Schreie im Dunkeln

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Brände im Fabrikgebäude: Die Schaafheimer Feuerwehr brachte sie unter Kontrolle.

Schaafheim ‐ Blaulicht, heulende Sirenen, Flammen und Qualm lockten am Donnerstagabend zahlreiche Schaafheimer aus ihren Häusern. Von Katrin Görg

Die Schaulustigen versammelten sich vor den Toren des ehemaligen Hochtief-Geländes in der Daimlerstraße, wo nach Einbruch der Dunkelheit ein Feuerwehrauto nach dem anderen anrückte. Insgesamt um die 80 Mann kamen aus Schaafheim und seinen Ortsteilen, auch ein siebenköpfiges Team aus Babenhausen rückte an, um mit seinem Gelenkmast auszuhelfen. Die Schaafheimer Feuerwehr traf nach nur fünf Minuten als Erste ein. „Wasser marsch!“, hieß es, und ein Teil der Gruppe tastete sich, ausgerüstet mit Atemschutzgeräten und einem Wasserschlauch, unter dem Kommando „Rettung!“ durch den Rauch hinein in die brennende Fabrikhalle, um zwei Vermisste herauszuholen. Später mussten der Trupp selbst gerettet werden.

Bis dahin breitete sich das Feuer auf die hintere Hälfte der Halle aus und setzte einen Personenwagen in Brand, zwei Fässer mit brennbarer Flüssigkeit flogen in die Luft und wenig später explodierten drei Gasflaschen. Lautes Geknalle und das Geschrei verschreckter oder gar verletzter Menschen mischte sich unter das Knistern des lodernden Feuers.

„Feuer aus!“, hieß es nach eineinhalb Stunden

Was mit dem ersten Alarm, der um 19.25 Uhr gegeben wurde, niemand der neugierigen Zuschauer und selbst nicht alle Feuerwehrmänner wussten: Es handelte sich nur um eine Übung.

Die Fabrikhalle steht schon seit Jahren leer. Der Qualm war Diskonebel und das Geschrei wie auch das Prasseln des Feuers kamen vom Band. Doch die Explosionen waren tatsächlich echt. Eine Pyrotechnik-Gruppe des Landkreises hatte sie eigens für die Alarmübung installiert.

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„Eine solche Übung machen wir einmal im Jahr. Diesmal simulieren wir einen Werkstattbrand, der beispielsweise nach Schweißarbeiten ausgebrochen sein könnte“, erklärte Gemeindebrandinspektor Michael Marx. Feuer aus!“, hieß es nach knapp eineinhalb Stunden um 20.45 Uhr. Alle im Feuer verschwundenen Personen wurden gerettet und dem Deutschen Roten Kreuz übergeben.

Quelle: op-online.de

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