Fusionswunsch ist nun offiziell

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Eine winterlicher Ansicht auf die Bachgauschule. Das Babenhäuser Gymnasium soll laut dem neuen Schulentwicklungsplan mit der Joachim-Schumann-Schule fusionieren. Wann und wie das geschehen soll, steht allerdings noch nicht fest.

Babenhausen ‐ Nun steht es also offiziell im Schulentwicklungsplan (SEP): Die Bachgauschule (BGS) und die Joachim-Schumann-Schule (JSS) Babenhausen sollen früher oder später fusionieren. Von Jens Dörr

Das sei zwar nur eine Absichtserklärung, wie Landrat Klaus Peter Schellhaas sagte, und kein genauer Fahrplan oder gar eine endgültige Entscheidung, dass und wann die Fusion stattfinden soll.

Dennoch erhält das Vorhaben durch den Kreistagsbeschluss am späten Montagnachmittag mehr Gewicht. Bis auf die zweiköpfige Fraktion der Linken/DKP stimmten alle Abgeordneten für den SEP. Zugleich verdeutlichte vor allem die FDP, dass sie dem Plan als Gesamtwerk zwar zustimme, einer räumlichen und organisatorischen Zusammenlegung der beiden bislang separaten Babenhäuser Schulen aber kritisch gegenüberstehe. Schuldezernent Christel Fleischmann (Grüne) hält unterdessen am Fusionsplan fest und freut sich auch über teilweisen Rückenwind aus der Opposition (CDU).

Gegenwind kam unter anderem von Sigrid-Inge Slabon (FDP), deren Kompetenz in Sachen Schule selbst Fleischmann in den höchsten Tönen lobte. „Ohne eindeutige Zustimmung aller Betroffenen“ werde auch die FDP nicht für eine Zusammenlegung stimmen, machte Slabon klar. Aktuell spricht sich die BGS klar gegen das Verlassen ihres bisherigen Standorts und gegen einen Einzug in die in wenigen Jahren neu gebaute JSS aus. Die JSS selbst stand dem Thema im Gespräch mit unserer Zeitung jüngst weder eindeutig befürwortend noch eindeutig ablehnend gegenüber. Slabon jedenfalls befand: „Die Begründung des Schuldezernenten für diese Maßnahme konnte mich auch nach mehrmaliger Wiederholung nicht überzeugen.“

Werner Bischoff von der Linken/DKP mochte weiterhin nicht einsehen, warum die Eigenständigkeit einer bestehenden BGS infrage gestellt werde. Er zitierte auch den Kreisverband der Gewerkschaft GEW, der auf Seiten der BGS stehe. Anders als es Fleischmann sehe, habe ein Verbleib der BGS am jetzigen Standort sogar finanzielle Vorteile. „Die Eingemeindung macht aus vielerlei Gründen keinen Sinn“, so Bischoff, den im Kreistag andere Fraktionen zwar isolieren, der sich aktuell aber einer Meinungsgleichheit mit Schülern und Verantwortlichen des BGS sicher sein kann.

Die CDU-Abgeordnete Karin Neipp gab zu bedenken, die Wünsche der Schüler – kleinere Klassen und der „Campus-Charakter“ der BGS etwa – würden durch eine „perspektivische Annäherung“ nicht zwingend gefährdet. Durch die Zusammenlegung in der neuen JSS könne außerdem eine Effizienzsteigerung und Optimierung erreicht werden. Beides führte Neipp – wohl auch im Hinblick auf die begrenzte Redezeit – nicht näher aus. Der CDU gehe es auch darum, „den Standortfaktor Babenhausen zu stärken, denn die Schüler der JSS sollen als logische Konsequenz ihrer Schullaufbahn auch die Oberstufe in Babenhausen besuchen.“ Prinzipiell müssten aber die Schulkonferenzen sowohl von JSS als auch von BGS zustimmen, ehe eine Fusion Sinn mache.

Gegen den Willen der vor Ort Betroffenen dürfte auch Schuldezernent Fleischmann nicht ans Werk gehen. Er gab der BGS unterdessen schon jetzt einen Vorschlag auf den Weg, der mit der Fusion allerdings erst einmal nichts zu tun hat: Die BGS solle noch mehr JSS-Schüler als bisher für sich gewinnen. Hintergrund ist der Weggang junger Leute nach Dieburg. Im Sommer 2010 waren es 28 Schüler der JSS. Von ihnen gingen allerdings die meisten auf die Dieburger Landrat-Gruber-Schule, die mit ihrem Beruflichen Gymnasium Angebote macht, die die BGS mangels Masse und Ausrichtung freilich nicht kopieren kann.

Quelle: op-online.de

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