Auf Feuerwehrgelände: Wohnungen statt Schotter

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Seniorenwohnungen entstehen auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände. So wie auf diesem Schaubild könnte es an der Fahrstraße 62-64 aussehen, genaue Details werden aber noch erarbeitet.

Babenhausen - Das Stadtparlament beschließt den Bebauungsplan für das ehemalige Feuerwehrgelände. Von Stefan Scharkopf 

Der Weg fürs Seniorenwohnen auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände ist frei. Die Stadtverordnetenversammlung hat mit großer Mehrheit dem Bebauungsplan zugestimmt, nur die Grünen votierten dagegen. Damit ist ein großer Schritt getan zum Lückenschluss an der Fahrstraße. Jetzt kann es an die Detailplanung gehen. Die Babenhäuser Projektentwicklung Früchtenicht, das Büro Schlösser Architecture-Management sowie der Aschaffenburger Bauträger May und Eilbacher wollen eine lockere Bebauung mit vier Häusern umsetzen. Die Denkmalbehörde ist mit den bisherigen Planungen einverstanden.

Seit rund 20 Jahren steht das Areal leer und wird als Parkplatz genutzt. Im Jahr 2000 wurde ein „Städtebaulicher Realisierungswettbewerb“ ausgeschrieben, um „sowohl Konzepte für den Wohnungsbau als auch gewerbliche Nutzungen zu erhalten“. Des Weiteren wurden „gestalterische Impulse für weitere Neubauten in der Altstadt“ erwartet. Das Preisgericht entschied sich damals für einen Entwurf, der Seniorenwohnen, Altentreff und Sozialstation integrierte und die Parkplätze in einer Tiefgarage unterbrachte. In den nächsten Jahren gelang es aber nicht, geeignete Investoren für ein vergleichbares oder abgewandeltes Konzept zu finden – oder es gab Widerstände.

Wegfall der Parkplätze ist kompensiert

Vorgesehen ist nun vornehmlich Wohnen für Senioren. Gedacht ist auch an ein Sanitätsgeschäft, die Details stehen noch aus. Es laufen zudem Gespräche, ob ein Arzt mit einzieht, Interessenten gibt es offenbar bereits. Erwartet werden rund 84 Bewohner auf dem „AltstadtQuartier“ genannten Areal.

Den Wegfall der Parkplätze auf dem Feuerwehrgelände hat die Stadt an anderer Stelle kompensiert. Öffentlicher Parkraum soll es künftig dort nicht mehr geben. CDU-Fraktionschef Friedel Sahm hielt die Zahl der Parkplätze im neuen Quartier für zu gering. Eine Zahl wurde nicht genannt, aber die Stadt hat eine Satzung. Zusätzlich 52 Parkplätze entstehen noch am Ostring. Die Stadtverwaltung überlegt zudem, einige Dauerparkplätze an der Stadtmauer und an der katholischen Kirche in Kurzzeitplätze umzuwandeln, die von Bürgern genutzt werden sollen, die Einkäufe erledigen.

Katastrophenschutzübung an Offener Schule

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Der Abstimmung ging eine kurze Aussprache voraus. „Nachdem wir Jahrzehnte lang auf Schotter gestarrt haben, können wir nun gemeinsam etwas bewegen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Joachim Knoke im Stadtparlament. Ablehnend äußerten sich die Grünen. Ihre Kritik entzündete sich nicht zuletzt an Aussagen von Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Sie hatte zu Beginn der Sitzung erläutert, dass das gesamtstädtische Einzelhandelskonzept um zwei Jahre zurückgestellt wird, um die aktuelle Entwicklung auf dem Kasernengelände einbeziehen zu können. Frank Ludwig Diehl (Grüne) nannte das einen „geschickten Schachzug“. Er erinnerte daran, dass auf dem Areal ein sogenannter Frequenzbringer für die Bummelgass´ entstehen sollte, der mehr Laufkundschaft anzieht. Dadurch sollten die Geschäfte in der Fahrstraße unterstützt werden. Nachdem mit dem „Quartier 23“ im Süden der Altstadt ein Anziehungspunkt entstanden sei, wäre ein solcher für den nördlichen Eingang in die Bummelgass´ ebenfalls nötig. Ein Frequenzbringer entstehe auf dem Feuerwehrgelände aber nicht.

Auch Friedel Sahm ging auf das Einzelhandelskonzept ein. Er sagte, das vorgesehene Geschäft sei nicht das, was man sich gewünscht habe. Ein Ärztehaus wäre an dieser Stelle besser gewesen. Dennoch stimmte die CDU dem Bebauungsplan zu, weil auch sie das Projekt befürwortet.

Quelle: op-online.de

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