Moderate Kosten trotz städtischen Sparzwang

Flexibles Kinderbetreuungskonzept der SPD

Babenhausen - „Jedes Kind in Hessen soll möglichst früh, möglichst optimal und nachhaltig gefördert werden“ – diese erklärte Zielformulierung der hessischen Landesregierung soll auch in Babenhausen umgesetzt werden.

Das fordert die SPD-Fraktion in einer Stellungnahme, in der sie klar macht, dass angesichts der desolaten Haushaltssituation und des starken Anstiegs der Betreuungskosten Handlungsbedarf bestehe. Gleichzeitig stellt die SPD ein Konzept für ein flexibles Betreuungsmodell vor, das eltern- und kindgerecht sein und gleichzeitig die Kosten eindämmen soll.

Jede Familiensituation sei unterschiedlich – dem wolle man bei allem Sparwillen gerecht werden, heißt es. Konkret schlagen die Sozialdemokraten vor, dass sich Eltern ein halbes Jahr im Voraus zwischen einem Betreuungsplatz für halbtags, ganztags oder für eine tageweise Buchung entscheiden können. So wäre eine optimale Auslastung der Betreuungseinrichtungen gewährleistet. Voraussetzung für die Umsetzung eines solchen Konzepts sei, dass Einrichtungen sich offen dafür erklären und zu Veränderungen in der Organisationsstruktur bereit sind.

Weiterhin fordert die SPD einen schrittweisen Ausbau der Kindertagespflege. Ziel soll sein, in den nächsten Jahren die U3-Kinder in sogenannten Pflegenestern – ein Zusammenschluss von zwei bis drei Tagespflegepersonen, die unter Aufsicht des Jugendamtes in dafür eingerichteten Wohnungen insgesamt zehn bis 15 Kinder beaufsichtigen – zu betreuen. Vorteile hierbei seien „mehr zeitliche Flexibilität, kleinere Gruppen von maximal fünf Kindern, intensivere Betreuung und Pflege, niedrigere Beiträge für Eltern und großes Einsparpotenzial für die Stadt Babenhausen bei den Kindergärten.“

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Unbefristeter Kita-Streik hat begonnen

Die so frei gewordenen U3-Plätze könnten in Ü3-Plätze umgewandelt werden. Um die genannten Ziele und die damit verbundenen Kosten im Blick halten zu können, soll eine Controlling-Stelle bei der Stadt geschaffen werden.

Die SPD mahnt abschließend: „Sollten sich die geforderten Einsparungen im Kindergarten als nicht realistisch herausstellen, darf der fehlende Betrag nicht mit überzogenen Kita-Gebühren kompensiert werden, sondern durch eine moderate Anhebung der Grundsteuer B.“ So würde die Kostenlast gleichmäßig auf alle Schultern verteilt werden. (rin)

Quelle: op-online.de

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