Bei Ferienspielen der evangelischen Kirchengemeinde

Jugendliche zeigen Szenen aus Luthers Leben

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Bei den Ferienspielen der evangelischen Kirchengemeinde spielen Jugendliche jeden Morgen eine Episode aus dem Leben Martin Luthers in der Kirche nach. Gestern Vormittag war es unter anderem der Thesenanschlag.

Babenhausen - Die Ferienspiele der evangelischen Kirchengemeinde stehen in dieser Woche ganz im Zeichen des Reformators Martin Luther. Von Norman Körtge 

Nach dem gemeinsamen Singen in der Kirche, wird im angrenzenden Gemeindehaus gewerkelt – zum Beispiel Holzkreuze. Die Hölzer mussten zunächst abgeschmirgelt werden.

Es ist ein fröhliches Lied, das gestern Morgen aus der evangelischen Kirche am Marktplatz schallt: „Martin Luther ist ein frommer Mann, von dem man viel erzählen kann. Er liest die Bibel Wort für Wort und findet tausend Schätze dort.“ Es erklingt aus knapp 50 Kinderkehlen, unterstützt von der Jugendband und den zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern – allen voran Joy Haub –, um Pfarrer Frank Fuchs und Gemeindepädagogin Andrea Pantring. Passend zum Reformations-Jubiläumsjahr dreht sich vieles um Martin Luther. Vor allem die kurzen Theaterstücke, die von Jugendlichen der Gemeinde diese Woche jeden Morgen in der Kirche aufgeführt werden. Am Montag, dem ersten Tag der kirchlichen Ferienspiele, war es das heftige Gewitter, das Luther Angst einflößte und er den Beschluss fasste, Mönch zu werden. Gestern dann wohl die berühmteste Szene: der Thesenanschlag. Zuvor hatten die Jugendlichen eine Szene auf einem Marktplatz gespielt, auf dem Ablassbriefe verkauft werden, um Sündenerlass zu bekommen. Luther regt sich auf, reißt den Käufern den Ablass aus den Händen und zerreißt ihn. „Du hörst von unserem Anwalt“, antworteten diese mit einer modernen Redewendung. Danach ist Luther an einem Schreibpult zu sehen, wie er die 95 Thesen verfasst und schließlich an eine Tür nagelt.

Den Druck, der seinerzeit von der katholischen Kirche auf die Menschen ausgeübt worden ist, sich von ihren Sünden frei zu kaufen, thematisiert Pfarrer Fuchs im Anschluss. „Kein Mensch kann alle Gebote erfüllen“, fasst er kurz und knapp eine von Luthers Aussagen zusammen. Man dürfe auch nicht immer nach Leistung bewerten. Vielmehr gelte es auf die Liebe und Gnade Gottes und der Mitmenschen zu vertrauen.

Reise auf den Spuren Martin Luthers

Im Anschluss ging es in Kleingruppen ins angrenzende Gemeindehaus. Dort wurde gestern fleißig gewerkelt – und zwar selbstbemalte und gestaltete Holzkreuze. Bevor allerdings geklebt und gemalt werden durfte, mussten die Holzteile mit Schleifpapier abgeschmirgelt werden.

Jeweils um 9 Uhr beginnen in dieser Woche die Ferienspiele der evangelischen Stadtkirche am Marktplatz. Heute zeigen die Jugendlichen der Gemeinde, wie sich Luther vor dem Kaiser in Worms rechtfertigt („Hier stehe ich und kann nicht anders!“), morgen den Dialog mit dem Ritter auf der Wartburg und am Freitag die Hochzeit mit Katharina von Bora. Zum Abschluss wird am Sonntag, 9. Juli, um 10 Uhr in der Stadtkirche ein Familiengottesdienst mit Szenen aus Luther Leben gefeiert.

Quelle: op-online.de

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