Fest als Familientreffen

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Der Kindergarten aus der Danziger Straße beteiligte sich beim Sommerfest mit dem Stück „Der Regenbogenfisch“.

Harreshausen ‐ „Den musste ich nicht neu kaufen, den hab´ ich schon länger“, lacht Tom Best von der Leitung des Seniorenzentrums Bethesda zu seinem adrett wirkenden Strohhut. Von Michael Just

Seine Kopfbedeckung hätte kaum besser zum Sommerfest des Hauses passen können: Zum einen gab sie Schutz vor der Sonne, die reichlich vom Himmel schien, zum anderen unterstrich sie das Motto der Veranstaltung „Landleben“.  Die fast schon begeisterte Umsetzung verriet, dass sich die Verantwortlichen besonders viel Mühe gaben: Bestes Beispiel waren die zwei Ponys, zwei Ziegen und drei Hühner vom Reiterhof Hartmann, die man eigens organisiert hatte. Damit hatten die Kinder etwas zum Streicheln und die Älteren fühlten sich an ihre Jugend erinnert, wo Vieh und Landwirtschaft oft zur Familie gehörten. Von Traktorsammler Reinhard Geißler stammte eine alte Zugmaschine, die vor dem Haupteingang die bewundernden Blicke auf sich zog. Dazu hatte der Heimat- und Geschichtsverein Haushaltsutensilien aus Großmutters Zeiten - wie etwa ein Waschbrett samt Bottich - gebracht, die viele Ecken zierten.

„Wir haben zum Sommerfest versucht, möglichst alle Bewohner auf die Beine zu bekommen“, erzählt Mechthild Best mit Blick auf die 150 Senioren des Hauses. Mit deren Familien, Freunden und Bekannten, die natürlich ebenfalls eingeladen waren, war ein großes und lebhaftes Fest garantiert. Zum Teil kamen Gäste bis aus der Schweiz. „Viele nutzen unser Fest zu einem Familientreffen“, weiß Tom Best. „Wir haben diesmal eine aktive Feier ausgerufen“, ergänzt seine Frau. Nicht das Sitzen sei angesagt, sondern man müsse schon spazieren gehen und sich umschauen, um alle „Attraktionen“ zu erleben. Damit meinte sie die Tiere, den „Saftladen“ mit frisch Gepresstem, um den sich der Sozialdienst kümmerte, oder den Kräutergarten eines Bewohners, wo es Tee und reichlich Informationen zum Thema gab. Sogar ein mobiler Backofen zierte das Gelände, aus dem Jens Lautenschläger kleine Gebäckspezialitäten wie Flammkuchen zauberte. Der junge Bäcker, der bei einem Wettbewerb schon bundesweit zu Ehren kam, machte vor nicht allzu langer Zeit seinen Zivildienst bei Bethesda.

Das Seniorenzentrum will die Menschen aus dem Ort einbinden

Verteilt wurden die kleinen Gaumenfreuden von einer Gruppe Harreshäuserinnen, die als Landfrauen von anno dazumal verkleidet waren. Die Gruppe stand dafür, dass es dem Seniorenzentrum wichtig ist, auch die Menschen vor Ort in die größte Einrichtung des Stadtteils einzubinden. Für die richtige Stimmung sorgte der Harreshäuser Alleinunterhalter Rudi Burkhard und die Kinder der Kita Danziger Straße, die das Sing- und Theaterstück „Der Regenbogenfisch“ aufführten. Der Kontakt zum Nachwuchs ist bereits vorhanden, da die Großküche von Bethesda die Kita als auch einen weiteren Hort in Sickenhofen quasi mit „Essen auf Rädern“ versorgt.

Am Samstag wartete zum Mittagstisch eine große Auswahl vom Grill-Buffet, im Anschluss gab es Kaffee und Kuchen. So blieben beim Sommerfest kaum Wünsche offen, selbst Kunstfreunde kamen auf ihre Kosten: Die Kreativ-Ausstellung im Foyer des Hauses zeigte Bilder und Stickereien zum Thema „Erdbeeren“, die von den Bewohnern stammen.

Quelle: op-online.de

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