Vom Garten auf Sportplatz

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Half Baked trat nach einem Jahr Pause wieder am Lieblingsort der Band auf: der heißt Langstadt, die Veranstaltung „Krach am Bach“.

Langstadt ‐ Nach einjähriger Pause war es wieder soweit: Die Band Half Baked gab in Langstadt erneut ihre Rock-Hymnen zum Besten. Bis weit nach Mitternacht spielte die Cover-Band aus Mannheim ihre Songs auf dem Sportgelände des TSV Langstadt. Von Michael Just

Verwunderung löste bei Unwissenden die Plakatierung im Vorfeld aus, die zum „Krach am Bach“ einlud. Denn es gehört schon eine kräftige Portion Selbstironie und auch Sarkasmus dazu, wenn der Veranstalter das eigene Konzert mit „Krach“ überschreibt. „Diesen Name hatten wir von Anfang an“, erzählt Tino Seitz vom Veranstalterteam, das sich aus einem zehn bis 15-köpfigen Freundeskreis junger Langstädter im Alter von 25 bis 30 Jahren zusammen setzt.

Der Umzug vom Garten auf den Sportplatz des TSV störte die gute Stimmung nicht.

Alles begann 2005 mit einer Geburtstagsparty: In einem Garten, an den sich ein Wassergraben anschließt, wurde gefeiert. Schon vor fünf Jahren schwöre man auf Live-Musik und auf die gleiche Band die auch am Samstag spielte. Damals vermuteten wohl nur wenige in der feierlustigen Runde dass der Name „Krach am Bach“ eine „selbsterfüllende Prophezeiung“ beinhaltet, denn dem unkonventionellen Konzertgeschehen auf der Wiese war keine lange Verweildauer vergönnt: Obwohl die Nachbarn vorher informiert wurden, beschwerten die sich vor zwei Jahren über Ruhestörung: Plötzlich stand der „Krach“ nicht mehr in heiterem Sinne für begeisternde Rockmusik, sondern als Synonym für Ärger und Unstimmigkeit. „Das waren Zugezogene“, hebt Seitz heraus und will damit sagen, dass ein echter Langstädter gerne feiert und deshalb auch mal ein paar Stunden bei etwas lauterer Musik nachsichtig ist. Nachdem die Polizei damals nicht nur einmal vorbeischaute, gab es von Amtsseite ein offizielles Verbot für das „Gartenkonzert“.

Konzert wurde bei der Stadt angemeldet

Von diesen Schwierigkeiten ließ sich die selbstbewusste Jugendinitiative aber nicht ausbremsen: Nach einem Jahr Pause startete man am Samstag unter dem Motto „Back in Action“ – „Zurück in Aktion“ eine Neuauflage auf dem Sportgelände des TSV Langstadt.

Mit dem TSV hatte man im Vorfeld einen Partner gefunden, was nicht zuletzt dadurch begünstigt wurde, dass ein Teil der Jungs beim TSV gegen das runde Leder tritt. „Unsere Gruppe ist mittlerweile eine feste Größe in Langstadt, weshalb uns bei der Ausstattung auch andere Vereine wie Feuerwehr oder Karnevalisten helfen“, sagt Seitz und führt die Kühlgeräte an, die es mit freundlicher Unterstützung von den Blauröcken gab.

Das neuerliche Konzert wurde im Gegensatz zu den Vorjahren bei der Stadt angemeldet und auch alle anderen formalen Kriterien erfüllt. Nur die Bühne fiel etwas kleiner aus, da die Gefahr bestand, dass der geplante Anhänger auf dem feuchten Rasen keinen sicheren Stand hat. Rund 300 Besucher genossen bei freiem Eintritt die lockere Konzert-Atmosphäre im Babenhäuser Stadtteil.

Quelle: op-online.de

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