Feldchenbrücke gesperrt:

Gülle durch die Innenstadt karren

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Mindestens 29 von insgesamt 76 Brücken in Babenhausen müssten dringend saniert werden. Eine von ihnen ist die Feldchenbrücke (Bild) über die Gersprenz. Die ist seit wenigen Tagen für den landwirtschaftlichen Verkehr gesperrt. Babenhäuser Landwirte, angeführt von Ortslandwirt Ralf Geißler, fordern nun, diese Brücke schnellstmöglich wieder für den Verkehr freizugeben.

Babenhausen - Die Sperrung einer für die Landwirtschaft wichtigen Brücke über die Gersprenz könnten ab dem kommenden Frühjahr zu Geruchs- belästigungen in der Kernstadt führen. Von Norman Körtge 

Zwischen der Konfurter Mühle und der Stadtmühle schlängelt sich die Gersprenz weitestgehend naturbelassen durch die Felder. Überquert werden kann sie unter anderem über die sogenannten Felchenbrücke – seit vergangenem Mittwoch aber nur noch von Radfahrern und Fußgängern. Zwei große Felsbrocken, eingerahmt von Absperrgittern und Warnbaken, verhindern, dass Fahrzeuge die Gersprenz an dieser Stelle queren können.

Die Feldchenbrücke ist eine jener vier Brücken, die, wie berichtet, nach der jüngst stattgefundenen Prüfung gesperrt werden mussten. Schäden an den „Lagern im Wasserwechselbereich“ auf der südlichen Seite sowie massive Schäden an der Brückenunterseite nennt Bürgermeister Joachim Knoke auf Nachfrage die Gründe. Eine Sanierung sei nicht möglich, steht außerdem im Prüfbericht. Das heißt: Neubau. Und der ist aktuell nicht absehbar.

Für die Landwirte, die bislang die Feldchenbrücken nutzten, um zu ihren Feldern zu gelangen, bedeutet dies nun, dass sie große Umwege fahren müssen. Dass dadurch auch die Bürger in der Kernstadt betroffen sein werden, darauf machten einige Landwirte – angeführt von OrtsLandwirt Ralf Geißler und seinem Stellvertreter Jürgen Rademer – gestern aufmerksam. „Wir müssen dann durch die Innenstadt“, berichtet Rademer, dessen Hof am Langenbrücker Weg liegt. „Ludwigstraße, An der Stadtmauer, Platanenallee“, skizziert er die Ausweichroute, die er im Frühjahr mehrmals täglich fahren müsste. Geruchsbelästigungen durch Gülletransport oder Fahrbahnverschmutzungen durch dreckige Reifen seien nicht ausgeschlossen.

Da auch eine Brücke über die Lache bei der Reithalle in der Tonnage begrenzt werden musste – und somit von Traktoren nicht mehr benutzt werden kann – wird auch Ortslandwirt Geißler einen Umweg fahren müssen. Unter anderem durch die Waldstraße, in der ein einseitiges Halteverbot eingerichtet werden müsste. Ansonsten sei kein Durchkommen mit landwirtschaftlichem Gerät, so Geißler.

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Die Forderung der Landwirte, unter ihnen auch Horst Grimm aus Hergershausen und Christian Horn aus Harreshausen: Die Kosten für die Erneuerung der beiden für die Landwirtschaft wichtigen Brücken sollen in den Haushalt 2017 eingestellt werden.

In diesem Zusammenhang verweist Bürgermeister Knoke auf den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der besagt, dass pro Jahr eine Brücke saniert werden soll. In der von der Verwaltung aufgestellten Prioritätenliste ist für 2017 die Brücke am Westring über die Lache vorgesehen. Dafür sind Kosten in Höhe von zirka 280.000 Euro veranschlagt. Ein wichtiges Projekt im Zusammenhang mit der ebenfalls anstehenden Sanierung der Ziegelhüttenstraße, wie der Rathaus-Chef betont. Sollten jetzt zwei oder gar drei Brücken im kommenden Jahr saniert beziehungsweise erneuert werden, müsse das Parlament einen entsprechenden Beschluss fassen. Knoke gibt allerdings zu bedenken, dass im kommenden Haushaltsjahr die „schwarze Null“ stehen muss. Es müsste also Geld an anderer Stelle gespart werden.

Wie Knoke allerdings auch berichtet, prüft die Verwaltung derzeit, ob es für die Feldchenbrücke ein provisorische Lösung geben könnte.

Quelle: op-online.de

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