Trägerverein ist unumgänglich

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Seit Monaten ungenutzt ist das Feuerwehrhaus. Das Gebäude soll zu einem Treffpunkt für Bürger und Vereine werden.

Harreshausen (mj) - Es war vor Monaten ein Schock für den kleinen Stadtteil, als seine Feuerwehr aufgelöst wurde. Über die Frage, was mit dem Feuerwehrhaus passiert, musste man nicht lange überlegen: Die Räume sollen künftig für Vereine und Bürger offen stehen.

„Jetzt sind wir einen Schritt weiter“, erzählt Ulrich Hartmann. Mit Ortsvorsteherin Heidrun Koch-Vollbracht gehört er dem fünfköpfigen Führungsteam jener rund 20 Bürger an, die bei einer Versammlung Ende 2011 Interesse zeigten, den Treffpunkt zu entwickeln. Diese Woche wurde das Konzept zum Unterhalt präsentiert, dazu die ersten Aufgaben vergeben.

Die Stadt machte im Vorfeld klar, dass es einer Entscheidung zwischen dem alten Rathaus und dem Feuerwehrhaus bedarf, da zwei Gebäude parallel nicht betrieben werden können. Da das ehemalige Feuerwehrdomizil sich als barrierefrei zeigt und vor nicht allzu langer Zeit renoviert wurde, war die Entscheidung klar. Während die Stadt für Heizung, Wasser und Strom aufkommt, müssen sich die Bürger um Pflege, den Belegungsplan oder die Instandhaltung kümmern. Aus versicherungstechnischen Gründen wird zudem ein Trägerverein unumgänglich sein. „Herigar in Hergershausen ist dabei unser Vorbild“, so Hartmann. Vor der Vereinsgründung soll aber erstmal ein mehrmonatiger Probelauf stattfinden, um die tatsächliche Bürgerbeteiligung zu eruieren.

Bei 20 Helfern nur eine Arbeitsstunde für jeden

Das Grundkonzept teilt sich in die Arbeitsbereiche Pflege (Rasen, Hof), Instandhaltung (hausmeisterähnliche Tätigkeiten), Belegungsplan/Raumvergabe sowie Getränkeverwaltung. Fände man 20 freiwillige Helfer, würde das für jeden nur eine Arbeitsstunde pro Woche bedeuten. Zusätzlich wird eine Reinigungskraft angestellt. Finanzieren soll sich das Gemeinschaftshaus aus den Mitgliedsbeiträgen des Trägervereins und den Abgaben der Nutzer: das sind Vereine als Dauernutzer und Privatpersonen, die hier feiern wollen. Alle Nutzer – ob Vereine oder private – müssen dem Trägerverein nicht angehören. Eine erste Beispielrechnung ergab, dass das Haus kostendeckend arbeitet, wenn es 30 unterstützende Mitglieder im Trägerverein gibt.

Für Vereine fällt pro Aufenthalt ein Betrag von fünf Euro an. Diese ergeben aufs Jahr hochgerechnet mehrere hundert Euro und sind nicht jedem recht, so wie der Sängerlust Harreshausen. „Das ist für uns als kultureller Verein viel Geld“, sagte Vorsitzender Erich Krebs und ergänzte, dass man für die Übungsstunden im Rathaus derzeit gar nichts bezahlt. Sogar das Putzen würde man dort übernehmen. Für Hartmann gibt es zu den fünf Euro aber bislang keine Alternative. Bei der Vergabe der Aufgaben trugen sich zehn engagierte Bürger ein. Noch nicht vergeben wurden die Sparten Getränkeverwaltung und die Pflege der Außenanlage. Davon, dass er die restlichen Helfer noch bekommt, ist er überzeugt: „Zum einen haben wir noch niemand direkt angesprochen. Zum anderen haben Personen zugesagt, die helfen wollen, wenn sich sonst niemand findet.“ Schwieriger dürfte laut dem Harreshäuser die Vergabe der Vorstandsposten im künftigen Trägerverein sein.

Das ist aber noch Zukunftsmusik: Am 16. Mai wird das Grundkonzept erstmal dem zuständigen Eigenbetrieb und der Bürgermeisterin vorgestellt.

Quelle: op-online.de

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