Ein Stück Dorftradition weniger

Feuerwehrverein hat sich aufgelöst

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Das ehemalige Feuerwehrhaus an der Schulstraße wird schon seit Längerem nicht mehr als solches genutzt. Im hinteren Teil hat der Verein „middedrin“ sein Domizil.

Harreshausen - Gegründet nach einer Brandkatastrophe 1952, hat der Feuerwehrverein Harreshausen nun aufgehört zu existieren. Seit sechs Jahren ist die Kernstadt-Wehr zuständig. Von Petra Grimm 

Im Raum stand es schon länger. Jetzt hat sich der Feuerwehrverein in Harreshausen offiziell aufgelöst. Bei der letzten Mitgliederversammlung unter der Leitung des Vorsitzenden Ulrich Hartmann waren die entsprechenden Beschlüsse gefasst worden, um den formalen Anforderungen für die Abwicklungen zu genügen und sie in die Wege zu leiten.
Ein richtiges Vereinsleben gab es schon länger nicht mehr. Denn bereits im Jahr 2011 war die Einsatzabteilung aufgelöst worden, weil sich kein Wehrführer mehr fand und die Einsatzstärke wegen der geringen Anzahl aktiver Feuerwehrleute nicht mehr gewährleistet war.

„Eigentlich haben wir uns schon ab 2015 darüber Gedanken gemacht, den Verein ganz aufzulösen. Die einzige Vorstandsaktivität war ja die Mitgliederverwaltung“, erzählt der stellvertretende Vorsitzende Harald Berz, der, wie andere Harreshäuser Feuerwehrmänner vor sechs Jahren, in die Einsatzabteilung der Kernstadt-Wehr gewechselt ist. Sie ist seit 2011 für den Brandschutz und die anderen Feuerwehraufgaben in Harreshausen verantwortlich.

Auch die Jugendfeuerwehr des Stadtteils wurde in die der Kernstadt integriert. Das ehemalige Feuerwehrhaus in der Schulstraße wird inzwischen vom Verein „middedrin“ bewirtschaftet und wie ein Dorfgemeinschaftshaus immer wieder durch Veranstaltungen belebt.

Trotz allem sei es jetzt doch ein seltsames Gefühl gewesen, den Förderverein ganz aufzulösen, sagt Berz. Feuerwehrvereine gehören zum traditionellen Bild der Dörfer und beleben mit ihren Veranstaltungen auch das Gemeinschaftsleben. So war für viele Harreshäuser das Maibaumstellen und das dazugehörige Fest der Floriansjünger, das vor einigen Jahren auch wegen Helfermangels eingeschlafen ist, einer der Höhepunkte im Jahr. Aufgebaut wurde der Maibaum immer auf dem Oberwölzer Platz, der seinen Namen von der Partnerfeuerwehr in Oberwölz in Österreich ableitet.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Auslöser für die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Harreshausen war eine Brandkatastrophe im Jahr 1952, der am Ostersonntag sieben Scheunen und sechs Wohnhäuser zum Opfer fielen. Da es keine Feuerwehr gab, löschten die Bürger mit Wasser aus Brunnen und der Gersprenz über Eimerketten die Brände. Professionelle Hilfe kam damals aus der amerikanischen Kaserne, deren Feuerwehr zur Hilfe eilte und so schlimmeres verhinderte. Das einzige noch lebende Gründungsmitglied ist Günther Hartmann. Der 85-Jährige nahm jetzt auch an der letzten Versammlung seiner Feuerwehr teil.

Quelle: op-online.de

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