Foto-Vorlagen brauchen noch eine Verfremdung

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Nicht nur von großen Zeichnungen an der Wand sind Brigitte Lehr (links) und Hannelore Schaaf (rechts) begeistert, sondern auch von den kleinen Arbeiten im Passepartout. Künstlerin Francisca Hausch erklärt die Techniken.

Hergershausen (bea) ‐ Angeregt diskutieren Brigitte Lehr und Hannelore Schaaf über das Gemälde an der Wand. „Die Figuren stammen aus Fotos, die ich auf dem Deich einer Nordseeinsel gemacht, ausgeschnitten und in das Bild eingearbeitet habe“, erklärt Künstlerin Francisca Hausch die Arbeit an diesem Werk.

Zum Tag des Offenen Ateliers im Landkreis Darmstadt-Dieburg sind unter vielen anderen Gästen am Samstagnachmittag einige Schülerinnen nach Hergershausen gekommen.

Keine große Ausstellung können sie heute bei der Künstlerin sehen, sondern die aktuellen Arbeiten. Die meisten Werke hängen zurzeit in einer anderen Präsentation in Großwallstadt. Dennoch sind die Schülerinnen Brigitte Lehr, Hannah Kaletta, Hannelore Schaaf und Ingrid Wießmann begeistert, auch von den kleinen Zeichenblättern, die teilweise schon aus früheren Jahren stammen.

Seit etwa zwei Jahren besuchen drei der vier Damen die Zeichenkurse der Hergershäuserin. „Ich habe lange gesucht“, erklärt Schaaf, „einen Workshop der Volkshochschule in Alsbach-Hähnlein habe ich mitgemacht, aber das war es nicht.“ Bei einem Kurs im Zentrum für Information, Beratung und Bildung in Groß-Umstadt geriet die Groß-Zimmernerin dann an Malerin Hausch, und es hat gefunkt. „Wäre das nicht so gewesen, hätte ich weitergesucht.“

„Ich will die Kreativität meiner Schülerinnen und Schüler, auch davon gibt es ein paar, fördern, reines Abmalen bringt nicht viel“, erklärt Hausch. Ihr geht es um die Reduktion auf das Wesentliche. Fotos können durchaus als Vorlage dienen, eine Verfremdung fordert Hausch allerdings nicht nur von ihren Malschülerinnen, sondern in erster Linie von sich selbst.

Die vier Damen blättern sich durch die kleinen Zeichnungen und stellen immer wieder Fragen nach der Technik. Entzückt sind sie von manchem Blatt und fast kollektiv kommt der Seufzer: „So würde ich auch gerne arbeiten können.“

Quelle: op-online.de

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