtge)

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