Freude an der Vielfalt

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Martina Barz, Elke Kunkel, Bürgermeisterin Gabi Coutandin (von links) sowie Sehnaz Sen (rechts) verabschiedeten die langjährige Leiterin der Kita „Kunterbunt“, Hannelore Machado (2. von rechts).

Babenhausen (ula) ‐ „Ich verabschiede Sie mit einem weinenden Auge“, so Bürgermeisterin Gabi Coutandin. „Sie waren eine vorbildliche Kindergartenleiterin, mit viel Elan, Offenheit und Engagement.“

Hannelore De Castro Machado wurde nach rund 40 Jahren als Erzieherin und spätere Leiterin der Kindertagesstätte „Kunterbunt“ in der Ludwigstraße in den Ruhestand verabschiedet.  In der kleinen Feierstunde im Bürgermeisterinnenzimmer verlieh die Rathauschefin der frisch gebackenen Rentnerin eine Dankeschön-Urkunde der Stadt. Hannelore Machados Karriere begann in einer turbulenten Zeit in der Großstadt. Studentenunruhen, antiautoritäre Erziehungsideen und der Wirbel der Mainmetropole Frankfurt prägten die ersten Berufsjahre Ende der 1960er. „1968 wurde ich selbst Mutter und zog nach Babenhausen“, erinnert sich Hannelore Machado. Keine leichte Umstellung: „Babenhausen war ein kleiner Ort, durch die Gassen rollten noch Panzer und ich vermisste das Leben auf der Hauptwache.“ Dennoch begann sie 1970 zunächst als Erzieherin, seit 1972 als stellvertretende Leiterin in der Ludwigstraße. Am 1. November 1983 wurde sie Leiterin der ehemals städtischen Einrichtung, die seit zwei Jahren unter Trägerschaft des Arbeitersamariterbundes steht.

In den ersten Babenhäuser Jahren vermisste sie die bunte Mischung der Nationen im bisherigen Kindergartenalltag in Frankfurt. Im Laufe der Jahrzehnte veränderte sich die Struktur der „kunterbunten“ Betreuungseinrichtung in Babenhausen jedoch. Rund 100 Kinder aus vielen Nationen prägen heute den vielfältigen Charakter der Einrichtung. Hannelore Machado liebt diese Vielfalt: „Ich arbeitete gerne mit ausländischen Kindern und ihren Eltern zusammen.“ Durch ihre Treue zum Kindergarten in ihrer Heimatstadt begleitete sie viele kleine Babenhäuser, die, heute erwachsen, später die eigenen Kinder brachten.

Als Flüchtlingskind und einziges Arbeiterkind während der pädagogischen Ausbildung galt Hannelore Machados Verbundenheit jenen Menschen, die „eher auf der schlechteren Seite des Lebens stehen.“ Den Herausforderungen ihres Berufes begegnete sie engagiert und mit Humor. „Früher gab es für eine Gruppe mit 25 Kindern eine Betreuerin“, erzählte sie. Über den „schwarzen“ Tag, als ihr die dünne Personaldecke und kollektives Rückenleiden unter den Kolleginnen Schmerzen bereiteten, lacht sie heute. Konkrete Pläne für die neue Lebensphase hat sie nicht geschmiedet, will alles auf sich zukommen lassen und viel Zeit mit den drei Enkelkindern verbringen.

Die Nachfolge in der Kindertagesstätte „Kunterbunt“ wird Dagmar Typusch antreten.

Quelle: op-online.de

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