FWB: Schluss mit „Projekten des Wahnsinns“

Babenhausen (cor) - „Einhellige Begeisterung“, davon sprechen die Grünen in einer Mitteilung vom Wochenende. Die habe über das renovierte Freibad mit seinem Küstenmotorschiff „Jenny“ geherrscht.

Keinen besonders begeisterten Eindruck macht jedoch, was Oliver Bludau, Vorsitzender der Freien Wähler, nun in einer Stellungnahme erklärte. Er sieht die „Allianz“ dazu gezwungen, das Ergebnis des Eigenbetriebes Schwimmbad und der vorangegangenen Koalition von CDU und Grünen - kurz: „Jenny“ - hinzunehmen und haushaltspolitisch das Beste daraus zu machen. „Es liegt jetzt in unserer Verantwortung, dafür Sorge zu tragen, dass solche Wahnsinnsprojekte sich nicht wiederholen“, kündigt der FWB-Chef an, der auch Fraktionsvorsitzender der Wählervereinigung ist. Wichtig sei, dass die Stadt haushaltspolitisch wieder auf einen grünen Zweig komme.

Denn den Haushalt sehen die Freien Wähler durch das Schwimmbadprojekt in Mitleidenschaft gezogen - „bei aller verständlichen Euphorie bleibt es offensichtlich Aufgabe der FWB daran zu erinnern“, so Oliver Bludau.

Nach einer - wie er es ausdrückt - „unnachahmlichen sechsjährigen Planungs- und Realisierungszeit“ habe man nun öffentlichkeitswirksam ein Ergebnis präsentiert bekommen, das den geplanten Kostenrahmen unter Anbetracht der allgemeinen Kostensteigerungen mit 3,95 Millionen Euro relativ exakt eingehalten haben soll. „Tatsächlich handelt es sich dabei nur um ein vorläufiges Endergebnis“, prognostiziert der Fraktionsvorsitzende. Denn: „Im Haushaltsentwurf der Stadt und dem Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Schwimmbad, wird das Freibad als 'Anlage im Bau' bezeichnet.“ Für die Fertigstellung in einem zweiten Bauabschnitt werden laut Bludau weitere Investitionsmittel in Höhe von 1,53 Millionen Euro fällig - „und zwar finanziert durch zusätzliche Sparmaßnahmen im städtischen Haushalt, gemäß der Verfügung der Kommunalaufsicht“.

Damit nicht genug, so der FWB-Vorsitzende. Zusätzlich wachse im Finanzplan des Eigenbetriebes der jährliche Verlustausgleich durch die Stadt von 234. 296 Euro in der Bauphase auf 531 .479 Euro im Jahr der Inbetriebnahme und in den Folgejahren auf sage und schreibe 634 .055 Euro bis zur Tilgung der Kredite an. Knappe Schlussfolgerung: „Im Ergebnis werden die Baukosten für das Freibad bei 5,5 Millionen Euro liegen und der jährliche Verlustausgleich durch die Stadt sich nicht halbiert-, sondern verdoppelt haben“, fasst Bludau zusammen und verweist darauf, dass somit trotz der rigiden Auflagen der Kommunalaufsicht bis jetzt bereits eine Baukostensteigerung von 43 Prozent erreicht worden sei. Der FWB-Chef wählt deutliche Worte: „Ein privater Bauherr könnte sich eine derartige 'Erreichung der Ziele' nicht erlauben - und würde sich auch bei schönem Wetter nicht dem Charme des Neuen hingeben können. Hier würden Köpfe rollen.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pauline/pixilio

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare