Rund 15.807 Stunden für die Bürger

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Die Spitze der Babenhäuser Feuerwehr bleibt für weitere fünf Jahre unverändert: Unser Bild zeigt von links Pressesprecher Werner Flechsenhar, den stellvertretenden Stadtbrandinspektor Kai Pasek, Stadtbrandinspektor Mario Wörner, Jugendwart Frank Herdt, Bürgermeisterin Gabi Coutandin und den stellvertretenden Jugendwart Oliver Selzer. 

Babenhausen - Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung aller Babenhäuser Wehren bestätigten die Aktiven Mario Wörner im Amt des Stadtbrandinspektors. Dazu erhielten 15 Feuerwehrmänner die vom Land Hessen initiierte Anerkennungsprämie. Von Michael Just

Plänen aus Brüssel, die Dienststunden in der Freiwilligen Feuerwehr auf acht Stunden pro Woche und Mann zu begrenzen sieht Wörner als Gefahr und als mögliches Ende für das Gesamtsystem.

Können Pläne einer fernen EU-Kommission das Gemüt der Babenhäuser Feuerwehr bewegen? Sie können! In Brüssel glaubt man nämlich derzeit, die freiwilligen Feuerwehrleute in Deutschland vor zuviel Arbeitsstunden schützen zu müssen. Deren Tätigkeit soll deshalb auf die Arbeitszeit im Beruf angerechnet werden und beides nicht mehr als 48 Stunden die Woche überschreiten. Damit blieben nur noch acht Stunden pro Feuerwehrmann und Woche für die Wehr übrig, was mit Ausbildung, Maschinenpflege oder Einsätzen zu wenig wäre, um eine Freiwillige Wehr aufrecht zu erhalten.

Kosten in Milliardenhöhe

Ein mögliche Folge: Die 24.000 Freiwilligen Wehren in Deutschland müssten dann zu etwa 450 Berufsfeuerwehren mit jeweils 40 bis 50 hauptamtlichen Kräften zusammengefasst werden, was Kosten in Milliardenhöhe bedeuten würde. Das wäre das Ende der Freiwilligen Feuerwehren. Dieses Szenario thematisierte Babenhausens Stadtbrandinspektor Mario Wörner zu Beginn seines Jahresberichts bei der Hauptversammlung aller Freiwilligen Feuerwehren der Stadt in der Stadthalle. Was der überzeugte Vertreter des freiwilligen Feuerwehrsystems von solchen Bürokraten-Plänen hält, die den Kameraden die Kompetenz absprechen, selbst zu entscheiden, wieviele Stunden sie leisten wollen und können, ist klar: „Nach der Bekanntgabe der Pläne und den ersten Kritiken sollen diese wieder in der Schublade verschwunden sein. Dort bleiben sie hoffentlich auch“, kommentierte Wörner.

Danach folgte der Blick des Stadtbrandinspektors auf die lokalen Belange mit einem Resumee für 2011. Zum Jahresende zählte die Stadt 208 Aktive in fünf Feuerwehren. Den Vereinen gehörten insgesamt 1760 Mitglieder an. 2011 wurden die Blauröcke zu insgesamt 176 Einsätzen alarmiert. Das sind 28 weniger als 2010. Davon waren 48 Brände, 87 Hilfeleistungen, 15 Fehlalarme und 26 sonstige Einsätze. Die Hilfeleistungen setzten sich aus der Beseitigung von 29 Ölspuren, Einsätzen bei fünf Verkehrsunfällen und 13 Naturereignissen zusammen. 15 Mal rückte man wegen Tieren bzw. Insekten aus. Die meisten Einsätze fielen auf die Kernstadt (124), Langstadt folgte mit 27, das Schlusslicht bildete Harpertshausen mit drei. Von den 176 Einsätzen waren 55 gebührenpflichtig.

Arbeitsstunden der Feuerwehrmänner

Rechnet man alle geleisteten Arbeitsstunden der Feuerwehrmänner in Übungen, Seminaren und Einsätzen zusammen, entsteht die stolze Zahl von 15.807 Stunden. „Das sind beinahe zwei Jahre“, lobte Stadtverordnetenvorsteher Wulf Heintzenberg, der sich zusammen mit Bürgermeisterin Gabi Coutandin für die Aufwendungen bedankte. Stadtjugendfeuerwehrwart Frank Herdt erinnerte in seinem Bericht vor allem an die erfolgreiche Ausrichtung des 32. Kreisjugendfeuerwehrtags in Babenhausen. Derzeit kann er auf 94 Mitglieder in den Jugendwehren blicken. Das sind vier weniger als vor einem Jahr. Dafür rückten zwölf junge Männer vom Nachwuchs in die Einsatzabteilung auf.

Bei den Neuwahlen bewahrten die Aktiven Kontinuität: Mario Wörner bleibt für weitere fünf Jahre Stadtbrandinspektor, sein Stellvertreter ist Kai Pasek. Beide wurden ohne Gegenkandidaten und Gegenstimmen gewählt. Wörner tritt damit seine zweite Amtszeit an. Frank Herdt und Thomas Fischer stehen weiterhin der Jugend vor.

Ehrung des Sickenhöfer Marco Eisenhauers

Zur Versammlung gehörte auch die Ehrung des Sickenhöfer Marco Eisenhauers: Für seine 25-jährige Mitgliedschaft wurde ihm das Ehrenzeichen in Bronze des Bezirksfeuerwehrverbandes Hessen Darmstadt verliehen. Dass Floriansjünger mit einem Geldsegen bedacht werden, ist ungewöhnlich und trotzdem gab es auch das: Das Land Hessen richtete vor geraumer Zeit einen Topf mit einer Anerkennungsprämie für langjährige aktive Feuerwehrleute ein.

40 Jahre Dienst in der Einsatzabteilung bescherten Heinrich Siebenschuh nun eine Anerkennungsprämie von 1000 Euro.

Für zehn Jahre warten 100 Euro, 20 Jahre 200 Euro, 30 Jahre 500 Euro und 40 Jahre 1000 Euro. Über die durften sich Marcel und Rene Sauerwein, Stefan Mieth, Christina Scholze, Andreas Fehlner (zehn Jahre), Werner Bubeck, Klaus Heil, Kai Pasek (20 Jahre), Siegfried Kinz, Günther Diehl, Bernd Schmidt, Peter Schweingruber, Thomas Kloose, Ralf Schnur (30 Jahre) und Heinrich Siebenschuh (40 Jahre) freuen. Während einige mit dem Betrag ihre Spareinlagen erhöhen, stellte Siebenschuh die Prämie in den Dienst der Kameradschaft und kündigte eine Grillfeier an.

Quelle: op-online.de

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