Job-Info-Börse

Viele raten zum Praktikum

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Alte Handwerkskunst: Eine Feuerstelle machte beim Internationalen Bund neugierig auf die Ausbildung im Metallbau.

Babenhausen - Die Berufswahl gehört zu den wichtigsten Weichenstellungen im Leben. Dafür bietet die Job-Info-Börse für die Schüler der Joachim-Schumann-Schule eine ideale Hilfestellung – auch weil sie direkt in der Schule stattfindet. Bereits zum 20. Mal gab es Informationen aus erster Hand.  Von Michael Just 

Eigentlich will Lilly Schauspielerin werden. Doch da kein Theater bei der Job-Info-Börse an der Joachim-Schumann-Schule (JSS) einen Stand betreibt und es mit den Traumberufen so eine Sache ist, nimmt die 14-Jährige auch andere Jobs ins Visier, wie etwa das Angebot der Bundespolizei. „Ich bin im Schützenverein. Das ist sicherlich eine gute Grundlage“, glaubt die Schülerin.
Zwei Beamte, darunter Stefan Junk, erläutern unter der Überschrift „Großer Arbeitgeber – große Verantwortung“ das Berufsbild. Die Voraussetzungen machen eine ziemlich lange Liste aus. Dazu gehören geistige und körperliche Fitness, geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, ein positives Erscheinungsbild, Demokratieverständnis, ein Schwimmpass der Stufe Bronze und vieles mehr. „Da derzeit in Bund und Land die Polizei verstärkt wird, sind die Chancen gut“, weiß Junk. Auch Schüler mit Migrationshintergrund könnten sich bewerben. „Wir haben in unseren Reihen unter anderem Griechen, Polen, Iraner und Afghanen. Voraussetzung ist allerdings ein deutscher Pass oder die EU-Staatsangehörigkeit“, erläutert der Polizist. Andere Pässe reichten nicht.

Mit nunmehr 20 Jahren blickt die Job-Info-Börse auf eine Erfolgsgeschichte. Bei einer Podiumsdiskussion der Stadt kamen damals die Idee und die Forderung auf, dass man Jugendlichen bei der Berufswahl eine Hilfestellung bieten sollte. Die städtische Kinder- und Jugendförderung mit Michael Spiehl sowie Rita Bossler, damals Lehrerin an der JSS, gehörten 1998 zu den Köpfen der ersten Stunde. Für beide stand daher eine Ehrung an. Nicht minder lang ist Lehrerin Barbara Meuer mit von der Partie, die ebenfalls von Kirsten Mais im Namen der Schulleitung und im Beisein von Stadtrat Reinhard Rupprecht ein Geschenk erhielt. An der JSS ist Meuer seit Jahren Dreh- und Angelpunkt für alle Aspekte rund um die Börse. Die hat sich von erstmals 13 auf mittlerweile fast 50 Teilnehmer entwickelt. „Zu Beginn haben Lehrer die Veranstaltung organisiert. Nun übernehmen das Schüler in einem Wahlpflichtfach und lernen dabei gleich grundlegende Kommunikations- und Umgangsformen beim Briefeschreiben oder Telefonieren“, so Meuer.

Die Teilnehmer deckten 2018 wie gewohnt ein breites Spektrum an Banken, Krankenkassen, Bundeswehr und Bundespolizei, Dienstleistern wie Steuerbüro oder Krankenpflege, sowie vielen kleinen und großen Handwerks- und Produktionsbetrieben, darunter die Continental, ab. Zum Besuch von Gartenbau Winkler, Kreher Druck, Landwirt Rademer, Schreiner Kattner, der Stadt Babenhausen mit ihrer Kläranlage oder einer ASB-Kita war eigens ein kleiner Busbetrieb eingerichtet. Infos einholen konnten die rund 250 Schüler der neunten Klasse in Vorträgen und in einer offenen Phase, bei der sich unkompliziert an die Vertreter herantreten und alle Fragen loswerden ließ.

Wie Stadtrat Reinhard Rupprecht in seiner Begrüßung sagte, sei das Lehrstellenangebot derzeit gut. So würden verstärkt die Betriebe auf die Schüler zugehen, um die Besten zu bekommen. Vor ein paar Jahren habe sich die Lage einmal genau umgekehrt gezeigt und die Schüler mussten sich sputen, nicht mit leeren Händen dazustehen. Um Aufmerksamkeit zu gewinnen hatte der Internationale Bund Südwest Hessen mit Sitz in Darmstadt eine Esse, sprich Feuerstelle, aufgebaut. Mittels glühender Kohlen, Amboss und Hammer wurde Eisen bearbeitet und dabei für den Metallbau geworben. „Das gehört natürlich heute nicht mehr zum Ausbildungsrahmenplan. In älteren Betrieben oder bei Restaurationen wird manchmal aber noch so gearbeitet“, berichtet Ausbilder Andreas Dilling. Wie er sagt, entzünde er manchmal eine Esse, was zur Teamfähigkeit seiner Schützlinge beiträgt.

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Eine Job-Offerte mit Zukunftsgarantie hatte Nastassja Konze vom Bildungszentrum für Gesundheit der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg parat. „Der Beruf wird nie aussterben“, hob sie zur examinierten Pflegekraft heraus. 75 Ausbildungsplätze besitzt die Krankenpflegeschule, die vermittelt, wie man Patienten im Alltag unterstützt. Das reicht vom Aufstehen, übers Essen, Waschen, medizinischen Tätigkeiten wie Blutdruckmessen bis hin zum Reden und psychologischem Beistand. Interessierten rät Konze auf alle Fälle zum Praktikum. „Berührungsängste mit Menschen sollte man nicht haben“, sagt sie. Den Tipp zu einem Praktikum gab’s auch von vielen anderen Berufsvertretern. Sie alle wissen, dass mit falschen Berufsvorstellungen und dem Abbruch einer Ausbildung niemand gedient ist.

Quelle: op-online.de

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