Angebot im Territorialmuseum

Beim Frauen-Literatursalon sind auch Männer willkommen

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Diese literarische Runde freut sich, dass die Veranstaltung auch in diesem Jahr weitergeführt wird. Neue Mitglieder sind dabei willkommen.

Babenhausen - In einem schönen Rahmen beieinandersitzen, sich austauschen, diskutieren, lernen und lachen: Wer sich hiervon angesprochen fühlt, ist beim Literatursalon der Frauen im Territorialmuseum gut aufgehoben. Von Julia Glaser 

2012 ist er von Gertraude Schwarzbauer vom Frauenforum und der Germanistin und Romanistin Ute Wittenberger ins Leben gerufen worden – der Literatursalon. Das Forum selbst ist zwar nicht mehr aktiv, der Salon findet aber weiterhin statt – mit viel Freude sind die Frauen dabei. Sie wollen den regelmäßigen Austausch über Literatur nicht mehr missen. „Wir lesen etwa acht Bücher pro Jahr“, berichtet Wittenberger. Dabei wechselt das Thema halbjährlich. „Wir hatten zum Beispiel schon Liebesromane. Da haben wir unter anderem Lady Chatterley von D.H. Lawrence gelesen“, erzählt sie. Auch Drei- und Vierecksbeziehungen waren schon Thema, etwa mit Goethes „Die Wahlverwandtschaften“, oder die Biographien berühmter Frauen wie Astrid Lindgren. „Wir beschäftigen uns aber auch mit politisch relevanten Themen“, ergänzt Claudia Winterling, die zusammen mit Vera Häfele als Referentin im Literatursalon mitwirkt. Im vergangenen Jahr sei es deshalb auch um „Flucht und Vertreibung“ gegangen und die relativ junge literarische Form der Wenderomane.

Dabei besprechen die Frauen nicht nur die Bücher, sondern erzählen auch persönliche Geschichten, etwa über die Erfahrungen der eigenen Eltern, die Auswirkungen, die noch heute spürbar sind sowie die Relevanz, die diese Auswirkungen auf das alltägliche, eigene Leben haben.Meist schlagen die Referentinnen die Bücher vor, es darf aber auch jeder eigene Vorschläge einbringen. „Wir müssen eine Affinität zu dem Buch haben“, erklärt Wittenberger eines der Auswahlkriterien. „Man sollte es selbst mindestens zweimal gerne gelesen haben, um es vorzuschlagen,“ ergänzt Referentin Häfele. Ob es sich dabei um Erscheinungen älteren oder jüngeren Datums handelt, ist dabei nicht wichtig. Das aktuelle Thema lautet „Frauen als Hauptfiguren der Literatur“. Auf den ersten Literatursalon des Jahres hatten sich die Frauen hierfür mit den Büchern „Manon Lescaut“ von Abbé Prévost und der „Kameliendame“ von Alexandre Dumas dem Jüngeren vorbereitet. Um tiefer in den Stoff einzusteigen und ihn besser einordnen zu können, stellen die Referentinnen Hintergrundwissen zu den einzelnen Büchern zusammen, dem Autor, dem Thema oder der Epoche. „Es öffnet den Geist“, beschreibt eine der Teilnehmerinnen ihre Motivation, beim Literatursalon dabei zu sein, „man geht bereichert wieder nach Hause“.

Neues Museum in Babenhausen eröffnet

Als nächsten Themenkomplex – beginnend ab März – befassen sich die Frauen mit den Frankfurter Autoren. Dafür sind die Bücher „Mogador“ von Martin Mosebach und „Widerfahrnis“ von Bodo Kirchhoff vorgesehen. Neue Mitglieder sind in der Runde stets willkommen – eine literarische Vorbildung ist dabei nicht zwingend notwendig. Die Freude am Lesen sei zwar hilfreich, aber kein Muss, wie die Teilnehmerinnen unisono betonen. „Frauen, die gerne einen Zugang zur Literatur haben möchten, indem sie sich mit ausgewählten Themen beschäftigen“, beschreibt Häfele die Zielgruppe. Aber auch Männer sind willkommen „wenn sie sich trauen“, sagt Wittenberger schmunzelnd.

Quelle: op-online.de

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