Fremdgänger hatten hier nichts zu lachen

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Die turbulente Komödie „Im Doppelhaus geht´s wieder rund“ wurde von den Darstellern der Theatergruppe des SV Kickers im Bürgerhaus präsentiert.

Hergershausen ‐ Katastrophenalarm zwischen Gartenzwerg, Geranienkübel und Gartenliege: Ein Findelkind wirbelt das kleinbürgerliche Leben der Familien Wacker und Rauscher kräftig durcheinander. Von Ursula Friedrich

Untreue, Eifersucht, Klatsch und Tratsch – aus diesen Beigaben entwickelt sich die volkstümliche Posse „Im Doppelhaus geht´s wieder rund“ auf der Bühne des Hergershäuser Bürgerhauses zu einem turbulenten kleinbürgerlichen Abenteuer.

Im voll besetzten Saal bleibt bei der Premiere des neusten Stückes der SV-Kickers-Theatertruppe kein Auge trocken. Mit viel Situationskomik, einem ordentlichen Griff in die Klischeekiste und mundartlichem, verbalen Schlagabtausch nimmt die dramatische Handlung ihren Lauf.

„Als isch unner de Tisch gekippt bin hast du schon e Stund’ gelejje“, arbeitet Willi Wacker (Wilfried Klein) den Verlauf des folgenschweren Vereinsausfluges der Alten Herren vom SV Kickers mit Nachbar Heini Rauscher (Günther Stübinger) auf. Ob das Findelkind einem Tete-a-tete mit den Damen des Münsterer Kegelclubs „Geile 9“ entstammt?

Am kommenden Wochenende, 27. und 28. November, wird der volkstümliche Schwank nach Dieter Adam erneut auf der Bühne des Bürgerhauses präsentiert.

Als die temperamentvollen Ehefrauen Hilde Rausch und Lore Wacker das Wirken des untreuen Männerduos hier und Visavis des Doppelhausgartenzauns durchschauen, gibt es für die Fremdgänger nichts mehr zu lachen. Auch Sohn Bernd, dargestellt von Walter Morian, reiht sich als potentieller Vater in den Kreis der Verdächtigen, während Tratschmaul Frau Huber (Christa Weinert) mit weiteren Gerüchten die Szenerie belebt. Alexander Buia als Casanova Giovanni, Markus Nelhübel als Rechtsanwalt von Eschersheim sowie Karin Wacker (Sabrina Saul) machen das Ensemble komplett.

Neun Darsteller der 1988 gegründeten Laientruppe sorgen mit ihrer kurzweiligen Komödie für einen vergnüglichen Abend. Trotz einer gewissen Routine der Darsteller („Wir haben uns 1988 zum 75-jährigen Vereinsjubiläum gegründet“, so Regisseurin Inge Herget), herrscht hinter der Bühne Lampenfieber. Bananen und Weihnachtsgebäck liegen als Nervennahrung griffbereit zwischen Kosmetika, Haarspray und Perücken.

In der Pause gibt es ein Gläschen Sekt. „In der letzten Woche vor der Premiere haben wir täglich bis nach 24 Uhr geprobt“, lässt Ingrid Klein die intensive Vorbereitung Revue passieren – geübt wird bereits seit Mai. Ein überaus liebevoll gestaltetes Bühnenbild und leckeres Catering für die Gäste machen den gelungenen Premierenabend perfekt.

Den Inszenierungen des Ensembles, das seine volkstümlichen Komödien mit viel Lokalkolorit würzt, eilt inzwischen ein guter Ruf voraus. Die beiden Samstagvorstellungen waren bereits im Vorverkauf restlos ausverkauft.

Quelle: op-online.de

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