Mehr Wertschätzung für die Wehr

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Befördert wurden Sascha Kother, Dominic Roth, Marc Hölzel und Stefanie Fornoff (von links). Dazu gratulierten Wehrführer und Vorsitzender Norbert Kolb, Bürgermeisterin Gabi Coutandin und der stellvertretende Stadtbrandinspektor Kai Pasek.

Sickenhofen - Eine umfangreiche Tagesordnung arbeitete die Freiwillige Feuerwehr bei ihrer Jahreshauptversammlung ab. Nach zweieinhalb Stunden waren nicht nur verschiedene Berichte verlesen, ein neuer Vereinsvorstand und Wehrausschuss gewählt und vier Kameraden befördert worden. Von Petra Grimm

Auch eine Satzungsänderung wurde besprochen und einstimmig beschlossen. Als Gründe für die Aktualisierung der Vereinssatzung aus dem Jahr 1982 nannte der Vorsitzende Norbert Kolb zum einen Änderungen im Steuerrecht hinsichtlich der Gemeinnützigkeit und die Notwendigkeit, in Zeiten des allgegenwärtigen und schnellen Internets den Datenschutz zu verbessern.

Bei den Wahlen wurde Norbert Kolb sowohl als Vereinsvorsitzender als auch als Wehrführer einstimmig im Amt bestätigt. Zum Wehrausschuss gehören zudem der stellvertretende Wehrführer Markus Wagner und der Gerätewart Marcel Sauerwein. Markus Wagner wurde außerdem als Jugendfeuerwehrwart wieder gewählt. Seit zehn Jahren engagiert er sich in diesem arbeitsintensiven Amt. Sein bisheriger Stellvertreter Marcel Sauerwein ist zur Wahl nicht mehr angetreten. Das Amt des stellvertretenden Jugendwartes wird deshalb in Zukunft Benjamin Nickel übernehmen. Schriftführer ist Michael Scheuermann und die beiden Beisitzer im Wehrausschuss heißen Thomas Seliger und Sascha Kother.

Auch im Vereinsvorstand hat sich kaum etwas geändert. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wählte die Versammlung Günter Roth, zum Rechner Patrik Messenzehl, zum Schriftführer Klaus Kappes und zum Pressewart Michael Scheuermann. Die Beisitzer heißen Thomas Seliger, Heinz Fornoff, Patrick Wagner, Tobias Trippel und René Sauerwein. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Gabi Coutandin beförderte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Kai Pasek Stefanie Fornoff zur Feuerwehrfrau, Marc Hölzel und Dominic Roth zu Feuerwehrmännern und Sascha Kother zum Löschmeister.

Im vergangenen Jahr rückten die 24 Aktiven der Stadtteilwehr zu insgesamt sechs Einsätzen - drei Bränden und drei zu beseitigenden Ölspuren - aus. Das waren zehn Einsätze weniger als im Jahr zuvor. „Bei einer minimalen Einsatzdauer von 43 Minuten und einer maximalen von über 14 Stunden beträgt die Gesamteinsatzzeit der Kameraden rund 204 Stunden“, erläuterte Norbert Kolb.

Das Zusammenführen der Einsatzkräfte wird verstärkt

Von der Alarmierung bis zur Ausfahrt des ersten Fahrzeugs dauert es durchschnittlich fünf Minuten. Bei Übungen und Einsätzen arbeiten die Feuerwehren der Stadt zusammen. So wird Sickenhofen ab einer gewissen Einsatzgröße gemeinsam mit Hergerhausen alarmiert. Dieses Zusammenführen der Einsatzkräfte im ganzen Stadtgebiet wird in Zukunft wohl noch verstärkt werden, um die nötige Tagesalarmstärke zu sichern, kündigte der stellvertretende Stadtbrandinspektor an. „Wir werden oft von Leuten angesprochen, die glauben, Babenhausen habe eine Berufsfeuerwehr. Aber da wir alle ehrenamtlich im Einsatz sind, haben wir ja auch noch einen Beruf, den wir tagsüber ausüben“, so Kai Pasek.

Der neu gewählte Vereinsvorstand und der Wehrausschuss der Sickenhöfer Feuerwehr. An der Spitze bleibt als Vereinsvorsitzender und Wehrführer Norbert Kolb (fünfter von links).

Bürgermeisterin Gabi Coutandin dankte den Feuerwehrleuten für ihr Engagement. Da alle Bürger erwarteten, dass die Feuerwehr kommt, um ihnen im Notfall zu helfen, sollten sie zumindest doch passiv Mitglied im Feuerwehrverein werden, warb die Bürgermeisterin. In Sickenhofen seien bei rund 1 600 Einwohnern mit etwas über 200 Mitgliedern gerade mal 13 Prozent der Bevölkerung der Feuerwehr zugehörig. In der Kernstadt sehe das Verhältnis zwischen Einwohnerzahl und Mitgliedschaft noch schlechter aus, berichtete Coutandin. Man überlege deshalb, alle Haushalte im Stadtgebiet anzuschreiben und aufzufordern, wenigstens einen Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Noch besser wäre es natürlich, wenn sich auch ein paar mehr Bürger beteiligen würden, sagte Coutandin.

Stadtverordnetenvorsteher Wulf Heintzenberg zog im Namen der Stadtverordnetenversammlung symbolisch seinen Hut vor der freiwilligen Truppe. Auch er äußerste den Wunsch, dass doch zumindest jeder Hausbesitzer Mitglied werden möge. „Deren Hab und Gut wird von der Feuerwehr ja geschützt“. Am 11. und 12. August lädt die Sickenhöfer Feuerwehr zum traditionellen Spritzenhausfest ein und am 20. Oktober zum jährlichen Schlachtfest.

Quelle: op-online.de

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