Freibad bleibt 2010 wohl geschlossen

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Die 25 Sprösslinge des evangelischen Kindergartens durften sich über ein neues Bauset freuen.

Babenhausen -   50 Kinderaugen und ebenso viele Arme sind in die Höhe getreckt und versuchen, das riesige Paket näher zu inspizieren. Was da wohl drin sein mag? Von Jörn Polzin

Eine Szene mit Weihnachts-Charakter, die sich gestern auf dem Innenhof des evangelischen Kindergartens in der Martin-Luther-Straße abspielte. Als Glücksboten fungierten Bürgermeisterin Gabi Coutandin und Dalila Kahl vom Bäderservice Kahl, der das Babenhäuser Freibad betreibt. Und genau dort fand die Geschichte um das ominöse Paket ihren Ursprung.

Während einer Pool-Party im Rahmen der Ferienspiele waren Mädchen und Jungen in einen Wettstreit getreten. „Dabei galt es, ein interessantes und pfiffiges Fortbewegungsmittel aus den vorgegebenen Materialien zu basteln“, erinnert sich Coutandin. Die Mädchen zeigten sich etwas kreativer und gewannen mit ihrem aus Holzlatten und mit allerlei Werkzeug zusammengebauten Dreirad den Wettkampf.

Den Preis, ein kindergerechtes Bauset, spendeten die siegreichen Mädels dem evangelischen Kindergarten. Völlig erstaunt reagierte deren Leiterin, Ursula Scherer, als sie vor wenigen Tagen die freudige Nachricht erhielt. „Genauso überrascht werden die Kinder sein, wenn sie das Geschenk überreicht bekommen“, meinte Scherer kurz vor der feierlichen Übergabe. In der heutigen Zeit seien vor allem die Spielgeräte „außer der Reihe“ selten erschwinglich. „Solches Material kostet viel Geld.“ Das Bauset hat einen Wert von 250 Euro.

Der kleine Kai wollte das Paket dann gar nicht mehr loslassen und kündigte an, „ein Bike“ bauen zu wollen. Aus Holzlatten, Rädern und Schrauben lassen sich zudem noch „Snowscooter“ und „Crane“ basteln, wie es auf der Verpackung heißt. „Es ist schön, wenn Kinder etwas für Kinder tun“, sagt Kahl.

Neuauflage der beliebten Pool-Party unwahrscheinlich

Ob es im nächsten Jahr eine Neuauflage der beliebten Pool-Party geben wird, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Die geplante Sanierung des Freibades werde sich verzögern, kündigte Bürgermeisterin Coutandin an. „Nach jetzigem Stand bin ich skeptisch, was eine Wiedereröffnung in 2010 angeht.“

Der ohnehin eng gesteckte Zeitplan sei durch „ungültige Unterlagen“ durcheinander gekommen. „Das Schwimmbad muss komplett neu gestaltet werden, wir müssen die Arbeitsbedingungen im Winter abwarten“, so Coutandin. Zudem dürfe der finanzielle Rahmen von 3,5 Millionen Euro nicht übertroffen werden. Der zunächst avisierte Termin im Sommer nächsten Jahres sei in jedem Fall unrealistisch. „Und im Oktober hätte es wenig Sinn, ein Freibad zu eröffnen“, fügt die Verwaltungschefin an. Zentrale Aufgabe der Stadt sei es, das Schwimmbad so zu erhalten, dass es weiter ein wichtiger sozialer Anlaufpunkt bleibt. Die jüngsten Zahlen belegen dies. Wie Betreiberin Dalila Kahl stolz mitteilt, sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen. „Das ist eine positive Entwicklung, die gegen den aktuellen Trend geht. Andere Bäder verzeichnen derzeit erhebliche Verluste“, betonte Gabi Coutandin.

Quelle: op-online.de

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