Südost-Wind und Brand im Unterholz

Feuerwehren aus dem Landkreis proben im Wald

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Für die Babenhäuser Feuerwehrleute Timo Heil und Marcel Sauerwein begann der Samstag mit einer Übung im Wald.

Schaafheim/Babenhausen - Der Sommer naht und mit ihm auch die Waldbrandgefahr. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, kamen am Samstag ein halbes Dutzend Feuerwehren aus dem Landkreis mit rund 100 Einsatzkräften im Schaafheimer Wald zusammen. Von Michael Just 

Das Ziel: Mit der richtigen Taktik die angedachten Flammen im Unterholz zu löschen. Noch ist das Frühjahr nicht vorbei. Und trotzdem gilt bereits eine mittlere Waldbrandwarnstufe in Hessens Wälder. „Das rührt daher, dass es die letzten Tage kaum geregnet hat“, erläutert Matthias Maurer-Hardt vom Kreisfeuerwehrverband Darmstadt-Dieburg. Die Gefahr wird die nächsten Wochen weiter steigen, weshalb der Verband nun zur Übung rief. „Die organisieren wir weniger aus Angst vor dem Klimawandel, sondern aufgrund eines Erlass des hessischen Innenministeriums. Das gibt die Durchführung von zwei Übungen im Wald per anno vor“, so Maurer-Hardt. Die erste in 2018 fand nun unweit des Schaafheimer Schwimmbads statt, die zweite schließt sich in den nächsten Monaten in Bickenbach an.

Das Szenario vom Wochenende gab ein Feuer im Unterholz vor, das Winde mit mäßiger Geschwindigkeit aus Süd-Ost anfachen. Alarmiert wurden als Übungsteilnehmer die Feuerwehren aus Schaafheim, Babenhausen, Groß-Umstadt, Dieburg, Groß-Ostheim und Pfungstadt. Rauchmaschinen kamen zum Schutz des Waldes und dessen Bewohner nicht zum Einsatz. Stattdessen wurden die brennenden Bereiche, die in gleich zwei Waldabteilungen lagen, mittels Flatterband hervorgehoben.

Das Errichten von mobilen Wasserbassins gehörte zum Aufgabenspektrum bei der Waldbrandübung.

„Da die Wasserversorgung hier schwierig ist, üben wir heute vor allem der Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen. Sie nehmen Wasser Außerhalb auf und bringen es zum Einsatzort“, erläutert der Kreisfeuerwehrvertreter. In der Regel werden dafür Hydranten am Rande von Städten und Gemeinden aufgesucht. Bei kleinen Dörfern muss auch mal in den Ort gefahren werden. Bis zu 5 000 Liter Wasser passen in den Bauch eines Tanklöschfahrzeuges. Zurück im Wald wird das Nass oft zuerst in große, aufblasbare Bassins geleitet, die wie Schwimmbecken aussehen. Von da geht’s mittels Pumpen in die Schläuche. Das hat den Vorteil, dass die Fahrzeuge gleich wieder an die Hydranten eilen und neues Wasser aufnehmen können. Brennt‘s im Wald, werden stets Personen von Hessen Forst – am besten der Revierförster – zur Unterstützung der Einsatzleitung hinzugeholt. Da Schnelligkeit zählt, liegen für die Blauröcke bereits sogenannte Forstrettungskarten vor. Sie geben Auskunft über die vorliegenden Baumarten – so brennen Nadelbäume leichter als Laubbäume –, die Befahrbarkeit der Wege, Wendepunkte oder mögliche Wasserentnahmestellen wie Tümpel und Seen.

Bilder: Übung der Feuerwehren Langstadt und Harpertshausen

Die Übung hatten Matthias Maurer-Hardt und der Schaafheimer Gemeindebrandinspektor Arndt Keller konzipiert. Für die Abschnittsleiter galt es, die richtige Taktik mit Blick auf Unterholz und Lichtungen, Boden- oder Wipfelfeuer, Windverhältnisse, Zahl der Aktiven oder die schnellste Wasserversorgung zu finden. Zwischen 20 und 40 schätzt Maurer-Hardt die Gesamtzahl der Waldbrände im Landkreis pro Jahr. Dabei sind sind auch Kleinstfeuer enthalten. Bernd Werne, der am Samstag als Revierleiter hinzugezogen wurde, vermeldete, dass es in seinem Bereich in 15 Jahren noch nie gebrannt hat. „Aber man weiß ja nie“, schickte er treffend hinterher. Diese Aussage kann die Babenhäuser Wehr bestätigen: Erst am vergangenen Donnerstag rückte sie zu der Einsatzmeldung „Rauch im Wald“ aus. Auf rund 50 Quadratmetern stand ein Bahndamm in Flammen, an den sich ein dichter Baumbestand anschloss.

Quelle: op-online.de

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