Fördern ohne elitären Anspruch

+
Die Mitglieder des Vorstands wurden jeweils einstimmig gewählt. Von links: Schriftführer Winfried Müller, Erster Vorsitzender Frerk von Schoen, stellvertretender Vorsitzender Jürgen Willer, Beisitzer Kurt Schlösser und Kassiererin Ilse Ranis.

Babenhausen - Es ist nicht einfach, einen Verein ins Leben zu rufen. Selbst wenn die Initiatoren allesamt viele Erfahrungen mitbringen. Die erste Jahreshauptversammlung des im Juli gegründeten Kulturvereins „Podium Babenhausen“ lief am Mittwochabend zunächst stockend an. Von Domenico Sciurti

Gründer und ein paar bereits eingeschriebene Mitglieder haben sich getroffen, um den Vorstand zu wählen und das gemeinnützige Vorhaben endgültig auf den Weg zu bringen.

Mit der neuen Institution soll in Babenhausen Kunst und Kultur gefördert werden. „Wir wollen was bewegen“, erklärt Catherine von Schoen, Besitzerin der Michelsbräu-Brauerei und Gründungsmitglied des Vereins. „Dabei möchten wir aber keinen elitären Anspruch erheben“, ergänzt ihr Ehemann, Frerk von Schoen. Hip-Hop solle genauso gefördert werden wie die klassische Musik.

Der Verein wolle sich nicht finanziell um die Kulturförderung bemühen, erläutert Catherine von Schoen weiter: „Wir haben kein Geld“, sagt sie dazu. Vielmehr bringen sich die Mitglieder mit ihren Erfahrungen und Beziehungen ein – um beispielsweise die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit „Talente“ zu Auftritten kommen. Auch in den Schulen wolle man sich engagieren. Unterstützung erhält der Verein auch von Seiten der Stadt. Bürgermeisterin Gabi Coutandin ist als Beisitzerin Kraft ihres Amtes vertreten.

Wie der Vereinsname andeutet, soll unter anderem ein Podium für Künstler aus Babenhausen geschaffen werden. Frerk von Schoen erklärt: „Wir möchten Konzerte organisieren, Räume zur Verfügung stellen und auch Werbung machen.“ Eine Homepage sei im Werden, über einen Newsletter publiziere man die Veranstaltungen, auch auf dem sozialen Netzwerk Facebook sei der Verein bereits vertreten. Plakate und Flyer könne von Schoen sich auch vorstellen. „Alles, was machbar ist“, ergänzt er.

Die Feuerprobe hat der Verein bestanden: Eine Auftaktveranstaltung gab es Ende Juli. Im Sudhaus der Bauerei gastierte ein Quintett vom Echo-prämierten Jungen Europäischen Musikfestival Esslingen. Weitere Projekte sind in Planung, so zum Beispiel ein Open-Air-Theaterstück.

„Was lange währt, wird endlich gut“, heißt es. Und dass es gut wird, erhoffen sich die Gründer nun auch. Ganze 50 Minuten dauerte es, bis Sitzungsleiter Uwe Friedrich zur Vorstandswahl aufrief – wie es seinem Berufsstand wohl natürlich ist – wollte der erst klären, ob vorliegendes Dokument überhaupt endgültige Satzung sei. Nach langen Diskussionen einigten sich die Teilnehmer darauf, Änderungen mit den ersten Vereins-Erfahrungen zu planen.

Wer Interesse hat: Jeder, auch Nichtbabenhäuser, kann Mitglied werden. Weitere Infos können an podium-babenhausen@gmail.com erfragt werden.

Quelle: op-online.de

Kommentare