Neuausschreibung hinten angestellt

Freibad Babenhausen: Es wird wieder verhandelt

+
Während andernorts die Liegewiesen in den Freibädern gelb und verdorrt sind, strotz das Grün im Babenhäuser Freibad nur so. Zu verdanken ist das einem eigenen Brunnen, der das regelmäßige Wässern möglich macht.

Babenhausen - Die Neuausschreibung für den Betrieb des Babenhäuser Freibades war bereits beschlossene Sache. Mit Beschlüssen im Haupt- und Sozialausschuss lassen sich die Kommunalpolitiker nun doch noch ein Hintertürchen offen. Von Norman Körtge 

Monatelang sind sie eingefordert worden, die Eckdaten für eine Neuausschreibung für den Betrieb des Freibades. Nun liegen sie vor – und eigentlich sollte in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 23. August, diese auf den Weg gebracht werden, nachdem der Grundsatzbeschluss dazu schon vor über einem Jahr von der Mehrheit der Stadtverordneten gefällt worden war. Doch nach einer zuweilen hitzigen Diskussion im Sozial-Ausschuss die Überraschung: Die Betriebsführung soll nur dann neu ausgeschrieben werden, falls in Verhandlungen mit dem seit mehr als einem Vierteljahrhundert tätigen Bäderservice Kahl nicht doch noch weiteres Einsparpotenzial herausspringt. Grünen-Abgeordneter Manfred Nodes hatte den entscheidenden Gedankengang ins Spiel gebracht, der sowohl im Sozial- als auch im Hauptausschuss einstimmig angenommen wurde.

Konkret geht es darum, ob die im Konsolidierungskonzept errechnete Summe von knapp 107.000 Euro erreicht werden kann. Um rund 80.000 Euro seien bereits die städtischen Ausgaben, die am Anfang der Konsolidierung bei über einer halben Millionen Euro lagen, reduziert worden. Den Löwenanteil machen dabei die erhöhten Eintrittspreise aus, die zirka 30.000 Euro mehr in die Kasse bringen, wie Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) ausführte. Jeweils weitere 15.000 Euro seien sowohl bei den Stromkosten als auch beim Beheizen des Schwimmbadwassers eingespart worden. Letzteres finanziert nun der rührige Förderverein. Nun geht es noch um eine Summe von etwa 27.000 Euro. Diesen Betrag hofft die Stadt einzusparen, wenn das Freibad im Frühjahr statt am 1. Mai beispielsweise erst Mitte des Wonnemonats öffnet. Genau darüber soll nun mit Betreiberin Dalila Kahl gesprochen werden.

Warum dies noch nicht geschehen sei, hatte die CDU-Fraktion bereits in einer unter der Woche verschickten Stellungnahme hinterfragt und wiederholte dies auch in der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwochabend. Rathaus-Chef Knoke reagierte darauf. Die Mehrheit der Stadtverordneten habe sich für die Neuausschreibung entschieden, obwohl er immer wieder vor den Risiken gewarnt habe. „Wir wurden abgewatscht“, sagte Knoke und meinte damit auch die SPD-Fraktion, die sich für Verhandlungen mit dem Bäderservice Kahl eingesetzt hatte. Durch den Beschluss zur Neuausschreibung habe er kein Verhandlungsmandat mehr gehabt, erklärt Knoke seine Einstellung.

Die 25 Badeseen und Freibäder in der Region

„Wenn ich an ihrer Stelle wäre, hätte ich Gespräche geführt“, kritisierte CDU-Politiker Günther Eckert. Auch seine Parteikollegen Ingo Rohrwasser und Friedel Sahm sahen den Bürgermeister und den Magistrat in der Pflicht, Optionen vorzulegen und Ideen einzubringen. Stadtverordnetenvorsteher Sahm berichtet auch darüber, dass ein Vororttermin mit einem möglichen Betreiber stattgefunden habe, der von „einem interessanten Projekt“ sprach und bereits viele Ideen nannte. „Am liebsten würden wir Frau Kahl behalten“, beteuerte allerdings Sahm. Aber: „Wir benötigen Einsparungen.“

Dalila Kahl sagte auf Anfrage, dass sie erst einmal mit ihren Mitarbeitern sprechen müsse, die in den zurückliegenden Wochen nicht nur wieder einen guten Job gemacht hätten und angesichts der Hitzewelle sowie den tausenden Besuchern viel Ausdauer bewiesen haben. Angesichts der Marktsituation, in der Schwimmmeister händeringend gesucht werden, müsse sie sich für ihre unternehmerische Zukunft und die ihrer Mitarbeiter genau überlegen, wie sie handelt. Wie berichtet, hatte Kahl sich darauf eingestellt, dass die Betreiberdienstleistung neu ausgeschrieben werde.

Die vom Bäderservice Kahl gewünschte Verlängerung der beiderseitigen Kündigungsfrist von Ende September auf Mitte Februar fand in beiden Ausschüssen eine Mehrheit.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare