Babenhäuser Ferienspiele

Hühner, Flugzeuge und bunte Bälle

+
Es geht los! Die Babenhäuser Ferienspiele wurden zu Beginn der Woche eröffnet.

Babenhausen - Während in einigen Kommunen die Ferienspiele gleich zu Beginn der Sommerferien starten, ist in Babenhausen erstmal Geduld gefragt. Hier ist der Spaß traditionell auf die letzten beiden Wochen terminiert. Von Michael Just 

Nun hat das Warten ein Ende: Am Montagmorgen um kurz nach 10 Uhr wurde jene Glocke geläutet, die den Auftakt symbolisiert. In diesem Jahr heißt das Motto der Spiele „Orient - 1001 Nacht“. Der Stützpunkt ist erneut das Gelände des TSV Harreshausen, dessen Sportplätze mit der Halle und der Küche beste Voraussetzungen bieten. Vor allem bei den Bastelangeboten oder dem Ferienspiel-Fest nächste Woche werden diese zum Tragen kommen.

Für die Stadt wünschten Stadtverordnetenvorsteher Wulf Heintzenberg und Erster Stadtrat Kurt Lambert den Kindern und Betreuern tolle Tage und Begegnungen. 237 Kinder und 31 Betreuer sind es in diesem Jahr. Neu ist die enorme Zahl von 42 Vorschulkindern. „Für die vier Gruppen haben wir den Betreuerschlüssel von acht auf fünf Kinder modifiziert“, berichtet Ina Hildwein von der städtischen Kinder- und Jugendförderung. Ebenfalls ein Novum: Diesmal wurde noch genauer darauf geachtet, dass die Ausflugsziele optimal zum Alter der jeweiligen Gruppe passen. „Das ist bei einer Altersspanne von fünf bis 13 Jahren unbedingt nötig“, ergänzt Hildwein. Als unerwartet niedrig zeigte sich die Nachfrage für die angebotene Frühbetreuung von 7.30 bis 9.30 Uhr, für die gerademal ein Kind angemeldet wurde. „Da es immer mehr Väter und Mütter gibt, die beide einem Beruf nachgehen, war diese bescheidene Nachfrage für uns schon überraschend“, so Stadtjugendpfleger Michael Spiehl. Wie er andeutete, müsse man die Fortführung dieses Angebots überdenken. Der Aufwand für die Ferienspiele zeigt sich auch ohne Frühbetreuung als groß: So werden Busse eingesetzt, die die Kinder als Sonderfahrt morgens aus den einzelnen Stadtteilen abholen und abends wieder zurückbringen.

Herbstliches Wetter wird zum Problem

Vor allem Hauptorganisatorin Ina Hildwein ist froh, dass es nun endlich losgeht. „Im letzten Jahr waren zu diesem Zeitpunkt die Ferienspiele schon drei Wochen rum“, sagt sie. Dabei blickt sie nicht zuletzt auf das Wetter, das sich schon herbstlich zeigt und das vielen Angeboten im Freien einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Unterstützung gibt es erneut von einer Reihe von Vereinen, darunter dem Luftsportclub, dem Geflügelzuchtverein, Berg Auf, der Feuerwehr oder den Basketballern und Baseballern des TV. Mit dabei ist auch der TV Schaafheim, der ein Trampolinspringen anbietet.

Mit Spannung wird der heutige Mittwoch erwartet, der, je nach Gruppe, Ganztagesausflüge ins Tollhaus nach Bad Vilbel, den Hessenpark in Neu Anspach und die Grube Fortuna in Solms bietet. Wie einige Kinder verrieten, ist deren Erwartung gar nicht so hochgeschraubt: „Das Basteln im letzten Jahr war mit das Schönste“ sagt die achtjährige Talea. Charlotte freut sich vor allem aufs Schwimmbad und Leon will lediglich viel Fußball spielen. Das dürfte auf dem Gelände des TSV ohne Probleme möglich sein.

Poolparty zum Abschluss der Ferienspiele (2013)

Poolparty zum Abschluss der Ferienspiele

Die 31 Betreuer werden in den nächsten Tagen alles tun, um die Kinder glücklich zu machen. Für ihren Job mussten sie ein Casting bestehen, bei dem ihre pädagogische Qualifikation und ihre Kreativität abgeklopft wurden. Sogar ein Betreuerwochenende mit Übernachtung wurde zum gegenseitigen Kennenlernen anberaumt. Die meisten sind Schüler, Studenten oder angehende Erzieher, bei denen sich die Ferienspiele gut im Lebenslauf machen. Für die zwei Wochen Arbeit, die Vorbereitung und die investierte Zeit für den Erste-Hilfe-Kurs, sofern dieser noch nicht vorlag, werden von der Stadt 425 Euro gezahlt. „Bei diesem Betrag ist natürlich Idealismus gefordert“, weiß Jugendpfleger Michael Spiehl. Wie er sagt, habe man bei der Planung auch den Spaß der Betreuer berücksichtigt: „Deren Motivation lässt sich nur dann gewährleisten, wenn sie, wie die Kinder, eine bestmögliche Zeit haben“.

Quelle: op-online.de

Kommentare