Förderbedarf bei Kindern nimmt zu

Darmstadt-Dieburg (st) ‐ Der sozialpsychiatrische Dienst innerhalb des Gesundheitsamts hat immer mehr zu tun. Auch die Zahlen für den sonderpädagogischen Förderbedarf von Kinder kennen nur eine Richtung: nach oben.

Da ist es ja schon erfreulich zu vernehmen, dass 75 Prozent der vom schulzahnärztlichen Dienst untersuchten Kinder ein naturgesundes Gebiss aufwiesen.

Im zu Ende gehenden Jahr agb es für das Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg viel zu tun. Die Darmstadt-Dieburger Gesundheitsdezernentin Rosemarie Lück, derzeit Verbandsvorsitzende des Gesundheitsamtes, hat Bilanz gezogen und weist darauf hin, dass in den Verbandsgremien eine Reihe von Aufgaben auf den Prüfstand gestellt wurden. Ergebnis: Auch künftig wird das Gesundheitsamt seinen Leistungsumfang des sozialpsychiatrischen Dienstes beibehalten. Lück: „Hier ist die Nachfrage sehr groß und der sozialpsychiatrische Dienst unseres Gesundheitsamtes ist ein wichtiger Baustein im Netzwerk der Region.“

Die Schuluntersuchungen der vierten Klassen sollen nach Angaben der Verbandsvorsitzenden an ausgewählten Schulen weiter angeboten werden – obwohl es eine freiwillige Leistung ist. Eingestellt hingegen werden die sportmedizinischen Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen im Leistungssport, wenn die zuständige Ärztin Ende Mai 2012 ausscheiden wird.

In den vergangenen zehn Jahren sei die Umlage, die der Landkreis für das Gesundheitsamt aufzubringen habe, nahezu unverändert geblieben (2010/2011: rund drei Millionen Euro), die Anzahl der Stellen wurden bei gleich bleibendem Leistungsangebot zwischen 1998 und 2010 um acht auf aktuell 52 im Haushaltsjahr 2011 reduziert.

Wie Lück weiter mitteilte, hat der amtsärztliche Dienst beim Gesundheitsamt seit Jahresanfang bis Ende November 4 234 Untersuchungen vorgenommen, 36 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

„Dabei machten 1380 Untersuchungen für die Kreisagentur für Beschäftigung den größten Anteil aus (Vorjahr: 870). Im sozialpsychiatrischen Dienst ergab die Statistik, dass 49 Prozent der Klienten Sozialleistungen beziehen, 6,7 sind berufstätig, 18,3 nichtdeutscher Herkunft, knapp 25 Prozent nicht krankheitseinsichtig, 57 Prozent der Klienten leben alleine. Meist leiden die Betroffene an Psychosen (44,5 Prozent), Depressionen (21) oder Persönlichkeitsstörungen (30). „Insgesamt fällt unseren Sozialarbeiterinnen eine Zunahme an sozialer Armut auf, die Klienten leben isoliert und nehmen nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teil“, berichtet Lück.

Auch bei den Untersuchungen von Kindern im „Verfahren zur Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs“ sei nach Angaben des Kinder- und jugendärztlichen Dienstes eine Zunahme zu verzeichnen.

Im Rahmen der Gesundheitsaufsicht stellten die Amtsärzte Erkrankungen durch Noroviren (Folge: Brechdurchfall) als die mit Abstand häufigsten Infektionskrankheiten fest, gefolgt von Campylobacter (eine durch Bakterien ausgelöste Darmentzündung) und Hepatitis C (Leberentzündung durch Viren). Fortgesetzt hat sich nach Angaben von Lück der rückläufige Trend bei den Neuerkrankungen von Tuberkulose und HIV.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Rainer Sturm / pixelio.de

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